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Filme | Kritiken
  • Species | Film – Kritik: Stress, Blut und körperlicher Verfall

    Species

    TitelSpecies
    Genre Horror
    Jahr2026
    FSKungeprüft
    RegieMarion Le Corroller

    Fantasy Filmfest 2026

    Wo beruflicher Ehrgeiz auf Body Horror trifft

    Coralie Fargeat hat 2024 mit ihrem Horrorhit „The Substance“ eine regelrechte Welle an Body-Horror-Filmen losgetreten, die man auch immer wieder im Programm des Fantasy Filmfests findet. „The Ugly Stepsister“ verwandelte eine Märchengeschichte in einen grotesken Film über Schönheitsdruck, „Saccharine“ ließ einen hungrigen Geist zur Metapher für ein verzerrtes Selbstbild werden und Regisseurin Marion Le Corroller widmet sich in ihrem Debüt „Species“ den unmenschlichen Leistungsanforderungen und dem extremen Druck im modernen Arbeitsleben. Ein Thema, das sich mehrmals beim diesjährigen Fantasy Filmfest finden lässt

    Species Film 2026
    Species ©Lighthouse Home Entertainment

    Der Film feierte seine Weltpremiere bei den Midnight Screenings der Filmfestspiele von Cannes und konnte bereits dort die Zuschauer mit seiner Mischung aus bissiger Satire und blutigem Body Horror von sich überzeugen. Die französisch–belgische Produktion handelt von der jungen Medizinpraktikantin Margot (Mara Taquin), die in der stressigsten Notaufnahme des Landes arbeitet. Als mehrere gleichaltrige Personen mit seltsamen Symptomen eintreffen, beginnt auch ihr Körper beunruhigende Veränderungen zu zeigen.

    Arbeiten bis zum körperlichen Verfall

    Vergleiche zu „The Substance“ lassen sich natürlich bei fast jedem Film dieser Art leicht herstellen, in diesem Fall sind sie aber durchaus berechtigt. Le Corroller versteckt ihre Inspirationsquellen nicht, im Gegenteil: Eine Szene wird zur direkten Hommage an Fargeats Meisterwerk. Auch Ähnlichkeiten zu Filmen wie „Heldin“ und vor allem „Raw“ lassen sich nicht verleugnen. Gleichzeitig macht die junge Regisseurin in ihrem Debüt aber erfolgreich ihr eigenes Ding, insbesondere was die kreative Kameraarbeit betrifft. Im Original trägt der Horrorfilm den Titel „Sanguine“, was so viel wie blutrot oder blutig bedeutet und deutlich schöner und passender klingt als „Species“. Le Corroller spielt intensiv mit der Farbe Rot, sei es in der Beleuchtung, dem Setdesign oder den blutigen Szenen, sodass diese beinahe zu einem eigenen Charakter wird.

    Species Film 2026
    Species ©Lighthouse Home Entertainment

    Ein Body-Horrorfilm wäre natürlich nichts ohne den Body Horror. Und der hat es in sich. Der kaum auszuhaltende Leistungsdruck der Arbeitswelt wird zum Monster der Geschichte, visuell umgesetzt als grotesker körperlicher Verfall der Protagonistin. Mara Taquin trägt diesen körperlichen und emotionalen Zusammenbruch mit einer intensiven und unglaublich starken Darbietung, die den zunehmenden Kontrollverlust ihrer Figur jederzeit spürbar macht. Hier dreht sich selbst hartgesottenen Horrorfans der Magen um. Untermalt wird das Ganze vom Score des Produzenten ROB, der sich passenderweise auch für den Soundtrack von Fargeats Erstling „Revenge“ verantwortlich zeigt. In „Species“ treibt die Musik das Chaos in der Notaufnahme zusätzlich an. Die schnellen Schnitte in Kombination mit dem pulsierenden Score treiben den Puls in die Höhe und lassen den Stress förmlich durch die Leinwand spüren.

