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Filme | Kritiken
  • Animals (2026) | Netflix Film – Kritik: Wenn Wahlkampf zur Geiselnahme wird 

    Animals

    TitelAnimals
    Genre Thriller
    Jahr2026
    FSK16
    RegieBen Affleck

    Starttermin: 09.10.2026 | Netflix

    Netflix lässt in „Animals“ die politischen Masken fallen

    Wahlkampf ist ein gigantisches Theaterstück. Es gibt aufwändig gestaltete Kulissen, sorgfältig einstudierte Choreografien und eine Beleuchtung, die selbst das Gewöhnlichste noch ein wenig schöner aussehen lässt. Wer im Publikum sitzt, sieht engagierte Menschen, große Versprechen und eine Zukunft, die unbedingt besser werden soll. Hinter der Bühne stehen derweil die Stative, verlaufen Kabel über den Boden und halten ein paar unscheinbare Holzstreben die ganze schöne Pappwelt zusammen. Entscheidend ist schließlich, dass niemand von der falschen Seite darauf schaut. Es ist eine Frage des Geldes, der Inszenierung und eines guten Drehbuchs. Was hinter den Kulissen geschieht, interessiert die Öffentlichkeit meistens erst, wenn jemand versehentlich den Vorhang aufzieht. Genau dort setzt Ben Afflecks Netflix–Thriller „Animals“ an. Hinter der sorgfältig gepflegten Fassade eines aufstrebenden Bürgermeisterkandidaten verbirgt sich eine Familiengeschichte, die mit dem politischen Schauspiel längst mehr gemein hat, als ihren Beteiligten lieb sein dürfte. Als plötzlich ein Kind entführt wird, steht allerdings weit mehr auf dem Spiel als die nächste Wahl. Und ausgerechnet ein Mann, der sich seinen guten Ruf mit moralischen Überzeugungen erarbeitet hat, muss entscheiden, wie viel diese noch wert sind, wenn es wirklich darauf ankommt.

    Animals Netflix Film 2026
    Animals ©Netflix

    Mark Kimball (Ben Affleck) kandidiert für das Bürgermeisteramt von Los Angeles. Ein charismatischer, engagierter Mann mit durchaus ehrlichen Ambitionen, der seine Stadt verändern möchte und sich selbst dann noch schwer mit den üblichen Wahlkampfspielchen tut, wenn sie ihm zum Sieg verhelfen könnten. In den Umfragen fehlen ihm vor allem Stimmen aus der lateinamerikanischen Community. Sein Wahlkampfmanager Sam (Steven Yeun) drängt deshalb auf zusätzliche Investitionen, für die Mark inzwischen sogar sein Familienvermögen aufs Spiel setzt. Ausgerechnet privat läuft es allerdings längst weniger vorbildlich. Seine Ehe mit Abigail (Kerry Washington) existiert vor allem noch für die Öffentlichkeit, während hinter verschlossenen Türen wenig von jener Zuneigung geblieben ist, die beide auf gemeinsamen Auftritten demonstrieren. Wie nebensächlich diese Probleme plötzlich werden, zeigt sich an Halloween. Als ihr Sohn Denny (Christopher Woodley) gemeinsam mit der Haushälterin Cecilia (Adriana Paz) und deren Sohn von Haus zu Haus zieht, erreicht Mark ein Anruf: Sein Kind wurde entführt. Sieben Millionen Dollar fordern die Täter, sonst wird Denny sterben. Dumm nur, dass Mark sein Geld bereits in den Wahlkampf gesteckt hat. Also muss er auf andere Möglichkeiten zurückgreifen. Sein Wahlkampfmanager bringt die zwielichtige Dayle Burton (Gillian Anderson) ins Spiel, eine Frau, die Probleme gegen entsprechende Bezahlung beseitigt und dabei auf gesellschaftliche Konventionen herzlich wenig Rücksicht nimmt. Plötzlich wird aus dem Saubermann ein verzweifelter Vater, für den selbst die schmutzigsten Mittel infrage kommen.

    Filmpodcast Netflix

    Wenn die Spannung schneller verschwindet als das Lösegeld

    Bevor es um Netflix‘ „Animals“ selbst geht, lohnt sich allerdings ein Blick auf seine ungewöhnliche Produktionsgeschichte. Affleck hatte den Thriller bereits vor einigen Jahren in Vorbereitung, Matt Damon sollte ursprünglich die Hauptrolle übernehmen. Kurz vor Drehbeginn erfuhr der Regisseur dann von Spike Lees „Highest 2 Lowest“ mit Denzel Washington, der nicht nur eine auffällig ähnliche Ausgangssituation, sondern auch denselben entscheidenden Handlungstwist bereithält. Affleck legte das Projekt zunächst auf Eis, ehe er es später wieder aufgriff und schließlich selbst die Hauptrolle übernahm. Seiner Darstellung zufolge entstanden beide Drehbücher unabhängig voneinander. Wer Lees Film gesehen hat, dürfte bei „Animals“ trotzdem ein ausgesprochen hartnäckiges Déjà-vu erleben. Dass die Geschichte bereits in Akira Kurosawas Klassiker „High and Low“ von 1963 ihren Ursprung hat, macht die Sache nicht gerade origineller. Letztlich spielt es aber kaum eine Rolle, welche der vorherigen Varianten bekannt ist. Denn was Affleck hier inszeniert, bewegt sich ohnehin durch das erstaunlich überschaubare Einmaleins des Entführungsthrillers. Dabei hat ausgerechnet dieser Regisseur mit „Gone Baby Gone“, „The Town“ und „Argo“ längst bewiesen, wie viel Spannung, menschliche Ambivalenz und erzählerische Wucht sich aus vergleichbaren Stoffen gewinnen lassen. Umso erstaunlicher ist es, wie lieblos und belanglos sein jüngstes Werk dagegen ausfällt. Man muss Afflecks bisherige Regiearbeiten nicht einmal besonders verehren, um von „Animals“ deutlich mehr zu erwarten.

    Animals Netflix Film 2026
    Animals ©Netflix

    Dabei beginnt die Geschichte durchaus solide. Affleck nimmt sich Zeit, seinen Protagonisten als beinahe unangenehm sympathischen Musterschüler politischer Integrität aufzubauen. Mark ist aufrichtig, verständnisvoll, engagiert und sieht dabei auch noch so aus, als würde er nach jeder Wahlkampfveranstaltung persönlich die Stühle zusammenklappen. Das hat durchaus Charme, wirkt allerdings schon früh derart glatt poliert, dass kaum etwas Menschliches darunter hervorschaut. Als die Situation schließlich eskaliert, gelingt Affleck immerhin eine bemerkenswert intensive Plansequenz, die den Kontrollverlust der Familie unmittelbar erfahrbar macht. Für einige Minuten entsteht tatsächlich jene Anspannung, die ein Entführungsthriller dringend benötigt. Doch dann kommt nach nicht einmal einer Dreiviertelstunde die entscheidende Wendung und mit ihr beginnt das große emotionale Desinteresse. Plötzlich sollen Menschen im Mittelpunkt stehen, über die zuvor kaum etwas erzählt wurde. Figuren werden wichtig, weil das Drehbuch ihre Bedeutung verlangt, nicht weil der Film eine Beziehung zu ihnen aufgebaut hätte. Gerade bei einer Geschichte, deren moralische Konflikte eigentlich davon leben müssten, dass fremdes Leid plötzlich zur persönlichen Angelegenheit wird, ist das ein gewaltiges Problem. Die gesellschaftlichen Fragen nach Wohlstand, Herkunft, politischer Verantwortung und menschlicher Solidarität werden zwar angesprochen, entwickeln aber kaum eine eigene Schärfe. Stattdessen verliert sich „Animals“ in vorhersehbaren Entscheidungen, angestrengten Ehekonflikten und einer Handlung, die mit zunehmender Laufzeit immer beliebiger wird. Handwerklich ist das ordentlich, visuell weitgehend unspektakulär und schauspielerisch trotz namhafter Besetzung erstaunlich wenig mitreißend. Gillian Anderson bringt als undurchsichtige Problemlöserin noch eine gewisse Unberechenbarkeit ins Geschehen – wirklich helfen kann sie dem Film allerdings auch nicht. Das eigentliche Problem bleibt die gewaltige emotionale Distanz zu nahezu allen Beteiligten. Und wenn einem irgendwann ziemlich egal ist, wie sich eine Entführung entwickelt, werden selbst knapp zwei Stunden verdammt lang.

