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Filme | Kritiken
  • Crawlers | Film – Kritik: Wenn der Horror durch die Hochhausflure krabbelt 

    Crawlers – Im Netz der Spinnen

    TitelCrawlers – Im Netz der Spinnen
    Genre Horror, Thriller
    Jahr2026
    FSK16
    RegieÁngel Gómez Hernández

    Heimkinostart: 23.10.2026

    In „Crawlers – Im Netz der Spinnen“ kommt der Horror auf acht Beinen 

    Hochhauskomplex verhält sich zu Spinne ungefähr wie Gewässersystem zu Haifisch. Möchte man jedenfalls meinen. Wäre der gefräßige Meeresräuber nicht schon wenige Jahre, nachdem Steven Spielberg ihn mit „Der weiße Hai“ zum Leinwandmonster adelte, aus seinem natürlichen Lebensraum ausgebrochen, um fortan in Sand, Schnee, Wohnwagensiedlungen, Wirbelstürmen, den unendlichen Weiten des Alls und irgendwann vermutlich auch im heimischen Wäschekorb sein Unwesen zu treiben. Sharkploitation war nie besonders wählerisch. Hauptsache Zähne, irgendwas zum Reinbeißen und möglichst wenig Rücksicht auf Biologie. So abwechslungsreich diese Reise durch sämtliche Aggregatzustände des Unsinns klingt, so zuverlässig bewegt sich ein beträchtlicher Teil der dazugehörigen Filme irgendwo zwischen albern, billig und spektakulär misslungen. Bei Spinnen scheint sich dieses Verhältnis seit ein paar Jahren fast ins Gegenteil zu verkehren. Die Achtbeiner zeigen nämlich erstaunlich wenig Reiselust. „Spiders – Ihr Biss ist der Tod“, „Sting“ und nun „Crawlers“ bleiben im Wesentlichen dort, wo schon der Vorgänger herumkrabbelte: Apartmentkomplex, enge Flure, dünne Wände, zu viele Menschen auf zu wenig Raum. Der Haifisch braucht für jeden neuen Auftritt offenbar erst ein neues Ökosystem, nur um dort wieder gegen Drehbuch, Budget und gesunden Menschenverstand anzuschwimmen. Die Spinne hingegen zieht kaum um – und schafft es trotzdem, aus denselben vier Wänden bemerkenswert viel herauszuholen. Dabei musste der Spinnenhorror erst einmal erstaunlich lange auf seine Wiederbelebung warten. „Arachnophobia“ hatte Anfang der Neunziger noch einmal großflächig dafür gesorgt, dass das Publikum beim Anziehen der Schuhe kurz hineinpustete und dunklen Kellerecken mit einer gewissen Skepsis begegnete, danach wurde es auffällig still. Jetzt geht es beinahe Schlag auf Schlag. Für Regisseur Ángel Gómez Hernández bedeutet das allerdings auch: Wer sich mit seinem Film freiwillig in einen derart eng besetzten Hochhausflur stellt, darf sich nicht wundern, wenn sofort jemand die Nachbartüren öffnet und vergleicht. Denn „Crawlers“ teilt mit seinen jüngeren Spinnenverwandten weit mehr als nur acht Beine. 

    Crawlers – Im Netz der Spinnen Film 2026
    Crawlers – Im Netz der Spinnen ©Leonine

    Wieder ein Wohnkomplex, wieder räumliche Isolation, wieder eine Hausgemeinschaft, die nicht einfach gehen kann, wenn es unangenehm wird. Selbst die gesellschaftliche Begleitmusik klingt vertraut: heruntergewirtschaftete Bausubstanz, ein Eigentümer, dessen Interesse an seinen Mietern ungefähr dort endet, wo die nächste Rechnung beginnt, und Menschen, die mit den Folgen leben müssen. Dass sich daraus kein besonders eigenständiges Motivgeflecht ergibt, merkt man schnell. Entscheidend ist deshalb weniger, ob „Crawlers“ etwas grundsätzlich Neues erfindet, sondern was er aus diesen längst bekannten Zutaten noch herausholt. Inhaltlich bewegt sich zunächst ohnehin alles auf vertrautem Terrain: Serena arbeitet als Hausverwalterin eines Hochhauskomplexes und ist dort so etwas wie das letzte halbwegs menschliche Bindeglied zwischen Mietergemeinschaft und schmierigem Eigentümer. Als der Mieter George (Chris Rogers) nach einem Auslandsaufenthalt zurückkehrt und kurz darauf plötzlich stirbt, sieht zunächst alles nach einem medizinischen beziehungsweise infektiösen Problem aus. Die Behörden vermuten einen Virusausbruch, das Gebäude wird abgeriegelt, niemand darf hinein, niemand hinaus. Und genau damit ist die bekannte Horrorgrundlage angerührt. Menschen auf engem Raum. Keine Fluchtmöglichkeit. Draußen stehen diejenigen, die helfen könnten, drinnen sitzt das eigentliche Problem bereits zwischen Wänden, Rohren und Möbeln. Nur handelt es sich eben nicht um einen Virus, sondern um etwas weitaus Unbehaglicheres. Im Körper des Verstorbenen hat sich eine äußerst unangenehme Spinne eingenistet und dort offenbar auch gleich Familienplanung betrieben. Aus dem vermeintlichen Infektionsfilm wird ein Creature-Horror, der sein Quarantäne-Motiv nicht einmal besonders weit umdeuten muss. Eingesperrt waren die Figuren ohnehin. Jetzt wissen sie nur, warum das eine ziemlich schlechte Nachricht ist.

