Somnium | Film – Kritik: Ein Sci-Fi-Horror-Trip zwischen Traum und Albtraum

Somnium Film 2024
TitelSomnium
Genre Horror, Sci-Fi
Jahr2024
FSK16
RegieRacheal Cain

Heimkinostart: 30.04.2026

Realität ist nur ein Traum entfernt

Jeder von uns träumt, auch wenn sich nicht alle am nächsten Morgen daran erinnern können. Und obwohl wir viel über das Wie wissen, über die biologischen Abläufe im Gehirn, bleibt das Warum weiterhin ein Rätsel. Genau dieses Mysterium bietet eine ideale Grundlage für Filme, besonders im Horrorgenre. Schließlich können wir unseren Träumen nur selten entkommen, weshalb Klassiker wie „A Nightmare on Elm Street“ bis heute nachwirken. In den letzten Jahren hat sich der Fokus zunehmend auf das gezielte Erforschen von Träumen verlagert, oft im Kontext von Experimenten, wie etwa in „Come True“.

Somnium Film 2024
Somnium ©Meteor Film

„Somnium“, das Regiedebüt von Racheal Cain, knüpft daran an und erweitert das Konzept um das derzeit vor allem in sozialen Medien populäre Thema Manifestation. Was wäre, wenn sich das Unterbewusstsein im Schlaf so beeinflussen ließe, dass Träume Realität werden? Mit genau dieser Idee wird Gemma (Chloë Levine) in ihrem neuen Job konfrontiert. Nach ihrem Umzug nach Los Angeles nimmt sie eine Stelle in einer Schlafklinik an, wo sie Patienten überwacht. Doch schon bald beschleicht sie das Gefühl, dass etwas nicht stimmt, und sie beginnt, eine unheimliche Präsenz wahrzunehmen.

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Zwischen Traum und Wirklichkeit

Für Horrorfans sind ein treibender Synth-Score und der exzessive Einsatz von Neonfarben oft schon die halbe Miete, zumindest wenn man sich auf rein visuelle Reize einlassen möchte. Und genau das liefert Racheal Cain in „Somnium“. Doch ihr Anspruch geht weit darüber hinaus. Ihr Debüt ist ambitioniert, greift verschiedene Themen und Genres auf und orientiert sich dabei spürbar am surrealen Stil eines David Lynch. Die Geschichte um eine junge Schauspielerin, die nach Los Angeles zieht, um ihre Träume zu verwirklichen, erinnert nicht zufällig an „Mulholland Drive“. Allerdings gelingt es Cain nicht, diese Einflüsse zu bündeln. Stattdessen verliert sich der Film zunehmend in seinen eigenen Ideen und wirkt über die 90-minütige Laufzeit hinweg orientierungslos.

Somnium Film 2024
Somnium ©Meteor Film

Die Sci-Fi-Prämisse rund um Träume und deren Einfluss auf das Unterbewusstsein bleibt unausgereift und fungiert eher als lose Metapher denn als tragendes Element der Handlung. Das bestätigt sich auch im Finale, dass die Schlafklinik beinahe als irrelevanten Nebenplot erscheinen lässt. Auch die Horrorelemente bleiben spärlich, wenig originell und oft vorhersehbar. Gleichzeitig nimmt der Coming-of-Age-Aspekt rund um Gemmas Hoffnungen und ihre gescheiterte Beziehung zu viel Raum ein und bremst den Film mit langweiligen Rückblicken aus. Cain bringt viele interessante Ansätze zusammen, die sich jedoch gegenseitig im Weg stehen, da ein klarer Fokus fehlt. Chloë Levine versucht mit ihrer Performance, die Schwächen des Drehbuchs auszugleichen, und kommt diesem Ziel auch nahe. Aber eben nur beinahe.

Somnium Film 2024
Somnium ©Meteor Film

Fazit

„Somnium“ ist ein visuell ansprechendes, ambitioniertes Debüt, das mit spannenden Ideen rund um Träume und Manifestation spielt, sich jedoch in zu vielen Ansätzen verliert. Statt eine klare Richtung zu verfolgen, verzettelt sich der Film zwischen Sci-Fi, Horror und Coming-of-Age und kann sein Potenzial nicht ausschöpfen.

Bewertung: 2.5 von 5.
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