    Species Film 2026
    Species ©Lighthouse Home Entertainment

    Fazit

    „Species“ ist ein kompromissloser Body-Horrorfilm, der den Leistungsdruck der modernen Arbeitswelt wortwörtlich unter die Haut gehen lässt. Auch wenn die Einflüsse von „The Substance“ und „Raw“ deutlich spürbar sind, findet Le Corroller in ihrem Debüt eine eigene visuelle Sprache und liefert einige wahrlich magenverdrehende Momente. Ein blutroter Albtraum über Stress, Überforderung und den Preis, den man für beruflichen Erfolg zu zahlen bereit ist.

    Bewertung: 3.5 von 5.
  • Hokum | Film – Kritik: Ein Albtraum aus irischer Folklore

    Hokum

    TitelHokum
    Genre Horror, Thriller
    Jahr2026
    FSKungeprüft
    RegieDamian McCarthy

    Fantasy Filmfest 2026

    In diesem Hotel lauert das Grauen in jeder Ecke

    Innerhalb des letzten Jahrzehnts hatte Horror ein regelrechtes Glow-Up und beherrscht nicht nur die Kinocharts, sondern wird auch von zahlreichen Kritikern gefeiert. Namen wie Jordan Peele, Zach Cregger oder Osgood Perkins haben dem Genre zu neuem Glanz verholfen und die nächste Generation steht mit Kane Parsons und Curry Barker bereits in den Startlöchern. Doch ein Name geht dabei oft ein wenig unter: Damian McCarthy. Unter eingefleischten Horrorfans ist der Regisseur zwar durchaus bekannt und begeistert mit seinen atmosphärischen und in irischer Folklore verwurzelten Filmen wie „Caveat“ und „Oddity“, der große Mainstream-Erfolg blieb damit allerdings aus. Bis jetzt.

    Hokum Film 2026
    Hokum ©DCM

    Sein neuester Streich „Hokum“ hat weltweit nämlich bereits 25 Millionen Dollar eingespielt. In Deutschland ist ein Kinostart für den 31. Dezember geplant, Besucher des Fantasy Filmfests 2026 können den Horrorfilm aber bereits vorher auf der großen Leinwand sehen. Adam Scott spielt darin den Autoren Ohm Bauman, der sich ein Zimmer in einem kleinen Ort in Irland mietet, um dort seine Schreibblockade zu lösen. Dort lernt er die junge Mitarbeiterin Fiona (Florence Ordesh) kennen, die kurz darauf auf mysteriöse Weise verschwindet. Ohm wird neugierig und schleicht sich in die verbotene Flitterwochen-Suite, in der unerklärliche Dinge vor sich gehen.

    Der Albtraum steckt im Detail

    McCarthy ist dafür bekannt, dass er seine visuellen Ideen bereits Jahre vor der eigentlichen Filmproduktion skizziert. Diese unglaubliche Leidenschaft für sein Werk spürt man in jeder Einstellung von „Hokum“. Jedes Detail wirkt liebevoll durchdacht. Die handgeschnitzten, unheimlichen Requisiten und Figuren, die albtraumhafte eselshauptige Gestalt Jack: das alles und noch mehr hauchen dem Film erst so richtig Leben ein und tragen immens zu einer dichten Atmosphäre bei, die einen beinahe verschlingt. Dazu kommt die intensive Kameraarbeit, die die Bedrohung durch die Dunkelheit wirkungsvoll einfängt. Jeder Winkel des klaustrophobischen Gebäudes wird zum nächsten potenziellen Albtraum, jedes Flackern lässt den Körper zusammenzucken. Nicht zufällig erinnert der Schauplatz, ein Hotel im Nirgendwo Irlands, an das Overlook aus „The Shining“. Auch hier wird das Gebäude zu einem eigenen Charakter, dem McCarthy allerdings seinen ganz persönlichen Stempel aufdrückt.