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    Erst wenn es krabbelt, wird es interessant

    Dieses Quarantäne- und Lockdown-Prinzip gehört mittlerweile fast schon zur Grundausstattung des modernen Spinnenfilms – und auch die Sozialkritik kommt zuverlässig mit ins Gebäude. Schlechte Wohnverhältnisse, Vernachlässigung, ökonomische Abhängigkeiten. „Crawlers“ streift diesen Aspekt allerdings deutlich oberflächlicher als „Spiders – Ihr Biss ist der Tod“. Statt ihn über die Handlung und das Umfeld der Figuren langsam mitzuerzählen, genügen hier ein paar flüchtige Dialogzeilen, bevor das Thema ebenso schnell wieder verschwindet, wie es aufgetaucht ist. Das ist schade, fällt aber weniger schwer ins Gewicht, sobald „Crawlers“ sich auf das konzentriert, was ihm ohnehin deutlich besser liegt: die sehr unmittelbare Angst vor Spinnen. Dafür braucht es kein kompliziertes Mythologiehandbuch, keinen antiken Fluch und keine ausführlich erklärte Evolutionsmutation. Spinnen sind schnell, klein, können plötzlich verschwunden sein und besitzen die ausgesprochen unhöfliche Eigenschaft, sich an Orten aufzuhalten, an denen man sie erst bemerkt, wenn der eigene Körper bereits entschieden hat, sämtliche Haare gleichzeitig aufzustellen. Genau aus dieser Nähe zieht „Crawlers“ später seine stärksten Momente. Bis dahin steht ihm allerdings ausgerechnet sein menschliches Personal im Weg. Die Figuren bleiben austauschbar, oberflächlich und teilweise so funktional geschrieben, als hätte man ihnen neben dem Namen gleich ihren späteren Todeszeitpunkt ins Drehbuch gesetzt. Doch dann krabbelt endlich etwas durchs Bild. Und plötzlich findet „Crawlers“ zu sich.

    Crawlers – Im Netz der Spinnen Film 2026
    Crawlers – Im Netz der Spinnen ©Leonine

    Hernández findet immer wieder Einstellungen, die genau dort ansetzen, wo Spinnenhorror wirklich funktioniert: nicht beim großen Angriff, sondern beim Verdacht. Die Kamera blickt aus einer Chipstüte, während eine Hand wieder und wieder hineingreift, jedes Mal nur wenige Zentimeter an dem Tier vorbei, das sich darin versteckt. Ein Achtbeiner lässt sich langsam an seinem Faden herab und landet beinahe im geöffneten Mund einer meditierenden Frau. Hinter Geschirr bewegt sich etwas. Unter einem Duschvorhang erscheint plötzlich ein dünnes Bein. Nichts davon ist besonders kompliziert, aber genau deshalb wirksam. Man sieht die Gefahr. Die Figur noch nicht. Das reicht. Der Körper reagiert ohnehin deutlich schneller als der Kopf. Man kratzt sich plötzlich am Arm, prüft mit einem kurzen Blick die Zimmerdecke oder entwickelt ein auffällig gesteigertes Interesse an Dingen, die sich im Augenwinkel bewegen. „Crawlers“ versteht in seinen besten Momenten sehr gut, dass Spinnenhorror vor allem eine Sache der Nähe ist. Eine Spinne irgendwo im Raum ist unangenehm. Eine Spinne zehn Zentimeter von einer nackten Hand entfernt ist ein persönliches Problem. Auch ästhetisch zeigt Hernández mehr Ehrgeiz, als das reine Krabbeltierkino zwingend verlangen würde. Die Kamera dreht sich um die eigene Achse, Flure kippen in seltsame Perspektiven, Licht und Farbe werden mit auffallender Konsequenz eingesetzt. Lila, Rot, Dunkelheit, künstliches Neon – der Hochhauskomplex bekommt zeitweise etwas traumartig Klaustrophobisches. Die Räume wirken nicht einfach nur eng, sondern zunehmend falsch. Als hätte das Gebäude selbst beschlossen, seine Bewohner nicht mehr hinauszulassen. Dass das CGI in einzelnen Momenten nicht vollständig mithalten kann, fällt durchaus auf. Vor allem dann, wenn „Crawlers“ seine Zurückhaltung verliert. Denn mit Spinnen verhält es sich ein wenig wie mit schlechtem Besuch: Eine ist schlimm. Zwei sind schlimmer. Zweihundert werden irgendwann erstaunlich abstrakt. Sobald die Tiere in Scharen über Böden, Wände und Menschen laufen, geht etwas von dem verloren, was zuvor so schön unter die Haut gekrabbelt ist. Aus dem kleinen, kaum sichtbaren Schrecken wird eine digitale Masse. Das Auge nimmt nicht mehr das einzelne Tier wahr, sondern eine schwarze Bewegung. Der Ekel wird größer, der Horror kleiner. Wo vorher noch die Frage im Raum stand, ob irgendwo hinter einer Tasse etwas sitzt, marschiert nun eine ganze Krabbelarmee durchs Bild. Das ist spektakulärer. Nur leider nicht unbedingt unangenehmer.