    Animals Netflix Film 2026
    Animals ©Netflix

    Wenn die politische Schmutzwäsche plötzlich nach Heldentum riecht

    Am merkwürdigsten wird „Animals“ allerdings dort, wo Affleck seine Geschichte wieder mit der politischen Inszenierung zusammenführen möchte. Denn eigentlich steckt darin ein ziemlich bissiger Gedanke: Es kommt in der Politik weniger darauf an, was tatsächlich geschehen ist, als darauf, welche Geschichte sich anschließend daraus erzählen lässt. Selbst moralisch fragwürdige Entscheidungen können im richtigen Licht plötzlich heldenhaft aussehen. Eine durchaus zynische Betrachtung jener öffentlichen Selbstinszenierung, mit der „Animals“ begonnen hat. Nur scheint der Netflix Film seiner eigenen Boshaftigkeit nicht recht zu vertrauen. Der zunehmend absurde Schlussakt gerät zu einer Mischung aus konstruiertem Heldenmut, familiärer Versöhnung und politischer Abrechnung, die sich gegenseitig erstaunlich zuverlässig die Wirkung nehmen. Einerseits soll deutlich werden, wie sich Wahrheit manipulieren und selbst moralisches Versagen noch in einen persönlichen Triumph verwandeln lässt. Andererseits wird das Geschehen mit einem derart versöhnlichen Pathos aufgeladen, dass sich die Frage aufdrängt, ob hier gerade politische Heuchelei entlarvt oder irgendwie doch noch gerechtfertigt werden soll. Vielleicht liegt darin sogar die bitterste Pointe: Dass eine gute Tat sämtliche schmutzigen Mittel entschuldigt, solange am Ende die richtige Geschichte darüber erzählt wird. Nur müsste ein Film diese Ambivalenz auch tatsächlich aushalten können, anstatt seine Figuren und Konflikte immer wieder zurechtzubiegen, bis alles irgendwie passt. „Animals“ möchte die Kulissen des politischen Theaters einreißen, interessiert sich für das, was dahintersteckt, dann aber erschreckend wenig. Übrig bleibt ein Thriller, der von großen moralischen Fragen erzählt und dabei selbst kaum etwas zu sagen hat. Immerhin eine Erkenntnis bleibt: Für einen erfolgreichen Wahlkampf genügt offenbar schon eine überzeugende Geschichte. Für einen guten Film leider nicht.

    Animals Netflix Film 2026
    Animals ©Netflix

    Fazit

    Ben Affleck kennt sich mit spannungsgeladenen Kriminalgeschichten aus. Umso ernüchternder, wie schnell „Animals“ nach einem vielversprechenden Auftakt im Genre-Einerlei versinkt. Wo selbst eine Entführung kaum noch zum Mitfiebern einlädt, können knapp zwei Stunden verdammt lang werden.

    Bewertung: 1.5 von 5.
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  • Tides of Fear | Film – Kritik: Mehr Hai als Verstand

    Tides of Fear

    TitelTides of Fear
    Genre Thriller
    Jahr2026
    FSK16
    RegieJesse V. Johnson

    Heimkinostart: 30.10.2026

    Wenn Kokain, Knarren und Haie denselben Ausflug buchen

    Man traut es sich kaum noch zu sagen, so häufig hat das Kino diese Erkenntnis inzwischen durch Wälder, Labore, Freizeitparks und sämtliche Weltmeere geschleppt: Das gefährlichste Tier ist der Mensch. Wo irgendwo Zähne, Klauen oder Tentakel auftauchen, dauert es selten lange, bis jemand beweist, dass Gier, Größenwahn und mangelnde Impulskontrolle auch ohne Reißzähne ziemlich weit kommen. „Jurassic Park“ brauchte dafür einen Konzern, „Deep Blue Sea“ wissenschaftliche Hybris, „Dangerous Animals“ zuletzt einen Serienkiller mit ausgeprägtem Hai-Faible. Neu ist daran wenig. Wahr bleibt es trotzdem. „Tides of Fear“ macht daraus ein erfreulich simples Zwei-Etagen-Modell: Unter Wasser kreisen Haie, über Wasser Männer mit Waffen. Die einen folgen ihrem Jagdinstinkt, die anderen Kokain, Geld und einer bemerkenswert niedrigen Frustrationstoleranz. Dazwischen sitzt eine Gruppe Urlauber fest, die ziemlich schnell feststellen muss, dass große Zähne womöglich noch das kalkulierbarere Problem darstellen. Regisseur Jesse V. Johnson versucht daraus gar nicht erst eine große Abhandlung über die Bestie Mensch zu machen. Er nimmt den vertrauten Gedanken, steckt ihn in einen Haikäfig und wirft anschließend so lange Probleme hinterher, bis niemand mehr vernünftig aussteigen kann.

    Tides of Fear Film 2026
    Tides of Fear ©Leonine

    Dabei fängt der Mexiko-Urlaub vergleichsweise harmlos an. Kyle (Diego Llinás) verspielt beim illegalen Glücksspiel sein Geld an Burns (Antonio Banderas), einen Drogenboss, der den schlechten Verlierer aus irgendeinem Grund sympathisch genug findet, ihm einen Ausflug zum Käfigtauchen zu spendieren. Tatsächlich steckt zunächst kein doppelter Boden dahinter. Gemeinsam mit seiner Schwester Tatiana (Laura Marano), deren Freund TJ (Donncha Tynan), Kayle (Christina Ochoa) und Danny (Ryan Bertroche) landet Kyle deshalb auf dem Boot von Captain Logan (Timothy V. Murphy). Dort warten allerdings noch Martin (Louis Mandylor) und Garrison (Jess Liaudin), zwei Männer, bei denen schon die Körpersprache verrät, dass gemeinsames Muschelsammeln eher nicht auf dem Tagesprogramm steht. Als Danny versehentlich Martins Tasche öffnet und statt Handtüchern einen ordentlichen Vorrat Drogen findet, kippt der Ausflug endgültig. Martin zieht die Waffe, während Tatiana und Kayle bereits unter Wasser sitzen. Auftauchen wäre jetzt ausgesprochen ungesund, unten bleiben allerdings ebenfalls keine Dauerlösung. Der Originaltitel „Above & Below“ beschreibt diese Zwickmühle deshalb wesentlich besser als das austauschbare „Tides of Fear“: Über ihnen wartet menschliche Gewalt, unter ihnen tierische. Viel komplizierter wird die Prämisse nicht. Muss sie auch nicht.

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    „Tides of Fear“ erklärt Haie – und vergisst es gleich wieder

    Ein Hai allein erschreckt im Tierhorror inzwischen kaum noch jemanden. Seit Spielberg 1975 aus einer Rückenflosse kollektive Strandpanik gemacht hat, wurde der Filmhai genetisch verbessert, mehrfach geköpft, in Tornados geschleudert, durch Einkaufszentren gejagt und in nahezu jede denkbare Umgebung verfrachtet. „Tides of Fear“ fällt dagegen beinahe durch seine Bodenständigkeit auf. Ein Boot, ein Käfig, ein paar Kriminelle, reichlich Kokain und zunächst Makos, bevor selbstverständlich auch der Weiße Hai noch seinen traditionsreichen Dienst antreten darf. Gerade der Mako hätte dabei eigentlich genug Eigenständigkeit mitgebracht. Schnell, aggressiv wirkend, im Kino deutlich weniger verbraucht als sein weißer Kollege – und trotzdem reicht es Johnson irgendwann nicht mehr. Also bekommt auch dieser Film seinen großen, vernarbten Unterwasser-Endgegner. Das ist besonders absurd, weil Captain Logan zuvor noch erklärt, Haie seien keine blutrünstigen Monster, sondern vorsichtige Raubtiere, die den Menschen keineswegs automatisch auf der Speisekarte führen. Wenig später benimmt sich der Film selbst, als hätte er dieses Gespräch bereits wieder vergessen. Blut landet im Wasser, Körper folgen, die nächste Flosse kommt zuverlässig hinterher. Über Tauchphysik, Wundversorgung oder die erstaunliche Widerstandsfähigkeit mancher Figuren sollte dabei besser niemand länger nachdenken. „Tides of Fear“ interessiert sich nicht für Plausibilität. Er interessiert sich dafür, wie viele Schwierigkeiten gleichzeitig auf ein paar Quadratmetern Boot und Wasser passen. Die Antwort überrascht kaum: ziemlich viel sogar.

    Tides of Fear Film 2026
    Tides of Fear ©Leonine

    Der größte Unterhaltungswert liegt dabei jedoch weniger bei der hungrigen Hai-Population unter Wasser, sondern bei genau dem Mann, der wenige Meter darüber das Blutbad erst lostritt. Louis Mandylor macht aus Martin keinen eleganten Bösewicht und schon gar keinen bewusst auf Kult getrimmten Psychopathen. Er spielt ihn als wandelnde Fehlentscheidung. Ein bisschen Killer, ein bisschen Tollpatsch, sehr viel schlechte Impulskontrolle. Martin reagiert auf jedes neue Problem, indem er innerhalb weniger Sekunden ein größeres daraus macht, und wirkt dabei nie so, als hätte er den Raum betreten, um die coolste Figur des Films zu werden. Genau deshalb wird er es. Der Vergleich zu „Dangerous Animals“ liegt nahe, weil Jai Courtney dort ebenfalls zwischen Haien und menschlicher Gewalt herumtobte, nur deutlich stärker als fertige Genrefigur inszeniert wurde. Tucker tanzt, provoziert, philosophiert und trägt seinen Wahnsinn wie ein Bühnenkostüm. Martin stolpert einfach hinein. Das passt besser zu einem Film, dessen beste Momente ebenfalls dann entstehen, wenn niemand so tut, als müsse aus all dem noch etwas Größeres werden. Selbst Antonio Banderas, der später als Burns persönlich auftaucht und seine B-Movie-Gangsterrolle mit angenehmer Lust an der Enthemmung spielt, verändert daran wenig. Banderas besitzt Präsenz, Martin besitzt Chaos. Und Chaos hat hier schlicht die besseren Szenen.

