One More Shot – Der Tequila ist ’ne Zeitmaschine
| Titel | One More Shot – Der Tequila ist ’ne Zeitmaschine |
| Genre | Horror, Komödie |
| Jahr | 2025 |
| FSK | 16 |
| Regie | Nicholas Clifford |
Heimkinostart: 28.05.2026
Ein Shot verändert alles
Manchmal ist es ein Serienkiller, der einen Tag für Tag auf neue Weise abschlachtet. Manchmal endet alles immer wieder im selben Autounfall. Und manchmal wird es so verworren, dass man am Ende gegen sich selbst kämpft. Ob „Happy Death Day“, „Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie“ oder „Triangle“: Seit „Und täglich grüßt das Murmeltier“ wird das Konzept der Zeitschleife immer wieder neu interpretiert, mal kreativ, mal weniger gelungen. In Nicholas Cliffords Spielfilmdebüt „One More Shot“ ist diesmal ausgerechnet Alkohol der Auslöser der endlosen Wiederholung.

Emily Browning, bekannt aus „Sucker Punch“ und zuletzt vor allem in Serien wie „American Gods“ oder „The Affair“ zu sehen, übernimmt die Hauptrolle der Minnie, die noch immer an ihrem Exfreund Joe (Sean Keenan) hängt. Eine Millennium-Party soll die beiden wieder näher zusammenbringen, doch der Abend läuft völlig aus dem Ruder. Frustriert nimmt Minnie einen Schluck aus einer mysteriösen Tequila-Flasche und findet sich plötzlich wieder am Anfang der Nacht. Jeder weitere Schluck eröffnet neue Möglichkeiten, Dinge anders zu machen. Doch mit jeder Wiederholung leert sich auch die Flasche und damit schwinden Minnies Chancen auf einen echten Neuanfang.

Der schlimmste Kater ihres Lebens
Und täglich grüßt der Kater. Eine Flasche Tequila als Auslöser für eine Zeitschleife? Das mag auf den ersten Blick albern klingen. Und irgendwie ist es das auch. Doch das Wie ist letztendlich nebensächlich. Am Ende ist es nur eine moderne Variation einer bekannten Geschichte. Viel wichtiger ist das Warum. Egal wie humorvoll oder chaotisch das Drumherum inszeniert ist: Im Kern handeln Zeitschleifenfilme fast immer von Menschen, die sich selbst verloren haben und vor unbequemen Wahrheiten davonlaufen. Es geht darum, sich den eigenen Ängsten zu stellen und an ihnen zu wachsen. Genau das trifft auch auf Minnie in „One More Shot“ zu. Dass der Film so gut funktioniert, liegt vor allem an Emily Browning. Ihre Performance fängt kleinere Schwächen des Drehbuchs gekonnt auf. Minnie ist fehlerhaft, impulsiv und voller Widersprüche. Genau das macht sie so interessant, menschlich und nahbar – eine Figur, in der man sich leicht wiedererkennt.

Ihre Entwicklung folgt zwar den vorhersehbaren Mustern des Genres, doch Browning verleiht ihr mit viel Charme genau die Tiefe, die dem Storytelling stellenweise fehlt. Die Nebenfiguren sind liebenswert und amüsant, bleiben letztlich aber bloße Stichwortgeber für Minnies Reifeprozess. Der eigentliche Reiz des Films liegt ohnehin im Konzept selbst. Vieles davon kommt einem bekannt vor: Mit jeder Wiederholung eskaliert das Chaos ein Stück mehr. Das radelt vertraute Pfade ab, macht aber verdammt viel Spaß. Das 90er-Jahre-Setting, die Y2K-Thematik, die Outfits und der Soundtrack verleihen dem Ganzen eine ordentliche Portion Nostalgie. Gepaart mit Minnies katastrophalen Entscheidungen, jeder Menge Lachern, und ein paar überraschenden Twists fühlt sich der Film am Ende an wie ein gelungener Party-Cocktail: gemixt aus genau den richtigen Zutaten.

Fazit
„One More Shot“ ist eine charmante Zeitschleifen-Komödie, die zwar bekannten Mustern folgt, diese aber mit viel Herz, Humor und einer sympathischen Hauptfigur ausgleicht. Vor allem Emily Browning verleiht dem Film eine Leichtigkeit, die über kleinere Schwächen hinwegträgt. Kein Neuanfang für das Genre, aber genau die Art von leichtfüßiger Unterhaltung, die man sich von einem solchen Film erhofft.




