    Hokum Film 2026
    Hokum ©DCM

    Die quälende Anspannung steigt ins Unermessliche und entlädt sich immer wieder in clever gesetzten Jumpscares, die zu den besten gehören, die das Horrorjahr bisher zu bieten hatte. McCarthy versteht sein Handwerk und weiß, wie man Angst auf simple, aber effektive Weise schürt. Sein Stil wirkt klassisch und vertraut, besitzt aber dennoch eine ganz eigene Note. Genau das macht seine Filme so besonders: Alle drei spielen an unterschiedlichen Orten und folgen unterschiedlichen Figuren, fühlen sich aber dennoch miteinander verbunden an und tragen eine unverwechselbare Handschrift. Thematisch beschäftigt sich „Hokum“ mit Schuld und Trauer, im Genre sicherlich nichts Ungewöhnliches. McCarthy verwebt diese Motive jedoch mit einem fesselnden Mysterium und gut geschriebenen Figuren. Adam Scotts Ohm ist für einen Hauptcharakter in einem Horrorfilm außergewöhnlich zynisch, beinahe unsympathisch, gleichzeitig aber auch einnehmend und charmant. Trotz seiner Art fiebert man mit ihm mit. Und das liegt neben Scotts solider Leistung vor allem am starken Drehbuch.

    Hokum Film 2026
    Hokum ©DCM

    Fazit

    „Hokum“ ist atmosphärischer, klassischer Horror, der mit handgemachten Details, einer beklemmenden Inszenierung und einigen herausragenden Jumpscares überzeugt. McCarthy verbindet Schuld und Trauer mit einem fesselnden Mysterium und beweist dabei erneut seine unverwechselbare Handschrift. Ein intensiver Albtraum, der noch lange nach dem Abspann nachhallt.

    Bewertung: 4 von 5.
    ,
  • Buddy | Film – Kritik: Wenn aus kindlicher Unschuld blutiger Horror wird

    Buddy

    TitelBuddy
    Genre Horror, Komödie
    Jahr2026
    FSKungeprüft
    RegieCasper Kelly

    Fantasy Filmfest 2026

    Kinderfernsehen war noch nie so blutig

    Auch wenn das Poohniverse einen wackeligen Start hatte, zeigt das Franchise dennoch, wie viel Potenzial darin steckt, Figuren aus Kindermedien als Bösewichte neu zu interpretieren. Zahlreiche Kinderfilme haben ohnehin eine unterschwellig düstere Atmosphäre, da macht es nur Sinn, dies in Horrorfilmen auf die Spitze zu treiben. Casper Kelly, der bereits seit den 90ern im Filmgeschäft tätig ist und zuletzt bei einem Segment von „V/H/S: Halloween“, dem aktuellsten Teil der Reihe, Regie führte, nimmt sich in „Buddy“ zwar keine echten Figuren aus Kinderfilmen vor, ließ sich bei der Gestaltung aber eindeutig von „Barney & Friends“ inspirieren.

    Buddy Film 2026
    Buddy ©Worry Well Productions

    In Amerika hatte er damit bereits Erfolg und spielte bei einem Budget von 3 Millionen Dollar über 17 Millionen Dollar ein, weltweit sogar 24 Millionen Dollar. Das liegt vermutlich auch am cleveren Marketing. Berichte über wütende Eltern, die dachten, sie würden mit ihren Kindern einen familienfreundlichen Film sehen, machten Schlagzeilen und schürten die Neugier vieler. Dem Publikum des Fantasy Filmfests 2026 wird bewusst sein, was es erwartet, und zwar jede Menge blutiger Spaß. Im Film werden Kinder in ein zunächst unschuldig erscheinendes TV-Format gezogen, in dessen Mittelpunkt das Einhorn Buddy steht. Die Außenwelt vergisst auf magische Weise die verschwundenen Kinder, doch die junge Mutter Grace (Cristin Milioti) beginnt, sich zu erinnern und Nachforschungen anzustellen.