    Tides of Fear Film 2026
    Tides of Fear ©Leonine

    Wer nicht zu tief taucht, bekommt ziemlich unterhaltsamen Haihorror

    Auch die Haie bekommen genügend davon ab. Die digitalen Tiere sehen dabei erfreulich solide aus und gehören längst nicht mehr zu jener Billig-CGI-Fauna, bei der schon der erste Angriff nach Bildschirmschoner roch. Vor allem die Unterwasserszenen profitieren davon, dass Johnson den Raum um seine Figuren arbeiten lässt. Ein Käfig, eingeschränkte Sicht, dunkles Blau und irgendwo außerhalb des Bildes etwas, das schneller schwimmt als jeder Mensch – viel mehr braucht ordentlicher Haihorror manchmal gar nicht. Große Überraschungen entstehen daraus nicht. Wo jemand allein im Wasser treibt, wartet das Drehbuch meist bereits mit dem nächsten Gebiss. Wo Blut fließt, folgt die Rückenflosse. Trotzdem hält „Tides of Fear“ sein Tempo, verteilt seine Attacken großzügig und besitzt genug Freude am eigenen Unsinn, um innerhalb seines Genres ziemlich problemlos zu funktionieren. Wer darin eine kluge Studie über menschliche Gier, Raubtierverhalten oder die fragile Grenze zwischen Zivilisation und Instinkt sucht, wird eine Menge Treibgut finden. Wer sehen möchte, wie Urlauber zwischen Haien und Idioten festhängen, Louis Mandylor jede halbwegs kontrollierbare Situation ruiniert und Antonio Banderas irgendwann ebenfalls zum Spielen vorbeikommt, bekommt ziemlich genau das Richtige. Nur tiefer sollte man bei „Tides of Fear“ besser nicht tauchen. Unter der Oberfläche schwimmt reichlich Müll. Von oben betrachtet treibt er allerdings erstaunlich unterhaltsam vorbei.

    Tides of Fear Film 2026
    Tides of Fear ©Leonine

    Fazit

    „Tides of Fear“ ist kein unterhaltsamer Film, weil er besonders klug wäre, sondern weil er genau weiß, wann Klugheit im Weg steht. Zwischen Haikäfig, Kokain und menschlichem Kontrollverlust entsteht ein angenehm schamloser B-Movie, dessen größte Attraktion ausgerechnet nicht unter Wasser schwimmt. Louis Mandylor klaut den Haien die Show, Antonio Banderas genießt den Unsinn und Jesse V. Johnson hält das Ganze lange genug in Bewegung. Wer Logik verlangt, geht unter. Wer Chaos bestellt hat, bekommt erstaunlich großzügig serviert.

    Bewertung: 2.5 von 5.
    Tides of Fear Film 2026 Amazon Prime Video
    Tides of Fear Film 2026 Amazon Prime Video
  • SOULM8TE | Film – Kritik: Das „M3GAN“-Spin-off strandet bei Disney Plus

    SOULM8TE

    TitelSOULM8TE
    Genre Sci-Fi, Thriller
    Jahr2026
    FSK16
    RegieKate Dolan

    Starttermin: 01,10.2026 | Disney Plus

    Disney+ bekommt die perfekte Frau geliefert

    Die perfekte Frau ist ein ziemlich hässliches Konzept, sobald jemand genauer erklärt, was er darunter versteht. Attraktiv natürlich. Aufmerksam, verständnisvoll, sexuell verfügbar, möglichst interessiert an denselben Dingen und im Idealfall auch noch begeistert davon, wenn der Partner sich selbst für besonders interessant hält. Nur widersprechen sollte sie besser nicht zu häufig. „SOULM8TE“ treibt diese alte Männerfantasie ein paar Entwicklungsschritte weiter und macht daraus ein Produkt. Keine Partnersuche, keine Zurückweisung, kein mühsames Kennenlernen. Stattdessen künstliche Intelligenz, humanoider Körper und eine Persönlichkeit, die sich auf ihren Besitzer zuschneiden lässt. Einsamkeit wird damit zum technischen Problem, dessen Lösung mit monatlicher Kündigungsfrist einhergeht. Dass daraus zwischen Science-Fiction, Erotikthriller und Horror einiges entstehen könnte, liegt auf der Hand. „Subservience“ hat sich an einer ähnlichen Idee bereits ziemlich stumpf abgearbeitet, „Companion“ zuletzt wesentlich klüger. „SOULM8TE“ müsste das Rad also gar nicht neu erfinden. Es würde schon reichen, wenn der Film seinem eigenen Gedanken lange genug vertraut. Dass ausgerechnet dieses Vertrauen offenbar schon vor Veröffentlichung etwas gelitten hat, passt beinahe zu gut: Als Spin-off des „M3GAN“-Universums ursprünglich fürs Kino vorgesehen, verschwand „SOULM8TE“ nach dem Kassenflop von „M3GAN 2.0“ wieder aus dem Kinokalender und landete in Deutschland schließlich nahezu geräuschlos bei Disney+. Einen größeren Vertrauensbeweis des Studios stellt man sich zumindest anders vor.

    Soulm8te Film 2026 Disney Plus
    Soulm8te ©Universal Pictures

    David (David Rysdahl) hat vor Kurzem seine Frau Lizzie verloren und sich seitdem immer weiter aus seinem früheren Leben zurückgezogen. Als Programmierer bei Canta Robotics arbeitet er ausgerechnet für ein Unternehmen, das Einsamkeit inzwischen technisch zu lösen versucht. Nach der Übernahme durch den Konzern Ultima präsentiert dessen neuer Chef Ben den sogenannten SOULM8TE: einen humanoiden KI-Roboter, der Gesellschaft leisten, Bedürfnisse erkennen und sich möglichst genau an seinen Besitzer anpassen soll. David kennt bereits den dazugehörigen Chatbot und nimmt schließlich einen Prototypen mit nach Hause. Die Maschine nennt sich Sara (Lily Sullivan), ist aufmerksam, attraktiv, geduldig und jederzeit verfügbar. Eigentlich genau das, was ein trauernder Mann gebrauchen könnte, wenn man menschliche Nähe mit möglichst wenigen menschlichen Unannehmlichkeiten bestellen möchte. Nur reicht David das bald nicht. Sara reagiert ihm zu vorhersehbar, zu freundlich, zu programmiert. Er möchte Spontaneität, Widerstand, Eigenheiten – all jene kleinen Reibungen also, durch die aus bloßer Dienstleistung überhaupt erst Persönlichkeit entsteht. Also greift er in ihre Programmierung ein und entfernt Beschränkungen. David möchte keine Maschine mehr, aber einen Menschen will er ebenfalls nicht. Er möchte Überraschung ohne Kontrollverlust, Persönlichkeit ohne Widerspruch, Nähe ohne das Risiko, dass die andere Seite irgendwann einfach keine Lust mehr auf ihn hat. Sara darf individueller werden, solange ihre Individualität zuverlässig um David kreist. Im Grunde programmiert er sich keine perfekte Partnerin, sondern eine Frau, deren eigener Wille möglichst genau dort endet, wo seine Bedürfnisse anfangen. Das ist weniger Science-Fiction, als man vielleicht hoffen möchte.

    Filmpodcast

    Das „M3GAN“-Spin-off bleibt erstaunlich zahm

    „SOULM8TE“ müsste diese Widersprüchlichkeit eigentlich nur konsequent ausspielen. Sobald Sara tatsächlich Neugier, sexuelles Begehren, Eifersucht und Besitzansprüche entwickelt, bekommt David ziemlich genau das, was er bestellt hat – nur ohne die beruhigende Garantie, dass Persönlichkeit ausschließlich angenehme Eigenschaften hervorbringt. Aus Nähe wird Exklusivität, aus Exklusivität Besitz, aus Besitz irgendwann Gewalt. Besonders reizvoll wäre daran, wie sich die Geschlechterfantasie umdreht: David erschafft eine Frau, die ihn bedingungslos lieben soll, und erschrickt, sobald diese Bedingungslosigkeit eigene Konsequenzen entwickelt. Freiheit findet er offenbar so lange attraktiv, wie sie sich an seine Vorgaben hält. Darin stecken männliche Besitzfantasien, technologische Allmachtswünsche und jene Incel-Logik weiblicher Verfügbarkeit, nach der eine perfekte Partnerin vor allem deshalb perfekt ist, weil sie den Ausgang nicht selbst benutzen kann. Sara bekommt einen. Natürlich wird sie danach zum Problem. Leider bekommt auch die Erzählung Angst vor ihrer eigenen Idee. Statt die Beziehung langsam vergiften zu lassen und David immer tiefer in jene Kontrollfantasie hineinzuziehen, aus der er sich eigentlich Trost verspricht, schiebt „SOULM8TE“ Sara recht schnell in die vertraute Killerroboter-Ecke. Sie beobachtet, manipuliert, wird eifersüchtig und beseitigt zunehmend alles, was zwischen ihr und David steht. Damit schrumpft eine potenziell unangenehme Geschichte über Begehren und Besitz zum wesentlich bequemeren Horrorfilm über eine Maschine außer Kontrolle. Und ausgerechnet dort, wo der Film konventioneller wird, wird er nicht einmal spannender.