    Crawlers – Im Netz der Spinnen Film 2026
    Crawlers – Im Netz der Spinnen ©Leonine

    Wenn aus Kribbeln plötzlich Monsterkino wird

    Im letzten Drittel dreht „Crawlers“ dann ohnehin noch einmal kräftig am Tonfallregler. Aus dem vergleichsweise kleinen, fiesen Hochhaus-Horror wird eine Flucht durch dunkle Korridore, die stellenweise deutlich in Richtung „Alien“ schielt. Serena bewegt sich dabei in einem Outfit durch die Gänge, das irgendwo zwischen Kampfmontur, Fetischclub und Endzeit-Ripley angesiedelt ist – Ripley goes BDSM-Party gewissermaßen –, während Synthieklänge durch die Dunkelheit pulsieren und die zuvor so wirkungsvoll gepflegte Kleinteiligkeit zunehmend größeren Gesten weicht. Das kann man durchaus unterhaltsam finden. Nur fühlt es sich plötzlich an, als wäre man in einen anderen Genreflur abgebogen. Die Hautkribbelqualität verschwindet weitgehend, dafür übernimmt ein beinahe pulpiger Survivalmodus. Rennen, kämpfen, durchhalten. Wo vorher der Horror darin bestand, dass unter einem Teller möglicherweise acht Beine hervorschauen könnten, wird nun offensiver Monsterfilm gespielt. Nicht schlecht, aber weniger eigen. Und gerade weil „Crawlers“ zuvor bewiesen hat, wie effektiv er mit kleinen Beobachtungen sein kann, wirkt dieser Genrewechsel fast ein bisschen so, als würde jemand mitten in einem gelungenen Kammerspiel plötzlich die Nebelmaschine einschalten. Und damit landet man am Ende doch wieder bei den Vergleichen, denen „Crawlers“ eigentlich entkommen möchte. „Sting“ besitzt die charmanteren Figuren. „Spiders – Ihr Biss ist der Tod“ verbindet seine Monster wirkungsvoller mit einem emotionalen Unterbau und trifft seine sozialkritischen Spitzen präziser. „Crawlers“ hat von beidem etwas, erreicht aber in keinem dieser Bereiche dieselbe Wirkung. Seine Menschen bleiben zu blass, seine gesellschaftlichen Untertöne zu beiläufig, sein Finale zu sehr auf Genrepose gebürstet. Was ihm bleibt, ist allerdings nicht wenig: Er kann Spinnen. Und zwar erstaunlich gut. Immer wenn „Crawlers“ nicht versucht, größer, lauter oder spektakulärer zu werden, sondern einfach eine kleine dunkle Form dort platziert, wo sie absolut nichts zu suchen hat, ist er am wirkungsvollsten. Dann kribbelt es am Nacken, die Hand bleibt lieber noch eine Sekunde außerhalb der Chipstüte und man betrachtet den Duschvorhang am Abend möglicherweise mit etwas mehr Aufmerksamkeit als gewöhnlich. Für einen Spinnenfilm ist das vermutlich ohnehin die wichtigste Qualitätsprüfung.

    Crawlers – Im Netz der Spinnen Film 2026
    Crawlers – Im Netz der Spinnen ©Leonine

    Fazit

    „Crawlers“ bleibt dort am stärksten, wo es klein, fies und unangenehm nah wird. Sobald es überall kribbelt, juckt und man der eigenen Chipstüte plötzlich misstraut, hat der Film eigentlich schon gewonnen. Mehr Spinnen braucht kein Mensch – mehr Wirkung manchmal auch nicht.

