Der Konvent: Im Namen des Teufels | Film – Kritik: Nach einer wahren Geschichte?

Der Konvent: Im Namen des Teufels Film 2025
TitelDer Konvent: Im Namen des Teufels
Genre Horror
Jahr2025
FSK16
RegieÁngel Manuel Chivite, Luis Galindo

Heimkinostart: 30.04.2026

Der Teufel trägt Habit

„Basierend auf wahren Begebenheiten“ ist im Horrorgenre oft nicht mehr als ein Gimmick, um Zuschauer anzulocken. Im Fall von „Der Konvent: Im Namen des Teufels“ liegt die Sache jedoch etwas anders. Tatsächlich sorgte das Karmeliterkloster von Corella in Navarra im Jahr 1743 für einen Skandal, der das Image der Kirche nachhaltig beschädigte. Nonnen wurde vorgeworfen, rituelle Orgien gefeiert und Pakte mit dem Teufel geschlossen zu haben. Noch schwerer wiegt der Vorwurf, einige Ordensfrauen hätten Neugeborene getötet, um aus deren Überresten Salben und Elixiere herzustellen.

Der Konvent: Im Namen des Teufels Film 2025
Der Konvent: Im Namen des Teufels ©Meteor Film

Mehrere Nonnen legten Geständnisse ab und bezeichneten sich selbst als „Bräute des Teufels“, woraufhin sie nach langen Prozessen im Jahr 1750 hart bestraft wurden. Ob dabei tatsächlich etwas Übernatürliches im Spiel war, bleibt offen. Für die Regisseure Luis Galindo und Ángel M. Chivite ist die Antwort jedoch klar. In ihrem Spielfilmdebüt verbinden sie die historischen Ereignisse mit okkultem Horror. Die beiden Novizinnen Ana Maria (Nahia Bergasa) und Lucia (María Mercado) treten in den Dienst Gottes, merken jedoch schnell, dass in dem Kloster dunkle Mächte am Werk sind.

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Zwischen Frömmigkeit und Abgrund

Das Cover der DVD und Blu-ray verspricht dämonischen Spaß im Stil von „The Nun“, doch der Film selbst schlägt eine deutlich andere Richtung ein. Das Übernatürliche bleibt meist im Hintergrund, stattdessen konzentriert sich „Der Konvent: Im Namen des Teufels“ auf den moralischen Verfall der katholischen Kirche, ihre Heuchelei und die Manipulation junger, orientierungsloser Frauen. Das sind durchaus spannende Ansätze für einen psychologischen Horrorfilm, laufen hier jedoch ins Nichts und funktionieren auf dem Papier deutlich besser als in der Umsetzung. Das Erzähltempo ist schleppend und ermüded, viele Szenen wirken repetitiv, und die angedeutete Tiefe der Figuren geht im eindimensionalen Drehbuch weitgehend verloren.

Der Konvent: Im Namen des Teufels Film 2025
Der Konvent: Im Namen des Teufels ©Meteor Film

Aktuelle Filme wie „Das erste Omen“ oder „Immaculate“ greifen ähnliche Themen auf, setzen sie jedoch deutlich effektiver und fesselnder um, trotz oder vielleicht gerade wegen ihres stärkeren Fokus auf die Horrorelemente. Ganz scheitern Galindo und Chivite mit ihrem Debüt dennoch nicht. Die beiden beweisen zumindest ein gutes Gespür für Inszenierung, spielen gezielt mit religiöser Symbolik und profitieren spürbar davon, dass das originale Kloster von Corella als Drehort diente. Die dunklen Gänge und spärlich ausgeleuchteten Räume erzeugen eine dichte, unheimliche Atmosphäre. Umso bedauerlicher ist es, dass es dem Film inhaltlich an Biss fehlt, gerade weil die wahre Geschichte so viel Potenzial bietet.

Der Konvent: Im Namen des Teufels Film 2025
Der Konvent: Im Namen des Teufels ©Meteor Film

Fazit

„Der Konvent: Im Namen des Teufels“ punktet mit einer starken Atmosphäre, interessanter historischer Grundlage und einem Gespür für religiöse Bildsprache, verliert sich jedoch in einem zähen Erzähltempo und unausgeschöpften Ideen. Statt den psychologischen Horror wirklich auszureizen, bleibt vieles an der Oberfläche. So bleibt ein Film, der visuell überzeugt, inhaltlich aber deutlich mehr hätte sein können.

Bewertung: 2 von 5.

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