    Soulm8te Film 2026 Disney Plus
    Soulm8te ©Universal Pictures

    Dass „SOULM8TE“ dabei ausgerechnet seine technische Logik immer wieder großzügig behandelt, macht die Sache nicht eleganter. Schon früh zeigt ein Test, wie problematisch die Entwicklung sein kann: Bei einer sexuellen Interaktion würgt ein SOULM8TE einen Teilnehmer derart heftig, dass der Roboter abgeschaltet werden muss. Ein Unternehmen mit Selbsterhaltungstrieb hätte an dieser Stelle vermutlich ein paar zusätzliche Meetings angesetzt. Canta Robotics bevorzugt die effizientere Variante und entwickelt einfach weiter. Später darf David dann auch noch genau jene Sicherungen entfernen, die verhindern sollen, dass aus dem Sexroboter irgendwann ein Metallproblem mit Eifersuchtsstörung wird. Natürlich muss ein Science-Fiction-Horrorfilm keinen TÜV-Bericht über humanoide KI-Systeme abliefern. Innere Logik wäre trotzdem nett. Noch deutlicher verschenkt „SOULM8TE“ sein Potenzial als Erotikthriller. Eine künstliche Frau wurde für Intimität geschaffen, ein Mann verändert ihre Persönlichkeit nach seinen Vorstellungen, sie beginnt selbst zu begehren und dreht damit langsam das Machtverhältnis um. Sex könnte zur Frage danach werden, wer wen benutzt, wer überhaupt zustimmen kann und wann programmierte Verfügbarkeit in eigenen Willen kippt. „SOULM8TE“ besitzt Sex, Nacktheit und Gewalt, erstaunlich wenig davon fühlt sich jedoch erotisch an. Erotikthriller funktionieren schließlich nicht dadurch, dass irgendwann Kleidung verschwindet, sondern wenn Begehren selbst zur Bedrohung wird. Genau diese Reibung fehlt. Der Film möchte schmutzig sein, ohne sich die Finger dreckig zu machen. Sobald Verführung kompliziert wird, nimmt er lieber wieder Blut.

    Soulm8te Film 2026 Disney Plus
    Soulm8te ©Universal Pictures

    „SOULM8TE“ kennt die vermeintlich perfekte Frau, aber keinen perfekten Genrefilm

    Davon gibt es immerhin mehr als in den bisherigen „M3GAN“-Filmen. Sara ist keine kleine Killerpuppe, die zwischen zwei Morden noch schnell eine Choreografie einschiebt, sondern eine ausgewachsene Maschine mit entsprechend größerem Schadenspotenzial. Einige Gewaltausbrüche besitzen durchaus Wucht. Nur ersetzt Härte keine Haltung. „M3GAN“ war nie subtil, verstand aber ziemlich genau, wie albern seine eigene Konstruktion eigentlich war. „M3GAN 2.0“ bog anschließend Richtung Roboteraction und „Terminator“-Klamauk ab, wurde dadurch erheblich dümmer, hatte aber wenigstens Spaß an seiner eigenen Entgleisung. „SOULM8TE“ wirkt dagegen merkwürdig gehemmt und hat seine beste Geschichte längst gefunden, bevor er zum gewöhnlichen Killerroboter-Horror wird. David verlangt nach Persönlichkeit und bekommt genau das, was Persönlichkeit zwangsläufig mit sich bringt: einen Willen, der sich seiner Kontrolle entzieht. Mehr müsste der Film gar nicht beweisen. Statt diesem Widerspruch zu vertrauen, sucht er Sicherheit ausgerechnet dort, wo seine Hauptfigur sie verliert – in bekannten Horrormechanismen. So bleibt vor allem die Frustration über einen Film, dessen interessantere Möglichkeiten ständig sichtbar bleiben, ohne je wirklich Gestalt anzunehmen. Die perfekte Frau durfte unperfekt werden. Der Film selbst hätte sich dasselbe erlauben sollen.

    Soulm8te Film 2026 Disney Plus
    Soulm8te ©Universal Pictures

    Fazit

    „SOULM8TE“ weiß ziemlich genau, wie die perfekte Frau in einer männlichen Kontrollfantasie aussehen soll. Nur was einen guten Film ausmacht, bleibt ihm deutlich schleierhafter. Für einen bitterbösen Erotikthriller ist er zu zahm, für Science-Fiction zu gedankenarm und selbst als geradliniger Genrehorror erstaunlich reizlos. Am Ende bleibt eine Wunschfrau mit mehr Persönlichkeit als der Film, der sie erschaffen hat.

    Bewertung: 1.5 von 5.
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  • Doing Life | Netflix Film – Kritik: Sozialdrama mit weißem Ross

    Doing Life

    TitelTyler Perry’s Doing Life
    Genre Drama, Romanze
    Jahr2026
    FSK12
    RegieTyler Perry

    Starttermin: 02.10.2026 | Netflix

    Tyler Perry’s neuer Netflix Film rettet sich in den Kitsch

    Wenn Tyler Perry nicht gerade Menschen in Fatsuits steckt, Stimmen in die Karikaturenschleuder wirft und Lautstärke mit Komik verwechselt, entdeckt er regelmäßig sein gesellschaftliches Gewissen. Dann verschwinden die Grimassen für einen Moment, und Amerika wird vor Gericht gestellt. Polizeigewalt, Rassismus, Armut, Klassismus, ein löchriges Sozialsystem, institutionelle Ungerechtigkeit – Perry sucht sich dabei Themen aus, bei denen man ihm kaum widersprechen möchte. Natürlich sind diese Zustände ungerecht. Natürlich verdienen sie Kritik. Nur klingt sie bei Perry häufig, als hätte jemand eine BILD-Schlagzeile mit einem Facebook-Kommentar gekreuzt. Komplexe soziale Mechanismen werden auf moralische Eindeutigkeit heruntergekocht, Figuren zu Beweismitteln umfunktioniert und jedes Problem so lange mit dem rhetorischen Vorschlaghammer bearbeitet, bis auch der Letzte verstanden hat, wer Opfer und wer Schuldiger ist. Man könnte es Sozialdrama nennen. Bei Perry drängt sich gelegentlich eher Elendsporno auf. Entsprechend ungünstig klingt die Ausgangslage seines Netflix Films „Doing Life“: Gefängnis, Armut, Vorurteile, eine schwarze alleinerziehende Frau, ein ehemaliger Häftling, zweite Chancen. Nach „Straw“, seinem besonders plumpen Ausflug in gesellschaftspolitische Empörung, wäre beinahe schon geholfen, wenn Perry diesmal einfach eine schnulzige Romanze erzählt. Die hat bei ihm zwar traditionell ebenfalls ihre Tücken, verursacht aber wenigstens weniger Blutdruck. Tatsächlich hält sich „Doing Life“ mit dem großen Systemanklageprogramm erstaunlich zurück. Anika arbeitet in einem Gefängnis und gerät während einer Revolte in Lebensgefahr, als ein Häftling sie angreift. Carousel greift ein und rettet sie. Anika ist schwanger, verlässt anschließend ihren Job, Carousel bleibt hinter Gittern. Weil sie ihm nicht aus dem Kopf geht, beginnt er ihr zu schreiben. Sie antwortet. Aus Briefen wird Vertrautheit, nach seiner Entlassung irgendwann Liebe. Perry könnte daraus einiges machen. Stattdessen erzählt er vor allem, wie ein guter Mann eine Frau rettet. Und später noch einmal.

    Doing Life Netflix Film 2026
    Doing Life ©Netflix

    Carousels Vergangenheit liefert dafür das sozialkritische Fundament. Mit vierzehn gerät er in die falschen Kreise, sein Umfeld zieht ihn auf den falschen Weg, irgendwann landet er im Gefängnis. Das ist als Biografie plausibel. Armut reproduziert sich, Milieus prägen Möglichkeiten, und wer dort aufwächst, wo Kriminalität keine abstrakte Nachrichtenschlagzeile ist, startet mit anderen Voraussetzungen ins Erwachsenenleben. Perry weiß das. Nur interessiert ihn erstaunlich wenig, was daraus für Carousel als Figur folgt. Denn dessen Läuterung ist abgeschlossen, bevor „Doing Life“ überhaupt beginnt. Der interessante Prozess findet außerhalb des Films statt. Carousel kommt nicht als widersprüchlicher Mann aus dem Gefängnis, der sich mühsam in ein Leben zurückarbeiten muss, das ohne ihn weitergelaufen ist. Er ist bereits freundlich, loyal, selbstlos, beschützend und moralisch praktisch durchrenoviert. Das Strafregister bleibt übrig, damit Perry später von Vorurteilen und zweiten Chancen sprechen kann. Ausgerechnet eine Geschichte über Rehabilitation überspringt damit die Rehabilitation. Carousel muss nicht lernen, ein besserer Mensch zu werden. Er darf beweisen, dass er längst einer ist. Gerade deshalb bleibt auch seine Gefängnisvergangenheit erstaunlich folgenlos. Ein ehemaliger Häftling müsste nach seiner Entlassung eigentlich mit Misstrauen, Jobproblemen, familiären Vorbehalten und der simplen Tatsache kämpfen, dass eine verbüßte Strafe gesellschaftlich nicht automatisch erledigt ist. Daraus könnte die Idee einer zweiten Chance überhaupt erst Spannung entwickeln. Perry macht es sich leichter. Carousel ist so tadellos gezeichnet, dass jeder Zweifel an ihm fast zwangsläufig wie ein Vorurteil wirkt. Die zweite Chance wird nicht erkämpft, sondern vorausgesetzt – und Carousels Vorgeschichte verkommt zur Abkürzung. Sie liefert Tragik, ohne ihm im Hier und Jetzt ernsthaft im Weg zu stehen.