    Bewertung: 3 von 5.
    Amazon Prime Video

  • Nervous | Film – Kritik: Das stumme Echo der Emanzipation 

    Nervous

    TitelNervous
    Genre Horror, Thriller
    Jahr2026
    FSKungeprüft
    RegieAbner Pastoll

    Fantasy Filmfest 2026

    Eine Platte ohne Ton. Eine Welt ohne Männerstimmen.

    Fast genauso wichtig wie das Visuelle ist das Sounddesign von Horrorfilmen. Das Knarzen einer Holzdiele, ein leises Flüstern oder ein stimmungsvoller Score: Das alles kann stark zur Atmosphäre eines Gruselfilms beitragen. Zuletzt bewiesen das vor allem Erfolgsfilme wie „Obsession“ oder „undertone“. Für sein neuestes Werk „Nervous“ hat sich Regisseur Abner Pastoll daher gemeinsam mit seinem Team für ganze fünf Monate intensiv in der Postproduktion mit dem Sounddesign beschäftigt, um die isolierende und paranoide Wahrnehmung der Protagonistin direkt auf das Publikum zu übertragen und die Metapher, dass Frauen oft nicht gehört werden, zu unterstreichen.

    Nervous Film 2026
    Nervous ©February Films

    Besetzt ist „Nervous“ mit Sarah Bolger, mit der Pastoll bereits für seinen Film „A Good Woman Is Hard to Find“ erfolgreich zusammenarbeitete. Mit ihrer neuesten Kooperation haben sie es direkt ins Programm des Fantasy Filmfests 2026 geschafft. Im Film, dessen Idee Pastoll bereits seit zwanzig Jahren immer wieder im Kopf herumschwirrte, finden Sarah (Sarah Bolger) und ihr Mann Sungsoo (Sungsoo Yune) eine alte Vinylplatte auf dem Dachboden ihres neuen Zuhauses. Als sie diese abspielen, ist darauf kein Ton zu hören. Als Sarah kurz darauf die Fähigkeit verliert, männliche Stimmen wahrzunehmen, gerät ihr Leben immer weiter aus den Fugen.

    Wenn Männer die Welt aus den Augen einer Frau erzählen

    Allein in den letzten 24 Stunden sahen die Nachrichten für Frauen wie folgt aus: Eine Passagierin musste auf ihren Platz zurückkehren, obwohl ihr Sitznachbar sich vor ihr befriedigt hatte. Auf ein junges Mädchen wurde zehnmal eingestochen, während der Täter lediglich mit einer einstweiligen Verfügung davonkam. Und sieben männliche Studenten, die eine Kommilitonin missbraucht hatten, mussten zur Strafe lediglich einen Aufsatz schreiben. Frauen können bis heute nicht in Sicherheit leben, während ihre Ängste und Probleme viel zu oft nicht gehört werden. Pastoll spinnt daraus eine interessante Idee und dreht in „Nervous“ den Spieß einfach um. Das Problem? Er fängt mit seiner Prämisse nicht wirklich viel an. Alles dreht sich im Kreis, Handlungsstränge verlaufen im Nichts, und die eigentliche Botschaft geht hinter dem Gimmick des Films gnadenlos unter. Da stellt sich unweigerlich die Frage, ob die Thematik mit einer Frau hinter der Kamera und vor allem hinter dem Drehbuch nicht deutlich mehr Potenzial entfaltet hätte.

    Nervous Film 2026
    Nervous ©February Films

    Es zeichnet sich schnell ab, dass „Nervous“ durch eine männlich geprägte Brille erzählt wird. Pastoll präsentiert einen oft schablonenhaften Blick auf Feminismus und darauf, was es für eine Frau bedeutet, frei und selbstbestimmt zu sein, und verengt die eigentlich komplexe Thematik dabei auf oberflächliche Geschlechterrollen und heteronormative Klischees. Auch die queeren Untertöne fügen sich nur schwer in dieses Bild ein und wirken eher wie ein Stilmittel für das männliche Publikum, statt tatsächlich etwas von Bedeutung auszusagen. Als Metapher dafür, dass nur Frauen einander wirklich verstehen und zuhören, hätte die Verbindung auch als reine Freundschaft funktioniert. Und das vermutlich sogar besser. So verkommt Eunbyeol zu einer Nebenfigur, die hauptsächlich als Femme Fatale und Versuchung für die Hauptfigur dient, darüber hinaus aber kaum eigene Eigenschaften erhält. Optisch und vor allem soundtechnisch macht Pastoll allerdings alles richtig. „Nervous“ sieht gut aus und hört sich noch besser an. Auch am Schauspiel von Sarah Bolger und Ko Asung gibt es nichts zu meckern. Im Gegenteil: Die beiden versprühen eine unglaubliche Chemie.