    Hinter dem Kinderlachen lauern echte Monster

    Die ersten zehn Minuten von „Buddy“ machen die zahlreichen Schlagzeilen rund um die Beschwerden der Eltern nur noch witziger, denn tatsächlich könnte man meinen, man würde eine Kindersendung anschauen. So authentisch bringen der titelgebende Buddy und die Kinderdarsteller dieses Gefühl rüber. Erst nach und nach kippt die Atmosphäre ins Düstere. Die Vorstellung, als nichtsahnendes Elternteil mit seinem Kind im Kino zu sitzen und erst dann zu realisieren, dass man einen Horrorfilm schaut, ist zum Schreien komisch. Wie auch der Film selbst. Das Drehbuch hat so viel Witz, die Charaktere sind liebenswert und charmant. Und was noch viel besser ist: Regisseur Casper Kelly versteht es, Metaphern einzubauen, ohne seinem Film dabei Tempo und Unterhaltungswert zu nehmen. Klar, „Buddy“ funktioniert als reiner B-Horror-Spaß, aber gleichzeitig kann man auch so viel mehr in die Thematik hineininterpretieren. Und gerade das macht „Buddy“ so grandios. Die Kinder sind anfangs voller Naivität, glücklich, bevor Buddys schreckliche Taten diese heile Welt zerstören.

    Buddy Film 2026
    Buddy ©Worry Well Productions

    Der Film wird zur Allegorie auf den Verlust der kindlichen Unschuld, das Erwachsenwerden und die Konfrontation mit der harten Realität. Unterstrichen wird dies nicht nur mit jeder Menge Kunstblut und Gewalt, sondern auch durch die visuellen Referenzen zum Klassiker „Der Zauberer von Oz“. Auch Graces Leiden in der Realität wird stellvertretend zur Metapher für den Verlust eines Kindes, die damit verbundene Hilflosigkeit und die Angst, dieses mit der Zeit zu vergessen. Doch am düstersten ist das Format der Kindersendung selbst. Es gibt so viele Kinderstars, die später über ihre schrecklichen Erfahrungen an Film- und Fernsehsets berichteten, von psychischem und sexuellem Missbrauch. Buddy wird damit zur Manifestation echter Monster, die Kinder manipulieren und deren Leben zerstören. Und trotz dieser düsteren Thematik verliert Kelly nie den Spaß aus den Augen. Der einzige Makel: Cristin Miliotis Talent wird nicht voll ausgeschöpft. Vor allem die Dynamik zwischen ihrem Charakter Grace und ihrer Filmtochter Freddy wird zu wenig etabliert, um in den entscheidenden Momenten wirklich mitfühlen zu können.

    Buddy Film 2026
    Buddy ©Worry Well Productions

    Fazit

    „Buddy“ ist ein herrlich schwarzhumoriger B-Horror-Spaß, der unter seiner bunten Oberfläche überraschend viel zu erzählen hat. Casper Kelly verbindet blutigen Horror, kindliche Naivität und düstere Metaphern zu einem Film, der gleichermaßen unterhält und zum Nachdenken anregt. Und spätestens nach dem Abspann wird man den Titelsong garantiert nicht mehr aus dem Kopf bekommen.

    Bewertung: 4 von 5.
    ,
  • Leviticus | Film – Kritik: Zwischen queerer Liebe und religiöser Angst

    Leviticus

    TitelLeviticus
    Genre Horror
    Jahr2026
    FSKungeprüft
    RegieAdrian Chiarella

    Fantasy Filmfest 2026

    Queere Identität trifft auf religiösen Horror

    Horror ist seit jeher durch und durch queer. Geschichten über Außenseiter, von der Gesellschaft an den Rand gedrängte Teenager, die von dunklen Gestalten verfolgt werden, aber auch die Antagonisten selbst, die oft missverstanden und verstoßen werden: Genau darin erkennt sich die queere Community bis zu einem gewissen Punkt selbst wieder. Die Realität kann für queere Personen oft grausam und einsam sein, und das Aufwachsen in einem feindseligen Umfeld traumatisch. Doch Horror zeigt immer wieder, dass man genau darüber triumphieren kann. Und genau darin finden so viele Menschen Zuflucht und Komfort.

    Leviticus Film 2026
    Leviticus ©Neon

    Wurden queere Themen in Horrorfilmen früher noch oft subtil in die Handlung eingeflochten und über sogenanntes Queer-Coding vermittelt, werden sie im Genre mittlerweile deutlich offener behandelt. Mainstream-Horror wie „Whistle“ rückt ein lesbisches Paar in den Mittelpunkt, aber auch Arthouse-Horror wie „I Saw the TV Glow“ oder „Teenage Death and Sex at Camp Miasma“ thematisieren sexuelle Identität und Isolation. Und auch das Fantasy Filmfest 2026 hat sich mit „Leviticus“ einen gehypten Genre-Beitrag gesichert. In Adrian Chiarellas Spielfilmdebüt wird eine dämonische Präsenz zur Gefahr für ein schwules Paar (Joe Bird und Stacy Clausen).