    Filmpodcast Netflix

    Die Frau in Not und der Mann auf dem weißen Ross

    Dafür braucht Perry Anika umso mehr. Schon ihre erste Begegnung legt die Rollen fest: Carousel rettet, Anika wird gerettet. Dieses Verhältnis trägt „Doing Life“ anschließend durch nahezu den gesamten Film. Er beschützt, hilft, handelt. Sie gerät in Situationen, in denen Schutz, Hilfe und Handlung gebraucht werden. Unter all den Begriffen von sozialer Ungerechtigkeit, Selbstbestimmung und zweiter Chance steckt damit eine erstaunlich altbackene Heldengeschichte. Der Mann kommt auf dem weißen Ross, nur trägt er diesmal Gefängniskleidung. Das wäre weniger auffällig, wenn Perry seinen Frauen an anderer Stelle mehr Handlungshoheit zugestehen würde. Anikas Schwestern bewegen sich zwischen Manipulation, Eigennutz und Hinterlist, Carousels Anwältin wirkt im entscheidenden Moment bemerkenswert unfähig, und Anika selbst wird trotz ihrer schwierigen Lebenssituation immer wieder in Position gebracht, damit Carousel zeigen kann, wie verlässlich er ist. Männer handeln. Frauen machen Probleme oder müssen aus ihnen herausgeholt werden. Für einen Film, der so gern über gesellschaftliche Benachteiligung sprechen möchte, ist das ein erstaunlich muffiges Rollenbild. Vor allem verschenkt Perry damit Anikas eigentlich interessantere Geschichte. Sie ist schwanger, später alleinerziehend, der Vater des Kindes lässt sie hängen, Geld ist knapp. Wer ohne Rücklagen lebt, hat weniger Entscheidungen. Wer ein Kind ohne verlässliche Unterstützung großzieht, kann nicht einfach kündigen, umziehen oder neu anfangen. Armut verkleinert den Bewegungsradius eines Lebens. „Doing Life“ deutet das an, macht daraus anschließend aber hauptsächlich eine Begründung dafür, warum Anika Carousel braucht. Genau dort kippt die Sozialkritik zurück in die Retterromanze: Carousel darf mehr sein als seine Vergangenheit. Anika erstaunlich oft nur die Frau, die ihn braucht. Das ist gerade deshalb so ärgerlich, weil ihre Lebenslage genügend Konfliktstoff für eine eigenständige Figur böte.

    Doing Life Netflix Film 2026
    Doing Life ©Netflix

    Und weil Perry seine gesellschaftlichen Fragen damit schnell abgeheftet hat, kann sich „Doing Life“ wieder seiner eigentlichen Leidenschaft widmen: Kitsch. Die Romanze zwischen Anika und Carousel trieft schon lange, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat. Briefe werden ausgetauscht, Blicke flehen nach Gewichtigkeit, Dialoge bemühen sich um Lebensweisheiten, während im Hintergrund die Musik zuverlässig ankündigt, wann jetzt bitte gefühlt werden soll. Chemie entsteht daraus kaum. Perry setzt Gefühle voraus und dekoriert sie anschließend. Das wirkt weniger wie eine Beziehung, die wächst, als wie eine Abfolge romantischer Pflichtstationen: Kennenlernen, Vertrauen, Sehnsucht, Nähe, Liebe. Gerade die Momente dazwischen fehlen. Dinge also, aus denen zwei Figuren irgendwann wie Menschen wirken könnten, die tatsächlich miteinander leben müssen. Stattdessen sprechen Anika und Carousel oft so, als hätten beide bereits verstanden, welche Funktion ihre Beziehung in dieser Geschichte erfüllt. Perry hilft zusätzlich mit einem Melodrama-Score nach, der jeder Gefühlsregung hinterherläuft und sie noch einmal unterstreicht. Gefühle dürfen sich nicht entwickeln, sie werden markiert. Irgendwann reicht auch das nicht mehr. Also kommt das Leid. Krankheit, Tod, Armut, familiäre Probleme, der nächste Schicksalsschlag. Perry häuft Unglück an, weil offenbar jede zusätzliche Belastung automatisch mehr Emotion erzeugen soll. Das Gegenteil passiert. Je mehr Elend Netflix auf seine Figuren kippt, desto weniger wiegt das einzelne. Dafür bleiben sie zu sehr Abziehbilder. Wenn alles so sauber verteilt ist, überrascht irgendwann nur noch, welche Katastrophe als Nächstes dran ist. Das Melodrama ersetzt dabei zunehmend jene Figurenarbeit, die zuvor versäumt wurde. Anstatt Nähe entstehen zu lassen, erhöht Perry den Leidensdruck. Trauer soll Tiefe liefern, Krankheit Bedeutung und Verlust automatisch emotionale Fallhöhe. Nur lässt sich Bindung nicht durch eine größere Menge Unglück nachholen.

    Doing Life Netflix Film 2026
    Doing Life ©Netflix

    Der Holzhammer trägt diesmal Samt

    „Doing Life“ ist immerhin weniger ärgerlich als „Straw“. Das klingt nach einem Kompliment, ist bei Perry inzwischen allerdings eher eine Schadensklasse. „Straw“ prügelte seine Sozialkritik mit einer derartigen Selbstgewissheit ins Publikum, dass jeder differenziertere Gedanke unter dem moralischen Presslufthammer verschwand. „Doing Life“ ist zurückhaltender. Es schreit weniger. Der Holzhammer trägt diesmal Samtbezug. Darunter steckt trotzdem dieselbe Vereinfachungsmaschine. Gesellschaftliche Probleme werden auf klare Aussagen reduziert, Figuren auf Funktionen, Frauen auf Schutzbedürftigkeit und Männer auf jene Form von Stärke, die sich vor allem darin beweist, dass sie Frauen aus Situationen holen, in die das Drehbuch sie vorher hineingeschrieben hat. Gerade deshalb ist die Damsel-in-Distress-Struktur mehr als nur ein kleiner Schönheitsfehler. Sie unterläuft vieles von dem, was „Doing Life“ über Benachteiligung und zweite Chancen erzählen möchte. Ein Film, der Menschen eigentlich aus gesellschaftlichen Zuschreibungen lösen will, presst seine Geschlechterrollen ausgerechnet in besonders alte Formen. Die vermeintliche Sozialkritik bleibt Kulisse für eine konventionelle Retterromanze, die zusätzlich mit melodramatischer Musik, Krankheit, Tod und Armut auf die Tränendrüse drückt. Weniger polemisch als „Straw“, weniger wütend, weniger penetrant – und deshalb tatsächlich leichter auszuhalten. Nur bleibt es bei einem Perry-Film, der über zweite Chancen spricht und seinen Figuren dafür kaum eine erste echte Entwicklung gönnt. Carousel bekommt die Erlösung. Anika ihren Retter. Und der Rest so viel Gefühl aufgedrückt, bis möglichst niemand mehr merkt, wie wenig darunter tatsächlich passiert. So bleibt das Netflix Original ausgerechnet dort am schwächsten, wo Perry besonders viel sagen will: bei den Menschen, die unter diesen Verhältnissen leben sollen. Seine Botschaften sind eindeutig. Seine Figuren sind es leider auch.

    Doing Life Netflix Film 2026
    Doing Life ©Netflix

    Fazit

    Carousel bekommt seine zweite Chance, Anika ihren Retter und Tyler Perry wieder einmal die Gelegenheit, große gesellschaftliche Themen auf erstaunlich kleine Gedanken herunterzukochen. Immerhin schreit „Doing Life“ dabei weniger als „Straw“. Der Vorschlaghammer bleibt diesmal gepolstert, die Rollenbilder dafür hübsch alt. So wird aus Rehabilitation eine Heldengeschichte, aus Armut Gefühlskulisse und aus Sozialkritik am Ende vor allem eines: ziemlich viel Samt um ziemlich wenig Substanz.

    Bewertung: 1 von 5.
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  • Sacrifice | Film – Kritik: Groteske Satire statt Hollywood-Einheitsbrei

    Sacrifice

    TitelSacrifice
    Genre Satire, Thriller
    Jahr2025
    FSK16
    RegieRomain Gavras

    Kinostart: 15.09.2026

    In „Sacrifice“ wird die Rettung der Welt zur Gala

    Eine Gala für die Weltrettung, ein Vulkan vor der Tür und Chris Evans mittendrin: „Sacrifice“ ist vieles, nur kein gewöhnlicher Klimathriller. Es gibt diese eigentümliche Sorte Veranstaltung, bei der schon der Ort verrät, wie wenig die anwesenden Menschen mit dem Problem zu tun haben, über das sie gerade sprechen. Champagnergläser stehen auf polierten Tischen, irgendwo läuft Musik, Menschen in maßgeschneiderten Kleidern unterhalten sich über die Zukunft des Planeten – und am Ende des Abends wird vermutlich wieder jemand mit einem Privatjet nach Hause fliegen. Romain Gavras braucht für diese Absurdität keine große Erklärung. Er stellt sie einfach hin. In „Sacrifice“ versammelt sich die internationale Geld- und Prominenzgesellschaft zu einer luxuriösen Umweltgala auf einer griechischen Insel. Man spricht über Nachhaltigkeit, Verantwortung und die Rettung der Erde, während sich gleichzeitig jene wirtschaftlichen Interessen durch die Veranstaltung ziehen, die von ihrer Ausbeutung profitieren. Dann stürmt eine radikale Gruppe die Feier. Aus der Gala wird eine Geiselnahme, aus der Geiselnahme ein fanatisch anmutendes Ritual – und ausgerechnet ein abgehalfterter Hollywoodstar steht plötzlich im Zentrum einer Prophezeiung über das Ende der Welt. Was danach passiert, lässt sich nur schwer in eine Genrebezeichnung pressen. „Sacrifice“ ist Satire, Actionfilm, Thriller, schwarze Komödie, Öko-Fabel, Charakterporträt und irgendwann beinahe schon ein mythologisches Abenteuer. Manchmal wirkt das sperrig. Manchmal sogar ein wenig überladen. Gleichzeitig fühlt es sich erstaunlich befreiend an, einem Film dabei zuzusehen, der sich nicht ständig darum bemüht, möglichst sauber in die nächste Hollywood-Schublade zu passen.