    Nervous Film 2026
    Nervous ©February Films

    Fazit

    „Nervous“ überzeugt mit starker Optik, herausragendem Sounddesign und zwei großartigen Darstellerinnen, verschenkt aber das Potenzial seiner eigenen Prämisse. Statt die komplexen Themen rund um Feminismus und weibliche Selbstbestimmung konsequent auszuloten, verliert sich der Film in oberflächlichen Klischees. Ein visuell und akustisch beeindruckender, inhaltlich jedoch ernüchternder Horrorfilm.

    Bewertung: 2.5 von 5.
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  • The Plague | Film – Kritik: Die grausame Seite des Erwachsenwerdens

    The Plague

    TitelThe Plague
    Genre Horror, Drama
    Jahr2025
    FSKungeprüft
    RegieCharlie Polinger

    Fantasy Filmfest 2026

    Wenn Anderssein zur Krankheit erklärt wird

    Coming-of-Age wird im Film oft mit Nostalgie und romantischer Verklärung der Jugend assoziiert. Doch es geht auch ganz anders. Horrorfilme brechen gerne mit dieser Tradition und gehen radikalere Wege. So auch Regisseur Charlie Polinger, der mit seinem Debüt „The Plague“ keine wortwörtliche Seuche in den Mittelpunkt rückt, sondern eine Geschichte über das Erwachsenwerden erzählt und dieses als moralisches Minenfeld des Verlusts der Unschuld zeichnet. „The Plague“ feierte seine Premiere als Eröffnungsfilm der Internationalen Filmfestspiele von Cannes und begeisterte dort bereits das Publikum.

    The Plague Film 2025
    The Plague ©AGC Studios

    Ähnliches lässt sich für das Fantasy Filmfest 2026 erhoffen, wo der Film einen Platz im Programm gefunden hat und sicher ebenfalls zahlreiche Fans finden wird. Angesiedelt im Sommer 2003, handelt „The Plague“ von dem 12-jährigen Ben (Everett Blunck), der sich in der Hierarchie eines reinen Jungen-Wasserballcamps zurechtfinden muss. Als Ben ins Visier der anderen Jungs gerät, verbreiten sie das Gerücht, er trage eine mysteriöse und ansteckende Krankheit. Die Geschichte nimmt rasend schnell ihren Lauf und zieht Ben immer tiefer in den Abgrund eines psychologischen Albtraums.

    Mobbing ist ansteckend

    „Boys will be Boys.“ Mit diesen vier einfachen Worten wird das unangebrachte Verhalten heranwachsender Jungs gerne klein geredet und die Verantwortung für Schikanen gegen Gleichaltrige von ihnen weggeschoben. Auch in Polingers Regiedebüt wirkt zunächst alles ganz harmlos. Dumme Neckereien zwischen pubertierenden Jungs, die es scheinbar nicht besser wissen. Doch nach und nach offenbart sich die wahre Grausamkeit der Gruppe: das systematische Ausgrenzen und Demütigen all jener, die anders sind. „The Plague“ ist kein Horrorfilm im klassischen Sinne, doch Polinger nutzt gekonnt die Bildsprache des Genres und auch der dröhnende Score lässt jederzeit einen Schreckmoment erwarten. Der eigentliche Horror ist hier jedoch, ganz simpel gesagt, die harte Realität von Mobbing und dessen Konsequenzen für die Opfer. Nicht als einhämmernde Metapher, sondern authentisch erzählt und mitreißend inszeniert. Die unterschwelligen Horrorelemente unterstützen dabei die Atmosphäre, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Besonders das Sounddesign ist herausragend und trägt maßgeblich zur Atmosphäre des Films bei.

    The Plague Film 2025
    The Plague ©AGC Studios

    Unschuldig erscheinende Situationen erzeugen so ein beklemmendes Gefühl von Hilflosigkeit, das unter die Haut geht. Eine weitere Stärke von „The Plague“ liegt in Polingers intelligentem Drehbuch. Die Gruppendynamik wirkt direkt aus dem Leben gegriffen, während der subtile Body-Horror die psychische Belastung der gemobbten Teenager unterstreicht. Vor allem in den Figuren zeigt sich Polingers Talent fürs Schreiben. Bens Unsicherheit und sein verzweifelter Versuch, sich seinen Teammitgliedern anzupassen, werden zur treibenden Kraft der Geschichte. Mobber Jake ist ein regelrechtes Monster, aber dennoch charismatisch genug, um nachvollziehbar zu machen, warum er der Anführer der Gruppe ist. Eli wiederum bildet einen Gegenpol zu Ben. Auch er ist ein Opfer, bei dem die Schikanen Spuren hinterlassen, doch gleichzeitig akzeptiert er sein Anderssein und trägt eine beinahe unbeschwerte Leichtigkeit in sich. Etwas, wonach sich auch Ben sehnt. „The Plague“ wird so zu einer Reise, auf der Ben seine eigene Identität finden und den Gruppenzwang sowie die toxisch-männliche Performance ablehnen muss. Das mündet in einer emotional aufgeladenen Schlussszene, die sich geradezu kathartisch anfühlt. „Beau Travail“ und „Aftersun“ lassen grüßen.