    Liebe gegen die Dämonen der Scham

    „They Follow“, das kommende Sequel zu „It Follows“, kann direkt wieder gecancelt werden. Wir haben mit „Leviticus“ bereits die passende Fortsetzung bekommen. Aber mal Spaß beiseite: Chiarella hat sich tatsächlich so einiges beim modernen Horrorklassiker von David Robert Mitchell abgeschaut. Zumindest, was den Horroraspekt angeht. Das spürt man bereits in der Eröffnungsszene, und dieses Gefühl zieht sich konsequent durch den gesamten Film, bis hin zu den vagen Motiven der dämonischen Präsenz. Auch wenn Mitchell seine Gruselmomente damals zugegeben ein wenig effektiver und mit mehr Wucht eingesetzt hat. Chiarella bleibt dagegen auf lange Strecken deutlich subtiler. Statt den Horror in den Vordergrund zu rücken, nutzt er ihn vor allem als Metapher für die Einsamkeit und Scham, die das Aufwachsen als queere Person in einem religiösen Umfeld mit sich bringen kann. Ein simpler Schreckmoment wird stellvertretend für die verbotene Begierde nach dem gleichen Geschlecht.

    Leviticus Film 2026
    Leviticus ©Neon

    Auf emotionaler Ebene funktioniert das wunderbar, vor allem dank der zwei starken Hauptdarsteller Joe Bird und Stacy Clausen, die eine unbestreitbare Chemie miteinander haben und deren Anziehungskraft förmlich durch die Leinwand hindurch greifbar wird. Etwas schade ist allerdings, dass Chiarella beim Storytelling ins Ungleichgewicht gerät. Schnell wird deutlich, dass vor allem Naim stark auf den persönlichen Erfahrungen des Regisseurs basiert, wodurch er deutlich mehr Raum bekommt und als komplexere, moralisch vielschichtigere Figur gezeichnet wird. Ryans Gefühlswelt bleibt dagegen häufig auf Distanz und wird eher von außen betrachtet. Eine ausgeglichenere Dynamik zwischen den beiden Figuren hätte der Geschichte noch mehr Gewicht verleihen können. Nichtsdestotrotz findet Chiarella zu einer klaren Botschaft und führt seine Geschichte zu einem berührenden Höhepunkt. Und selbst wenn das Drehbuch gelegentlich ins Straucheln gerät, wird das durch die intensive Bildsprache und die eindrucksvollen Darbietungen mehr als aufgefangen.

    Leviticus Film 2026
    Leviticus ©Neon

    Fazit

    Trotz seiner kleinen Schwächen ist „Leviticus“ ein bemerkenswert persönliches Horror-Debüt geworden. Adrian Chiarella verbindet queere Themen, religiöse Unterdrückung und klassischen Dämonen-Horror zu einer Geschichte, die vor allem dann funktioniert, wenn sie ihren Horror subtil einsetzt und den emotionalen Konflikten ihrer Figuren Raum lässt. Joe Bird und Stacy Clausen tragen das Ganze mit viel emotionaler Glaubwürdigkeit und machen die Beziehung ihrer Figuren zum eigentlichen Herzstück des Films.

    Bewertung: 3.5 von 5.
  • Reversion | Film – Kritik: Schnitt für Schnitt zur Wahrheit

    Reversion

    TitelReversion
    Genre Thriller
    Jahr2025
    FSK16
    RegieJacob Santana

    Heimkinostart: 25.09.2026

    Wenn die eigene Familie zum Rätsel wird

    Neben seiner reichen Kultur, sonnigen Stränden und weltberühmten Küche ist Spanien vor allem für eines bekannt: seine spannenden Thriller mit überraschenden Wendungen. Filme, die den Puls in die Höhe steigen lassen und bei denen man nach jedem neuen Twist mit offenem Mund vor dem Bildschirm sitzt. Vor allem auf Streaming-Anbietern sind diese Filme regelmäßig der Renner, wie beispielsweise „Der unsichtbare Gast“. Nur ein Land macht Spanien dabei Konkurrenz: Südkorea. Auch hier lassen sich immer wieder Filme finden, die es schaffen, das Publikum zu schocken.