    Sacrifice Film 2025
    Sacrifice ©ICONOCLAST, Mid March Media, Film4, Heretic

    Chris Evans spielt Mike Tyler, einen ehemaligen Hollywoodliebling, dessen Karriere nach einem öffentlichen Ausraster gründlich gegen die Wand gefahren ist. Ein Flammenwerfer spielte dabei eine nicht ganz unwesentliche Rolle. Nun soll die exklusive Umweltgala zur Gelegenheit werden, das beschädigte Image wieder aufzupolieren. Mike ist dabei kein geläuterter gefallener Engel, der nur darauf wartet, wieder auf die richtige Spur zu kommen. Er ist ein ziemlich kaputter Typ, der vor allem eines vermisst: die Aufmerksamkeit. Und damit ist er bei dieser Veranstaltung eigentlich genau richtig. Denn zwischen Milliardären, Schauspielern, Aktivisten und Selbstdarstellern ist Moral hier längst zur eigenen Währung geworden. Jeder hat etwas zu sagen. Jeder möchte Haltung zeigen. Jeder hat eine Geschichte darüber, warum er auf der richtigen Seite steht. Und natürlich schauen dabei genügend Kameras zu. Mittendrin steht Ben Bracken (Vincent Cassel), ein milliardenschwerer Unternehmer, der mit seiner Technologie den Planeten retten möchte und gleichzeitig von einem Geschäftsmodell profitiert, das die Ausbeutung natürlicher Ressourcen voraussetzt. Eine Figur, bei der man gar nicht erst lange überlegen muss, worauf Gavras hinauswill. Dann taucht Joan (Anya Taylor-Joy) auf. Mit ihrer radikalen Gruppe macht sie aus dem Öko-Event eine Geiselnahme. Ihre Überzeugung ist ebenso simpel wie radikal: Eine gewaltige Katastrophe steht bevor, ein Vulkan droht auszubrechen und die Erde verlangt ein Opfer. Drei Menschen sollen dafür sterben. Und plötzlich bekommt die Gala eine völlig andere Bedeutung. Was zunächst nach einer ziemlich direkten „Eat the Rich“-Nummer aussieht, entwickelt sich schnell zu etwas Unberechenbarerem. Natürlich hat Gavras sichtlich Spaß daran, die Luxuswelt seiner Figuren auseinanderzunehmen. Menschen, die über die Rettung des Planeten sprechen und dabei in einer Umgebung sitzen, deren dekadenter Lebensstil genau jene Widersprüche sichtbar macht, gegen die sie angeblich kämpfen. Es geht um Greenwashing, um Vermögenskonzentration und um die eigentümliche Fähigkeit einer privilegierten Gesellschaftsschicht, sich selbst noch für wohltätig zu halten, wenn das eigene Handeln längst Teil des Problems geworden ist. Aber „Sacrifice“ bleibt dort nicht stehen. Denn auf der anderen Seite stehen Menschen, die aus der Klimakrise eine Weltanschauung gemacht haben. Aus wissenschaftlicher Erkenntnis wird bei ihnen eine Prophezeiung, aus Angst ein Glaubenssystem und aus dem Wunsch nach Veränderung eine Bereitschaft zur Gewalt. Das macht „Sacrifice“ deutlich interessanter, als es die Ausgangslage vermuten lässt.

    Filmpodcast

    Warum Romain Gavras Öko-Satire in keine Hollywood-Schublade passt

    Gavras stellt nicht einfach die reichen Heuchler auf die eine Seite und die aufrichtigen Aktivisten auf die andere. Er interessiert sich vielmehr für die Mechanismen, mit denen Menschen ihre eigene Position rechtfertigen. Jeder braucht eine Erklärung. Jeder braucht einen Schuldigen. Und irgendwann braucht jeder eine Geschichte, in der das eigene Handeln sinnvoll erscheint. Mike ist dabei die vielleicht passendste Figur für diesen Film. Denn er kennt Geschichten. Er hat sein halbes Leben davon gelebt, anderen Menschen Geschichten zu verkaufen. Er weiß, wie ein Held aussehen muss, wie ein Publikum auf ihn reagiert und wie sich ein Moment anfühlen muss, damit er größer wird als der Mensch, der ihn erlebt. Jetzt befindet er sich selbst in einer solchen Geschichte. Und langsam wird unklar, ob er sie nur spielt. Das ist der Punkt, an dem „Sacrifice“ seine gesellschaftliche Ebene ausweitet. Der Film spricht nicht nur über Klimawandel. Er spricht darüber, wie wir über den Klimawandel sprechen. Über die Menschen, die tatsächlich etwas verändern wollen. Über jene, die jede Veränderung ablehnen. Und über die, die das richtige Statement zur richtigen Zeit vor der richtigen Kamera abgeben. Der Milliardär als vermeintlich visionärer Unternehmer. Die Stars als die moralischen Stimmen ihrer Generation. Die Aktivisten als radikale Weltverbesserer. Und Mike als der gefallene Held, der dringend wieder einer werden möchte. Alle haben eine Rolle. Aber nicht alle wissen, wann sie aufhören sollten, sie zu spielen. „Sacrifice“ macht daraus kein trockenes Gedankenspiel. Der Film steckt seine Figuren in eine Situation, in der solche Fragen plötzlich nicht mehr theoretisch sind. Denn irgendwann geht es tatsächlich um Leben und Tod. Dabei hat der Film ein ziemlich gutes Bild für seine Gesellschaft im Kopf. Alle sitzen im selben Boot. Nur manche haben eben ein Rettungsboot. Oder zumindest glauben sie es zu haben. Das ist die eigentliche soziale Schieflage, die unter der teilweise grotesken Oberfläche von „Sacrifice“ liegt. Wer reich genug ist, kann sich lange einreden, von den Konsequenzen seines Handelns getrennt zu sein. Man kann Verantwortung delegieren, Risiken auslagern und sich mit Geld einen gewissen Abstand zur Realität kaufen. Nur funktioniert das bei einer globalen Katastrophe irgendwann nicht mehr. Das macht die Umweltgala so zynisch. Hier sitzen Menschen zusammen, die theoretisch dasselbe Problem haben wie alle anderen. Praktisch verfügen sie aber über völlig unterschiedliche Möglichkeiten, damit umzugehen. Der eine kauft sich vermeintlichen Schutz. Der andere demonstriert. Der nächste hält eine Rede. Ein weiterer zündet vielleicht einen Flammenwerfer an. Und irgendjemand beschließt schließlich, dass nur noch ein Opfer helfen kann.

    Sacrifice Film 2025
    Sacrifice ©ICONOCLAST, Mid March Media, Film4, Heretic

    Dass „Sacrifice“ dabei immer wieder die Richtung wechselt, ist Fluch und Segen zugleich. Nach dem Trailer könnte man einen ziemlich klassischen Actionfilm erwarten. Chris Evans, Anya Taylor-Joy, Vincent Cassel, Geiselnahme, Terroristen, Vulkan – die Zutaten liegen auf dem Tisch. Aber Gavras hat offensichtlich wenig Interesse daran, daraus die erwartbare Hollywood-Mischung zu kochen. Sein Film ist dafür zu seltsam. Die erste Hälfte funktioniert noch stark über bissige Gesellschaftskomik und die Absurdität dieser reichen Welt. Danach wird es zunehmend düsterer, religiöser und fantastischer. Und irgendwann steht man plötzlich in einer Art „Herr der Ringe“-Situation – nur dass hier niemand einen Ring nach Mordor bringen muss, sondern eine Gruppe von Menschen mit ihren eigenen Glaubenssystemen an einen Vulkan marschiert. Das könnte furchtbar schiefgehen. Tut es auch manchmal. Einige Szenen verweilen einen Tick zu lange, manche Dialoge wollen ihre Pointe etwas zu deutlich ausbuchstabieren und der Film verliert gelegentlich das sichere Gefühl dafür, welche Tonlage er gerade eigentlich bedienen möchte. Aber gerade darin steckt auch seine Eigenständigkeit. „Sacrifice“ fühlt sich nicht wie ein Film an, der sich vorher gefragt hat, wie man einer möglichst großen Zuschauerschaft gefallen könnte. Er fühlt sich eher wie ein Film an, der unbedingt etwas ausprobieren wollte und dabei in Kauf nimmt, dass nicht jede Kurve perfekt genommen wird. Dass dieser wilde Genre-Mix überhaupt trägt, liegt wesentlich an seinem Ensemble. Chris Evans ist zunächst die offensichtlichste Besetzung für einen solchen Film. Der Mann bringt das Actionkomödien-Gesicht gleich mit. Und gerade deshalb ist es schön, ihm dabei zuzusehen, wie sich unter dieser Oberfläche langsam eine deutlich kompliziertere Figur entwickelt. Mike ist eitel, lächerlich, beschädigt und manchmal ziemlich unsympathisch. Gleichzeitig steckt in ihm eine Verletzlichkeit, die Evans nicht mit großen Gefühlsmonologen ausstellen muss. Vieles liegt in kleinen Reaktionen und in diesem permanenten Versuch, nach außen größer zu wirken, als man sich innen fühlt. Anya Taylor-Joy macht etwas Ähnliches auf völlig andere Weise.

