| Titel | Das erste Omen |
| Genre | Horror, Thriller |
| Jahr | 2024 |
| FSK | 16 |
| Regie | Arkasha Stevenson |
Kinostart: 11.04.2024
Erlebe die Geburt des Antichristen
Im April können sich deutsche Kinogänger auf gleich zwei Nonnenhorrorfilme freuen: „Immaculate“ und „Das erste Omen“. Letzterer ist ein Prequel zum Horrorklassiker „Das Omen“, der vor fünfzig Jahren das Publikum in Angst und Schrecken versetzte und die Geburt des Antichristen Damien Thorn beleuchtet. Obwohl der Reiz des Exorzismus- und Dämonenhorror in den letzten Jahren etwas nachgelassen hat, verspricht der Trailer zu „Das erste Omen“ mit seinem Arthouse-Look, dem Negativtrend entgegenzuwirken.

Und darum geht es…
Die junge Margaret (Nell Tiger Free) entscheidet sich dazu, ihr Leben der Kirche zu widmen und zieht aus diesem Grund von Amerika nach Rom. Doch schon bald erkennt sie, dass hinter den Kulissen der katholischen Macht etwas Unheilvolles lauert, das ihren Glauben erschüttert. Dunkle Kräfte streben danach, das leibhaftige Böse in die Welt zu holen, und Margaret setzt alles daran, dies zu verhindern.


Ein teuflisch gutes Prequel
„Erschaffe etwas, das sie fürchten“. Eine Tagline, die das offizielle Filmposter von „Das erste Omen“ ziert und hält, was sie verspricht. Arkasha Stevenson hat ein Horrorprequel inszeniert, das dem Original in Nichts nachsteht und bereits jetzt ein heißer Anwärter für den besten Horrorfilm des Jahres ist. Ein beliebtes und mittlerweile leicht angestaubtes Franchise neues Leben einzuhauchen ist keine einfache Aufgabe und doch ist Stevenson genau dies gelungen. Umso beeindruckender, dass es sich hier um ihr Spielfilmdebüt handelt. Die junge Regisseurin, die zuvor für Serien wie „Brand New Cherry Flavor“ oder „Legion“ hinter der Kamera stand, weiß genau, worauf es im Horrorgenre ankommt und was vielen Genrevertretern fehlt: der Mut, auf unkonventionellen, eigenen Wegen zu schreiten. Dem Original wird vor allem in den Kamerafahrten Tribut gezollt, auch Anspielungen auf den Klassiker findet man vermehrt. Doch der Fokus liegt auf einem ruhigen, aber intensiven Aufbau, den Charakteren und einer unbehaglichen Atmosphäre. Visuell und soundtechnisch ist „Das erste Omen“ schlichtweg beeindruckend und sorgt mit dem richtigen Einsatz von Licht und Schatten sowie einem unheimlichen Score für Gänsehaut. Obwohl der Film im Mainstreamhorror angesiedelt ist, bewegt er sich damit fast schon im surrealen Arthouse-Bereich.

Hauptdarstellerin Nell Tiger Free scheint bei den Dreharbeiten selbst von etwas besessen gewesen zu sein. Die Britin, bekannt aus „Game of Thrones“, taucht vollständig in die Rolle der Margaret ein und liefert eine hypnotisierende sowie herausragende Leistung ab. Eine der größten Stärken des Prequels liegt in der menschlichen Nuance, die vielen Horrorstreifen fehlt. Die Novizinnen und Nonnen werden nicht nur als fromme und strenge Frauen dargestellt. Sie besitzen Persönlichkeit. Sie lachen, sie rauchen, zweifeln an ihrer Berufung und testen die Grenzen ihres Glaubens aus. Dadurch entsteht beim Zuschauer ein deutlich stärkerer Bezug zu den Charakteren. Das Prequel schreckt auch nicht davor zurück, das oft heuchlerische Glaubenssystem zu kritisieren und Themen wie sexuellen Missbrauch innerhalb der Kirche anzusprechen. Dies verleiht dem gesamten Horror eine tiefere Note. Man könnte Stevenson vorwerfen, dass sie sich in wenigen Momenten altbekannten Horrorkonventionen wie Jump Scares und dem sogenannten „Sequel Bait“ hingibt. Doch das fällt bei der tadellosen Inszenierung kaum ins Gewicht. Gore ist ebenfalls vorhanden, wird jedoch sparsam eingesetzt und entfaltet so erst richtig seine Wirkung.

Fazit
„Das erste Omen“ bewegt sich geschickt zwischen Mainstream-Horror und Arthouse-Elementen, funktioniert sowohl als Prequel als auch als eigenständiger Horrorfilm und bietet alles, was ein moderner, großartiger Horrorfilm braucht. Ein absolutes Muss für alle Fans des Genres.

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