    Reversion Film 2025
    Reversion ©Lighthouse Home Entertainment

    So sehr, dass sich selbst Spanien etwas abguckt und den südkoreanischen Thriller „Forgotten“, der 2017 auf Netflix in 190 Ländern zum Hit wurde, unter dem Titel „Reversion – Traue niemandem“ neu auflegt und unter anderem mit Belén Rueda prominent besetzt. Der Thriller handelt von dem 27-jährigen Mario (Jaime Lorente), der mit seiner Familie in ein neues Haus zieht. Eines Nachts beobachtet er, wie sein Bruder David (Manuel Vega) von zwielichtigen Männern in einem Van entführt wird. Neunzehn Tage später taucht David ohne Erinnerungen wieder auf und verhält sich immer merkwürdiger. David stellt Nachforschungen an und kommt so dunklen Familiengeheimnissen immer näher

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    Ein Katz-und-Maus-Spiel mit der eigenen Erinnerung

    Auch wenn sie keine Hauptrolle spielt, ist es doch die spanische Schauspielikone Belén Rueda, die Neugierde auf den Film „Reversion“ weckt. Die Schauspielerin ist bekannt für wendungsreiche Thriller wie „The Body“ oder emotionalen Horror wie „Das Waisenhaus“, der insbesondere mit seinem Twist unter die Haut geht. Auch „Reversion“ hält einige Überraschungen parat. Jedenfalls, wenn man das koreanische Original „Forgotten“ nicht gesehen hat. Oder, passend zur Handlung des Films, nicht mehr in Erinnerung hat. Der Aufbau ist auch im Remake durchaus gelungen und baut das Mysterium langsam und atmosphärisch auf. Zusammen mit dem Hauptcharakter hinterfragt man das Verhalten der Familie, allen voran das des verschwundenen Bruders, und rätselt gespannt mit.

    Reversion Film 2025
    Reversion ©Lighthouse Home Entertainment

    Den besonderen Reiz des Films macht die Paranoia des Hauptcharakters aus, die Ungewissheit, ob die Erlebnisse real oder eingebildet sind. Die letztendliche Auflösung ist interessant umgesetzt und passt perfekt in das Schema vieler spanischer Thriller. Aber hier endet „Reversion“ nicht. In der zweiten Hälfte wechselt er die Perspektive und taucht immer tiefer in die Geschehnisse rund um die Auflösung ein. Und hier ist es, wo der Film mit jeder weiteren Enthüllung leider ein wenig ins Abstruse abdriftet und immer mehr von seiner Glaubwürdigkeit verliert. Manchmal ist ein Twist weniger vielleicht doch mehr. Hauptdarsteller Jaime Lorente trägt „Reversion“ mit seiner Performance allerdings mit Leichtigkeit über kleine Schwächen hinweg.

    Reversion Film 2025
    Reversion ©Lighthouse Home Entertainment

    Fazit

    „Reversion – Traue niemandem“ ist ein atmosphärischer Thriller, der vor allem mit seinem gelungenen Aufbau und der paranoiden Grundstimmung zu überzeugen weiß. Während die erste Hälfte das Mysterium spannend entfaltet, verliert der Film durch seine zunehmenden Wendungen leider immer mehr an Glaubwürdigkeit. Wer das koreanische Original nicht kennt, dürfte dennoch einige Überraschungen erleben.