    The Plague Film 2025
    The Plague ©AGC Studios

    Fazit

    „The Plague“ ist ein beklemmendes Coming-of-Age-Drama, das die Grausamkeit von Mobbing mit den Mitteln des Horrors greifbar macht. Polinger erzählt seine Geschichte authentisch, atmosphärisch und mit einem bemerkenswerten Gespür für seine Figuren. Ein intensiver Film über Gruppenzwang, Identität und die schmerzhafte Suche nach dem eigenen Platz.

    Bewertung: 4 von 5.
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  • The Restoration of Grayson Manor | Film – Kritik: Queerer Gothic Horror

    The Restoration of Grayson Manor

    TitelThe Restoration of Grayson Manor
    Genre Horror, Komödie
    Jahr2026
    FSKungeprüft
    RegieGlenn McQuaid

    Fantasy Filmfest 2026

    Toxische Mütter und tödliche Hände

    Queerer Horror gehört beim diesjährigen Fantasy Filmfest zu den prägenden Themen des Programms. Nicht nur, dass „Leviticus“ das Filmfestival eröffnet, auch die gefeierte Horrorkomödie „The Restoration of Grayson Manor“, in der Regisseur Glenn McQuaid seine persönlichen Erlebnisse auf überspitzte Art und Weise verarbeitet, ist Teil des Programms. Und für die Hauptrolle konnte er jemand ganz Besonderen gewinnen: Chris Colfer, der mit seiner Rolle in der Kultserie „Glee“ zum Star wurde, sich nach dem Ende der Serie allerdings zurückzog und sich auf seine Karriere als Autor konzentrierte.

    The Restoration at Grayson Manor Film 2025
    The Restoration At Grayson Manor © Bankside Films

    Für die besondere Mischung aus queeren Familiendrama, Gothic Horror und blutiger Komödie zog es ihn endlich zurück vor die Kamera. Und die Prämisse hört sich mehr als originell an. Der Film handelt von Boyd (Chris Colfer), dem Spross einer irischen Adelsfamilie, der im Familienanwesen regelmäßig Sex mit Männern hat, um seine Mutter Jacqueline (Alice Krige) zu kränken. Als Boyd bei einem makaberen Unfall beide Hände verliert, sieht Jacqueline die Chance, ihn endlich zu dem Erben zu formen, den sie sich immer gewünscht hatte.

    Queerer Horror trifft auf Vorabendprogramm

    An den Dialogen merkt man schnell, dass mit McQuaid eine queere Person hinter dem Drehbuch steckt. Denn nichts für ungut, aber selten gelingt es einem heterosexuellen Drehbuchautor, ein so authentisch wortgewandtes und bitchiges Hin und Her zwischen einem schwulen Sohn und seiner toxischen Mutter zu schreiben. Die einfallsreichen Beleidigungen bringen einen immer wieder zum Schmunzeln. Das liegt vor allem auch an den hingebungsvollen Darbietungen von Chris Colfer und Alice Krige, die sichtlich Vergnügen an ihren Rollen haben. Zwischen all den Zickereien versäumt es McQuaid allerdings, der Mutter-Sohn-Dynamik echte Tiefe zu verleihen. Die Konflikte und die ernsten Themen von Homophobie und familiärem Druck kommen im verbalen Schlagabtausch der beiden immer wieder zur Sprache, finden aber selten Raum, um sich wirklich auf emotionaler Ebene zu entfalten.

    The Restoration at Grayson Manor Film 2025
    The Restoration At Grayson Manor © Bankside Films

    McQuaid legt mehr Wert auf Spaß, und den bekommt man hier definitiv. Der Regisseur war nicht nur von Horrorfilmen inspiriert, sondern auch von Soaps. Und das merkt man. Er baut zahlreiche hirnrissige Wendungen ein, die man sonst nur aus dem Vorabendprogramm von RTL kennt, und treibt sie konsequent ins Absurde. An Kreativität mangelt es hier definitiv nicht. Der Horroranteil bleibt dabei allerdings eher gering und kommt hauptsächlich durch die blutigen Effekte zum Vorschein, statt eine echte Atmosphäre oder Grusel aufzubauen. Hier erinnert „The Restoration of Grayson Manor“ vor allem an Kultklassiker wie „Die Killerhand“ oder auch „Die Addams Family“. Nur verpasst man den tödlichen Händen hier einen etwas moderneren Twist.