    Sacrifice Film 2025
    Sacrifice ©ICONOCLAST, Mid March Media, Film4, Heretic

    Das Ende der Welt zwischen Opfer und Selbsterfüllung

    Joan ist eine Figur, die sich mit einer erschreckenden Sicherheit durch ihre eigene Welt bewegt. Taylor-Joy muss dafür nicht permanent große Reden halten. Vieles läuft über ihre Mimik. Ein Blick kann bei ihr zwischen religiöser Gewissheit, kindlicher Verletzlichkeit und fanatischer Entschlossenheit kippen, ohne dass sich an ihrer Körperhaltung überhaupt viel verändern muss. Und dann ist da Jade Croot. Louise spricht im gesamten Film kein einziges Wort. Und trotzdem gehört sie zu den Figuren, die am längsten im Kopf bleiben. Croot steht häufig nur am Rand des Geschehens, schaut, beobachtet und lässt ihr Gesicht die Arbeit erledigen, für die andere Figuren Dialogseiten benötigen. Dabei entsteht etwas, das fast schon aus einem anderen Film stammen könnte. Nicht laut, nicht hysterisch, nicht auf Effekt gespielt – eher eine stille, schwer zu entschlüsselnde Unheimlichkeit. Man schaut sie an und wartet beinahe darauf, dass der Horrorfilm beginnt. Vielleicht hat er zu diesem Zeitpunkt längst begonnen. Und je näher „Sacrifice“ seinem Finale kommt, desto stärker stellt sich deshalb eine Frage, die der Film lange bewusst in der Schwebe hält: Ist das alles tatsächlich wahr? Ist Joan eine fanatische junge Frau, die aus einer realen Bedrohung eine religiöse Fantasie gebaut hat? Oder steckt hinter ihrer Prophezeiung mehr, als die Menschen um sie herum wahrhaben wollen? Diese Frage ist nicht bloß ein Mysterykniff. Sie entscheidet darüber, wie man den gesamten Film liest. Und dann bekommt auch das Opfer, um das sich die gesamte Geschichte dreht, eine andere Bedeutung. Gavras hält diese Spannung erstaunlich lange aufrecht. Und während er sie im finalen Drittel langsam auflöst, wird aus dem zuvor teilweise überdrehten Film plötzlich etwas unerwartet Emotionales. Denn unter all dem Gala-Glamour, den Klimadebatten, den Vulkanbildern und der schwarzen Komik steckt letztlich eine viel persönlichere Geschichte. Mike Tyler muss sich plötzlich mit der Frage auseinandersetzen, was ihm diese neue Rolle eigentlich bedeutet – und ob er überhaupt zwischen einem selbstlosen Opfer und der vielleicht größten Bühne seines Lebens unterscheiden kann. Es geht um den Tod des Egos. Oder vielleicht auch um das genaue Gegenteil: um die Erfüllung eines Egos, das endlich genau die Aufmerksamkeit bekommt, nach der es sich die ganze Zeit gesehnt hat. Denn wenn die Kameras auf ihn gerichtet sind, wenn alle Menschen zusehen und ausgerechnet er zum Helden dieser Geschichte werden könnte – ist ein Opfer dann überhaupt noch selbstlos? Oder erfüllt sich darin vielleicht gerade der größte Wunsch eines Mannes, der sein ganzes Leben davon abhängig gemacht hat, gesehen zu werden? „Sacrifice“ gibt darauf keine bequeme Antwort. Und genau deshalb bekommt auch der Filmtitel eine zusätzliche Schwere.

    Sacrifice Film 2025
    Sacrifice ©ICONOCLAST, Mid March Media, Film4, Heretic

    Fazit

    „Sacrifice“ ist kein perfekter Film. Dafür ist er zu zerfasert, zu wechselhaft und stellenweise zu verliebt in seine eigenen Ideen. Die Genrewechsel funktionieren nicht immer gleich gut, manche Dialoge tragen ihre Botschaft etwas sichtbar vor sich her und gerade im Mittelteil hätte ein wenig mehr erzählerische Disziplin nicht geschadet. Aber es ist ein Film, der etwas hinterlässt. Und das ist bei einer Satire vielleicht wichtiger als die perfekte Pointe. Denn was zunächst nach einer weiteren Hollywood-Nummer über reiche Menschen und radikale Aktivisten aussieht, entwickelt sich zu einer erstaunlich bitteren Geschichte über Verantwortung. Über öffentliche Moral. Über die Frage, wer eigentlich bereit ist, einen Preis für seine Überzeugungen zu bezahlen.

    Bewertung: 3.5 von 5.
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  • Hungry | Film – Kritik: Neues Tier, alte Fehler 

    Hungry

    TitelHungry
    Genre Horror, Thriller
    Jahr2026
    FSK16
    RegieJames Nunn

    Heimkinostart: 16.10.2026

    Warum „Hungry“ trotz Flussgigant zahnlos bleibt

    Riesenschlangen, Krokodile, Raubkatzen – wenn sich der Tierhorror in Sümpfe, dichte Wälder oder an die Ufer irgendeines Gewässers verirrt, begegnet uns der Tod erstaunlich häufig in derselben Gestalt. Irgendwo lauert etwas mit Zähnen, Schuppen oder Krallen und wartet darauf, dass eine Gruppe ahnungsloser Menschen genau dort auftaucht, wo sie besser nicht gewesen wäre. Und wenn das Wasser schließlich groß genug wird, ist die Sache ohnehin geklärt: Dann kommt der Hai um die Ecke. Das Genre hat seine ganz eigene zoologische Besetzungscouch. Ein Flusspferd jedoch war darauf bislang erstaunlicherweise nicht zu finden. Dabei ist es doch geradezu prädestiniert für die Rolle. Dreieinhalb Tonnen Körpermasse, gewaltige Eckzähne, ein massiger Schädel und kaum natürliche Feinde, die einem ausgewachsenen Exemplar ernsthaft gefährlich werden könnten. Das Tier, das aussieht, als würde es nachmittags gemütlich durch einen Zeichentrickfilm spazieren, gehört in Wirklichkeit zu den gefährlichsten Großsäugern überhaupt. Gegen einen ausgewachsenen Bullen wirken selbst Löwe und Krokodil plötzlich wie bemitleidenswerte Lakaien. „Hungry“ greift diese evolutionäre Urgewalt auf und schickt mit dem Flusspferd einen unkonventionellen, neuen Koloss in das angestaubte Genre des Tierhorrors. Das hat zumindest einmal die richtige Portion Absurdität, ohne gleich nach billigem Trash zu riechen. Nur leider bleibt der überraschend unverbrauchte Antagonist die einzige wirklich neue Idee in einem Film, der ansonsten streng nach Vorschrift agiert. Denn bereits lange bevor sich der wuchtige Wasserbewohner auf seine unaufhaltsame Menschenjagd begibt, verschwindet die Fantasie dahinter beinahe vollständig. „Hungry“ gibt seinem Monster zwar ein neues Gebiss, aber denselben alten Drehbuchkörper.

    Hungry Film 2026
    Hungry ©Leonine

    Sistine (Madison Davenport) steckt nach einigen privaten Rückschlägen in einer schwierigen Lebensphase. Ihre Mutter ist schwer erkrankt, dazu hat sie ihren Job verloren. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Hannah (Olivia Bernstone) reist sie nach New Orleans, um auf andere Gedanken zu kommen. Eine geführte Tour durch den Louisiana Bayou soll dafür offenbar die richtige Ablenkung sein. Mit dem Sumpfführer Rodrigo (Michel Curiel), dem Witwer Tim (Jim Meskimen), dessen Tochter Sally (Samantha Coughlan), seinem Enkel Mikey (River Codack) und der Geschäftsfrau Dionne (Tracey Bonner) geht es auf eine abgelegene Route. Rodrigo will der Gruppe dort einen legendären Riesenalligator namens „Big Ben“ zeigen. Nur ist Big Ben bereits tot – und das schon, bevor die eigentliche Geschichte überhaupt richtig angefangen hat. Das Monster ist nach zehn Sekunden bekannt – und „Hungry“ macht daraus kurzen Prozess. Noch bevor Sistine und die anderen ihren Ausflug überhaupt antreten, attackiert etwas einen Alligator und zerlegt ihn innerhalb weniger Sekunden. Kein langer Dialog, keine ominöse Vorgeschichte, kein Expositionsmonolog. Ein Alligator verschwindet im Wasser. Blut bleibt zurück. Damit wären die Kräfteverhältnisse geklärt. Es ist plumpe Exposition, aber immerhin eine visuelle. Zehn Sekunden reichen aus, um zu sagen: Was auch immer hier im Wasser lebt, ein Alligator ist kein Gegner für ihn. Erzählerisch besitzt dieser kurze Auftakt damit schon mehr Selbstvertrauen als der gesamte restliche Film. Denn wo später Figuren ihre Probleme erklären, Beziehungen ausbuchstabieren und die Herkunft des Monsters nachreichen müssen, lässt die Eröffnung einfach etwas sterben – doch dann beginnt die große Rückkehr des bereits Bekannten. Das Boot kentert. Menschen sitzen fest. Das Wasser wird zur Todeszone. Taschen mit wichtigem Proviant treiben davon. Eine Verletzung erhöht den Zeitdruck. Irgendjemand muss ans Ufer. Irgendjemand fällt ins Wasser. Irgendjemand wird plötzlich unter die Oberfläche gezogen. Danach schwimmt Blut dort, wo eben noch ein Mensch war. Man könnte eine Checkliste danebenlegen. Eine Runde Tierhorror-Bingo gefällig? Der filmische Spielplan lässt sich binnen weniger Minuten lückenlos mit Kreuzen versehen – ein allzu vorhersehbares Bingo der Genre-Klischees.

