Paris Murder Mystery
| Titel | Paris Murder Mystery |
| Genre | Krimi |
| Jahr | 2025 |
| FSK | 12 |
| Regie | Rebecca Zlotowski |
Heimkinostart: 23.07.2026
Mord ist ihre Therapie
Eine regnerische Nachmittag, eine Tasse Tee und ein guter Krimi – was für eine wunderbare Vorstellung. Das Problem dabei? Moderne Krimifilme sind rar geworden. Früher flimmerten Reihen wie „Mord ist ihr Hobby“ oder die zahlreichen Agatha-Christie-Verfilmungen regelmäßig über die Bildschirme. Heute gibt es abseits neuer Christie-Adaptionen oder des „Knives Out“-Franchises kaum noch vergleichbare Filme. Selbst „Glennkill: Ein Schafskrimi“ konnte zwar Kritiker überzeugen, blieb an den Kinokassen jedoch hinter den Erwartungen zurück. Stattdessen dominieren düstere Thriller und Horrorfilme das Genreangebot, wie aktuelle Erfolge à la „Backrooms“ oder „Obsession“ eindrucksvoll zeigen.

Dabei haben gute Krimis einen ganz eigenen Charme. Sie wirken vertraut und nostalgisch, bieten gleichzeitig Spannung und laden dazu ein, selbst mitzurätseln. Die etablierte Regisseurin Rebecca Zlotowski möchte dieses Genre nun wieder stärker in den Fokus rücken und konnte für „Paris Murder Mystery“ Jodie Foster gewinnen, die erstmals seit rund 20 Jahren wieder in einem französischen Spielfilm zu sehen ist. Sie spielt die Psychiaterin Lilian, deren Patientin Paula (Virginie Efira) sich plötzlich das Leben nimmt. Von Schuldgefühlen getrieben beginnt Lilian, die Umstände des Todes zu hinterfragen, und geht der Frage nach, ob hinter dem vermeintlichen Suizid nicht doch ein Mord steckt.

Mehr Charakterstudie als Krimi
Was für ein Glück, dass Jodie Foster die Filmwelt bis heute bereichert. Die 63-Jährige besitzt eine Ausstrahlung und Präsenz, der man sich kaum entziehen kann. In „Paris Murder Mystery“ verleiht sie ihrer Figur Lilian allein durch ihr Spiel eine beeindruckende Tiefe. Entsprechend funktioniert auch das Drehbuch immer dann am besten, wenn es sich auf den inneren Konflikt der Psychiaterin konzentriert: ihren Umgang mit Schuld, Emotionen und alten Traumata. Der titelgebende Mordfall ist dabei letztlich eher Mittel zum Zweck. Er dient dazu, Lilian als fehlerhaften, vielschichtigen Menschen zu zeichnen und sie auf eine Reise zu schicken, auf der sie sich ihren eigenen Beziehungen und ungelösten Konflikten stellen muss. Das ist ein spannender Ansatz, der sich wie ein roter Faden durch den Film zieht, jedoch immer wieder vom eigentlichen Krimiplot ausgebremst wird.

Denn „Paris Murder Mystery“ will eben gleichzeitig auch ein klassisches Mordrätsel sein. Und genau hier gerät Regisseurin und Drehbuchautorin Rebecca Zlotowski ins Straucheln. Der Film scheint sich nie ganz entscheiden zu können, was er eigentlich sein möchte. Als Krimi fehlt es ihm an echter Spannung, und auch die Auflösung fällt überraschend unspektakulär aus, auch wenn sie im Hinblick auf Lilians Entwicklung durchaus Sinn ergibt. Als Komödie ist er nicht witzig genug, und als Satire mangelt es an Biss. Als wäre das nicht schon genug, bringt Zlotowski später auch noch frühere Leben ins Spiel und lässt den Film endgültig in ein tonales Durcheinander abdriften. Unterhaltsam bleibt „Paris Murder Mystery“ zwar trotzdem, doch er wirkt spürbar überladen. Weniger Genre-Spielereien und mehr Vertrauen in die starke Charakterstudie und Jodie Fosters herausragende Performance hätten dem Film deutlich besser getan.

Fazit
„Paris Murder Mystery“ überzeugt vor allem als feinfühlige Charakterstudie und lebt von der großartigen Präsenz Jodie Fosters. Der eigentliche Kriminalfall bleibt dagegen überraschend blass und die Mischung aus Krimi, Komödie und Satire findet nie ganz ihre Balance. Trotzdem ist Rebecca Zlotowski ein sehenswerter Film gelungen, der seine größte Stärke in seiner Hauptfigur findet.





