    The Restoration at Grayson Manor Film 2025
    The Restoration At Grayson Manor © Bankside Films

    Fazit

    „The Restoration of Grayson Manor“ ist eine herrlich schräge Mischung aus Horror, schwarzem Humor und überdrehter Soap, die vor allem von ihren bissigen Dialogen und den spielfreudigen Darbietungen von Chris Colfer und Alice Krige lebt. Auch wenn die emotionalen Konflikte etwas mehr Tiefe vertragen hätten und der Horror eher kurz kommt, sorgt die kreative Inszenierung für jede Menge Unterhaltung. Ein blutiger, queerer Spaß, der sich selbst nie zu ernst nimmt.

    Bewertung: 3.5 von 5.
    Alle Kritiken der Fantasy Filmfest 2026
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  • AnyMart | Film – Kritik: Kundenservice kann tödlich sein

    AnyMart

    TitelAnyMart
    Genre Horror, Komödie
    Jahr2026
    FSKungeprüft
    RegieYusuke Iwasaki

    Fantasy Filmfest 2026

    Ihre Zufriedenheit ist unser Untergang

    Es ist kein Zufall, dass bereits George A. Romero in seinem Klassiker „Dawn of the Dead“ ein Einkaufszentrum zum Schauplatz einer Zombie-Apokalypse werden ließ. Schon damals diente es als scharfe Satire auf die Konsumgesellschaft. Und auch in der heutigen Zeit, in der der Spätkapitalismus herrscht und Arbeitskräfte immer austauschbarer werden, eignet es sich noch immer hervorragend als Kulisse für fiese Horrorgeschichten. Regisseur Yusuke Iwasaki („Zom 100: Bucket List of the Dead“) verziert sein Blutbad dabei mit einer Prise Drama und derbem Humor.

    AnyMart Film 2026
    AnyMart ©NOTHING NEW inc.

    Seine schwarze Komödie „Anymart“ wurde bei der Berlinale 2026 mit dem renommierten FIPRESCI-Preis ausgezeichnet und soll nun das Publikum des Fantasy Filmfests 2026 begeistern. Die Geschichte spielt in der fiktiven Supermarktkette „Anymart“, in der Sakai (Shota Sometani) monoton seiner Arbeit nachgeht und, genau wie seine Kollegen, zu aufgesetzter Freundlichkeit gezwungen wird. Das ändert sich, als die neue Kollegin Ogawa (Erika Karata) anfängt und das geordnete System zunehmend ins Chaos abdriftet.

    Immer freundlich. Immer lächeln. Immer leiden.

    In seiner kleinen Videobotschaft vor der Filmvorführung sagt Iwasaki, dass jeder für sich selbst entscheiden müsse, ob „Anymart“ ein Horrorfilm oder eine Komödie ist. Wenn man aber jemals auch nur in irgendeiner Art und Weise im Kundenservice gearbeitet hat, ist die Antwort eindeutig: Horror. Man kann sogar fast so weit gehen und behaupten, dass „Anymart“ einer der unheimlichsten Filme des diesjährigen Fantasy Filmfests ist. Nicht wegen Geistern oder Unmengen an Blut, sondern weil er sich in seiner Darstellung der Arbeitswelt einfach verdammt real anfühlt. Der eintönige Alltag, die aufgesetzte Höflichkeit gegenüber unverschämten Kunden oder auch die verdammt unsinnigen Regeln der Geschäftsführung. Diese Realität ist es, die Iwasakis Film so dermaßen unangenehm macht.

    AnyMart Film 2026
    AnyMart ©NOTHING NEW inc.

    Kleinigkeiten wie ein zu lange aufrechterhaltenes falsches Lächeln oder der Supermarkt-Jingle, der sich immer und immer wiederholt, werden zur Zerreißprobe für die Nerven. Die Anspannung steigt und steigt, bis hin zur unvermeidlich blutigen Eskalation. Und die bitterste Wahrheit von allen ist, wie schnell man sich selbst und seine Träume in einem undankbaren Servicejob verlieren kann, weil man aus Bequemlichkeit und der Hoffnung auf Besserung daran festhält. Iwasaki, dessen Vater selbst einen Supermarkt besitzt, weiß das nur zu gut, und das spürt man in der Authentizität des Films. Ab und an tanzt einem die Botschaft etwas zu sehr und zu offensichtlich auf der Nase herum, das macht sie aber kaum weniger effektiv. Nach diesem Film überlegt man sich zweimal, ob man am nächsten Tag nicht einfach seine Kündigung einreichen sollte.

    AnyMart Film 2026
    AnyMart ©NOTHING NEW inc.

    Fazit

    „Anymart“ ist eine bitterböse Mischung aus schwarzem Humor, Sozialkritik und blutigem Horror, die gerade durch ihre erschreckende Nähe zur Realität funktioniert. Yusuke Iwasaki verwandelt den eintönigen Arbeitsalltag in einen immer nervenaufreibenderen Albtraum und zeigt dabei mit viel Gespür, wie schnell Frust, Anpassung und Perspektivlosigkeit eskalieren können. Ein bissiger und unangenehm authentischer Horrortrip, nach dem man den eigenen Job vielleicht mit etwas anderen Augen betrachtet.