    Bewertung: 3 von 5.
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  • We Die Tonight | Film – Kritik: Blutige FSK-18-Action aus Schweden

    We Die Tonight

    TitelWe Die Tonight
    Genre Thriller, Action
    Jahr2025
    FSK18
    RegieRichard Holm

    Heimkinostart: 24.09.2026

    Schweden kann auch blutig

    Wenn man an Horrorfilme denkt, ist Schweden nicht unbedingt das erste Land, das einem in den Sinn kommt. Dabei lassen sich hier echte Perlen finden: der düstere Vampir-Horror „Let The Right One In“, der moderne Arthaus-Schocker und die Co-Produktion mit den USA „Midsommar“ oder auch absolute Klassiker wie „Häxan“ oder Ingmar Bergmans „Die Stunde des Wolfs“. Alles Filme, die mehr auf Atmosphäre statt auf massenhaft Blut setzen. Regisseur Richard Holm („Der Abgrund“) bringt deshalb mit „We Die Tonight“ etwas mehr Brutalität nach Schweden.

    We Die Tonight Film 2025
    We Die Tonight ©Busch Media Group

    Der Schwede ist in seinem Heimatland bisher vor allem für seine Regie zahlreicher „Johan Falk“-Filme bekannt, die in Deutschland unter dem Titel „GSI – Spezialeinheit Göteborg“ liefen. Das Crime-Element bringt er auch in „We Die Tonight“ mit ein. In dem Film taumelt ein verletztes Pärchen in einen Supermarkt, das von einer Gangsterbande verfolgt wird. Die wenigen Mitarbeiter und Gäste verschließen die Eingänge und werden von allen Seiten umzingelt. Als die Nacht voranschreitet, müssen sie sich entscheiden: Liefern sie das Paar aus oder setzen sie sich zur Wehr?

    Filmpodcast

    Wenn der Einkauf zum Überlebenskampf wird

    Schweden beweist mit „We Die Tonight“, dass es durchaus auch ein Händchen für harte Kost hat. Zwar erfindet Regisseur Richard Holm das Rad nicht neu und die Inspiration durch Klassiker wie „Der Nebel“ oder John Carpenters „Assault“ ist deutlich erkennbar, doch die Umsetzung ist rundum solide. Wenn auch nicht perfekt. Gerade der Handlungsort, ein beinahe verlassener Supermarkt, hätte deutlich umfangreicher genutzt werden können, statt sich einfach nur zu einem großen Teil auf die Eingänge zu konzentrieren. Erst gegen Ende weitet sich der Spielraum ein wenig aus, bleibt aber dennoch etwas hinter seinem Potenzial.

    We Die Tonight Film 2025
    We Die Tonight ©Busch Media Group

    Was an „We Die Tonight“ interessant ist, aber gleichzeitig für gemischte Gefühle sorgt, sind die Charaktere. Die sind einerseits die typischen wandelnden Klischees, andererseits haben wir auch Charaktere wie Francki, der die Hauptfigur Ellie praktisch seit zwei Jahren stalkt und so weit geht, einen Job im Supermarkt anzunehmen, um ihr nahe zu sein, sich aber dennoch fast schon zum Helden der Geschichte entwickelt. Dadurch entsteht eine bizarre Dynamik zwischen den beiden, die berechtigterweise nicht jedem gefallen wird, aber immerhin von dem Gewohnten abweicht. Die FSK 18 verdient „We Die Tonight“ nur bedingt. Es gibt durchaus Gewaltspitzen und eine gewisse Härte zieht sich durch den Film, eine FSK 16 hätte es aber sicher auch getan.

    We Die Tonight Film 2025
    We Die Tonight ©Busch Media Group

    Fazit

    „We Die Tonight“ ist ein solider und angenehm harter Thriller, der zwar kaum neue Wege beschreitet, seine bekannten Zutaten aber ordentlich miteinander verbindet. Vor allem die ungewöhnliche Dynamik zwischen Ellie und Francki sorgt für interessante Momente. Gleichzeitig verschenkt der Film etwas Potenzial bei seinem eigentlich spannenden Schauplatz und bleibt erzählerisch hinter seinen Vorbildern zurück. Kein neuer Klassiker des schwedischen Horrorkinos, aber durchaus unterhaltsame Genre-Kost.

    Bewertung: 3 von 5.
    We Die Tonight Film 2025 Amazon Prime Video

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