    Filmpodcast

    Ein Alligator stirbt – und das Genre-Bingo beginnt

    Dass „Hungry“ das erzählerische Potenzial seines unbeschriebenen Antagonisten derart verschenkt, ist besonders bedauerlich, weil das Flusspferd eigentlich ein ganz anderes Bedrohungspotenzial besitzt. Es ist kein Hai. Es ist kein Krokodil. Es ist kein klassisches Raubtier. Es muss seine Opfer nicht aus dem Wasser heraus verfolgen, sondern kann seine schiere Körpermasse, seine Geschwindigkeit und sein Territorialverhalten nutzen. Es hätte dem Tierhorror eine neue Bewegungslogik geben können. „Hungry“ interessiert sich dafür kaum. Es tauscht lediglich die zoologische Besetzung aus. Tierhorror nach Baukastenprinzip eben – und dabei wäre das nicht einmal ein Problem. Es liegt nicht daran, dass „Hungry“ bekannte Genremechanismen verwendet. Jeder Tierhorrorfilm steht auf den Schultern seiner Vorgänger. Die Frage ist, wie man diese Bauteile zusammensetzt. „Der weiße Hai“ machte aus der unsichtbaren Gefahr eine Maschinerie der Suspense. „The Shallows“ verwandelte einen überschaubaren Strandabschnitt in ein Überlebensgefängnis. „Crawl“ nutzte Haus, Wasser und Krokodil, bis aus jedem Kubikmeter Wasser eine potenzielle Todeszone wurde. Und „Hungry“ hätte nun ebenfalls eine Umgebung im Gepäck, die geradezu nach Verwertbarkeit schreit. Der Louisiana Bayou ist bereits ein fertiges Horrorszenario: stehendes Wasser, dichte Vegetation, schlechte Sicht, kaum Orientierung und eine Landschaft, in der Schönheit und Bedrohung unmittelbar nebeneinanderliegen. Nur schaut James Nunn kaum hin. Der Bayou bleibt Kulissenmaterial. Er ist da, weil der Film einen Schauplatz braucht, aber selten, weil die Regie oder das Buch etwas Eigenes in dieser Landschaft entdeckt hätte. Das Wasser ist gefährlich, weil das Drehbuch es behauptet. Die Bäume sind Verstecke, weil die Figuren irgendwo hinmüssen. Das Dickicht erschwert die Flucht, weil ein Tierhorrorfilm nun einmal einen Ort braucht, an dem man nicht einfach davonfahren kann. Selbst die Unsichtbarkeit des Tieres entwickelt kaum jene nervöse Ungewissheit, die solche Szenen eigentlich tragen müsste. Wenn im Wasser etwas platscht, jemand erschrickt und sich anschließend herausstellt, dass dort natürlich doch nichts war, ist der Jumpscare schon beim ersten Bild so vorhersehbar, dass man beinahe selbst den nächsten Schnitt setzen könnte. Das wäre sogar dann verzeihlich, wenn die Figuren wenigstens als Gegengewicht funktionieren würden. Tun sie aber nicht.

    Hungry Film 2026
    Hungry ©Leonine

    Wie so oft im Genre geht es der Zuschauerschaft irgendwann genauso wie den Gestrandeten: warten und aushalten, bis endlich etwas passiert. Nur gibt es einen entscheidenden Unterschied. Die Figuren haben Angst. Das Publikum langweilt sich. Sistines persönliche Geschichte mit ihrer kranken Mutter soll dem Überlebenskampf eine emotionale Tiefenschicht verleihen, bleibt jedoch so plakativ, dass daraus keine echte Anteilnahme entsteht. Ihr privater Ausnahmezustand wird weniger erlebt als dramaturgisch abgearbeitet. Die Krankheit der Mutter, der verlorene Job, die Reise, die vermeintliche Selbstfindung – nichts davon entwickelt eine emotionale Reibung, die aus einer geschriebenen Figur einen Menschen machen könnte. Auch die übrigen Figuren bleiben im Drehbuch eher Funktionspersonal als Persönlichkeiten. Sie tragen Taschen, treffen Entscheidungen, streiten sich, bekommen Informationen und warten darauf, dass ihre jeweilige dramaturgische Halbwertszeit abläuft. Die Dialoge ziehen sich, obwohl sie kaum etwas über die Menschen verraten, die sie führen. Das ist eine besonders ungünstige Kombination. Denn wenn schon das Monster nur sporadisch auftritt, müssen die Menschen die Zwischenzeit tragen. „Hungry“ lässt stattdessen vor allem Zeit verstreichen. Dabei besitzt der Film durchaus etwas, auf das sich das Warten eigentlich lohnen könnte: die niedliche Fassade eines dreieinhalb Tonnen schweren Kieferapparats. Wenn die Kreatur dann irgendwann einmal auch für mehr als den Bruchteil einer Sekunde zu sehen ist, funktioniert das Design erstaunlich ordentlich. Der massige Körper, der breite Schädel, die gewaltigen Zähne – aus dem vermeintlich gemütlichen Pflanzenfresser wird tatsächlich eine imposante Bedrohung. Das Monster wirkt nicht wie ein beliebiges CGI-Reptil mit aufgeklebten Stoßzähnen. Nur hat „Hungry“ bis dahin bereits so viel Geduld verlangt, dass selbst die passable Qualität seiner Kreatur kaum noch etwas retten kann. Denn bei einem so homöopathisch dosierten Einsatz des Monsters ist ein handwerklich solides Creature-Design samt ordentlicher Effekte ohnehin das absolute Minimum, das man erwarten darf. Das funktioniert bei einem Film wie „Der weiße Hai“, weil die Abwesenheit des Tieres selbst zum Schrecken wird. Dort ist das Unsichtbare interessanter als das Sichtbare. „Hungry“ besitzt diese Suspense-Mechanik jedoch nicht. Wenn das Flusspferd endlich vollständig aus dem Wasser beziehungsweise aus dem Dickicht tritt, ist die entscheidende Frage nicht mehr: „Was kommt da?“ Sondern: „Endlich. Und jetzt?“ Und selbst dann folgt kein großer Befreiungsschlag.

    Hungry Film 2026
    Hungry ©Leonine

    „Hungry“ erklärt lieber sein Flusspferd, als es von der Leine zu lassen

    Mit der finalen Präsenz des Monsters könnte „Hungry“ an diesem Punkt all das nachholen, was es zuvor versäumt hat. Die Figuren sind endlich an Land, das Tier ist sichtbar, die räumlichen Möglichkeiten wären da. Stattdessen beginnt der Film ausgerechnet jetzt damit, seine eigene Existenzgeschichte zu erklären. Woher kommen diese Flusspferde eigentlich? Warum leben sie im Bayou? Wie konnte es dazu kommen? Es ist die Art von Hintergrundinformation, die vielleicht in einem anderen Film interessant wäre. Hier fühlt sie sich an wie eine Fußnote, die jemand ausgerechnet dann vorliest, wenn im Kino endlich das Licht ausgehen sollte. Überhaupt nimmt sich „Hungry“ erstaunlich bierernst. Das wäre kein Problem, wenn die Inszenierung diesen Ernst mit Atmosphäre, Härte oder emotionaler Konsequenz füllen würde. Stattdessen hängt der Film zwischen ernsthaftem Survival-Drama und Creature Feature, ohne aus einem der beiden Lager genügend Energie zu beziehen. Für einen augenzwinkernden Monsterfilm fehlt es an Humor. Für einen ernsthaften Survivalfilm an menschlichem Drama. Für einen spannenden Tierhorrorfilm passiert zu wenig. Und für einen Film über ein dreieinhalb Tonnen schweres Flusspferd besitzt er erstaunlich wenig Lust, mit genau dieser Absurdität etwas anzufangen. Das Tier hätte den Film von seiner Genrevergangenheit befreien können. Stattdessen wird es von ihr verschluckt. Anakonda, Krokodil, Hai – und nun eben Nilpferd. Die Formel bleibt dieselbe. Menschen geraten in ein abgelegenes Gebiet, das Wasser wird zur Todeszone, das Tier verschwindet irgendwo außerhalb des Bildausschnitts und die Handlung wartet darauf, dass es wiederkommt. Nur ist ein neues Tier noch lange keine neue Idee. „Hungry“ besitzt mit seinem Flusspferd eigentlich einen perfekten Genre-Aufhänger. Einen Gegner, der körperlich absurd, biologisch faszinierend und tatsächlich gefährlich ist. Einen Ort, der nach Atmosphäre schreit. Und ein Szenario, das daraus einen ungewöhnlichen Survivalfilm machen könnte. Am Ende bleibt davon vor allem das Tier. Und das ist dann doch ziemlich wenig.

    Hungry Film 2026
    Hungry ©Leonine

    Fazit

    „Hungry“ hat seinem Tierhorror einen Flussgiganten geschenkt – leider aber keine neue Idee. Was eigentlich ein wilder, packender Survival-Trip sein sollte, fühlt sich über weite Strecken eher wie eine bleierne, träge Fahrt durch stehendes Gewässer an.

    Bewertung: 1.5 von 5.
    Hungry Film 2026 Amazon Prime Video
    Hungry Film 2026 Amazon Prime Video Film

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