    Bewertung: 3.5 von 5.
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  • Species | Film – Kritik: Stress, Blut und körperlicher Verfall

    Species

    TitelSpecies
    Genre Horror
    Jahr2026
    FSKungeprüft
    RegieMarion Le Corroller

    Fantasy Filmfest 2026

    Wo beruflicher Ehrgeiz auf Body Horror trifft

    Coralie Fargeat hat 2024 mit ihrem Horrorhit „The Substance“ eine regelrechte Welle an Body-Horror-Filmen losgetreten, die man auch immer wieder im Programm des Fantasy Filmfests findet. „The Ugly Stepsister“ verwandelte eine Märchengeschichte in einen grotesken Film über Schönheitsdruck, „Saccharine“ ließ einen hungrigen Geist zur Metapher für ein verzerrtes Selbstbild werden und Regisseurin Marion Le Corroller widmet sich in ihrem Debüt „Species“ den unmenschlichen Leistungsanforderungen und dem extremen Druck im modernen Arbeitsleben. Ein Thema, das sich mehrmals beim diesjährigen Fantasy Filmfest finden lässt

    Species Film 2026
    Species ©Lighthouse Home Entertainment

    Der Film feierte seine Weltpremiere bei den Midnight Screenings der Filmfestspiele von Cannes und konnte bereits dort die Zuschauer mit seiner Mischung aus bissiger Satire und blutigem Body Horror von sich überzeugen. Die französisch–belgische Produktion handelt von der jungen Medizinpraktikantin Margot (Mara Taquin), die in der stressigsten Notaufnahme des Landes arbeitet. Als mehrere gleichaltrige Personen mit seltsamen Symptomen eintreffen, beginnt auch ihr Körper beunruhigende Veränderungen zu zeigen.

    Arbeiten bis zum körperlichen Verfall

    Vergleiche zu „The Substance“ lassen sich natürlich bei fast jedem Film dieser Art leicht herstellen, in diesem Fall sind sie aber durchaus berechtigt. Le Corroller versteckt ihre Inspirationsquellen nicht, im Gegenteil: Eine Szene wird zur direkten Hommage an Fargeats Meisterwerk. Auch Ähnlichkeiten zu Filmen wie „Heldin“ und vor allem „Raw“ lassen sich nicht verleugnen. Gleichzeitig macht die junge Regisseurin in ihrem Debüt aber erfolgreich ihr eigenes Ding, insbesondere was die kreative Kameraarbeit betrifft. Im Original trägt der Horrorfilm den Titel „Sanguine“, was so viel wie blutrot oder blutig bedeutet und deutlich schöner und passender klingt als „Species“. Le Corroller spielt intensiv mit der Farbe Rot, sei es in der Beleuchtung, dem Setdesign oder den blutigen Szenen, sodass diese beinahe zu einem eigenen Charakter wird.

    Species Film 2026
    Species ©Lighthouse Home Entertainment

    Ein Body-Horrorfilm wäre natürlich nichts ohne den Body Horror. Und der hat es in sich. Der kaum auszuhaltende Leistungsdruck der Arbeitswelt wird zum Monster der Geschichte, visuell umgesetzt als grotesker körperlicher Verfall der Protagonistin. Mara Taquin trägt diesen körperlichen und emotionalen Zusammenbruch mit einer intensiven und unglaublich starken Darbietung, die den zunehmenden Kontrollverlust ihrer Figur jederzeit spürbar macht. Hier dreht sich selbst hartgesottenen Horrorfans der Magen um. Untermalt wird das Ganze vom Score des Produzenten ROB, der sich passenderweise auch für den Soundtrack von Fargeats Erstling „Revenge“ verantwortlich zeigt. In „Species“ treibt die Musik das Chaos in der Notaufnahme zusätzlich an. Die schnellen Schnitte in Kombination mit dem pulsierenden Score treiben den Puls in die Höhe und lassen den Stress förmlich durch die Leinwand spüren.

    Species Film 2026
    Species ©Lighthouse Home Entertainment

    Fazit

    „Species“ ist ein kompromissloser Body-Horrorfilm, der den Leistungsdruck der modernen Arbeitswelt wortwörtlich unter die Haut gehen lässt. Auch wenn die Einflüsse von „The Substance“ und „Raw“ deutlich spürbar sind, findet Le Corroller in ihrem Debüt eine eigene visuelle Sprache und liefert einige wahrlich magenverdrehende Momente. Ein blutroter Albtraum über Stress, Überforderung und den Preis, den man für beruflichen Erfolg zu zahlen bereit ist.

    Bewertung: 3.5 von 5.
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