Flucht, Verrat und ein fetter Teaser für die X-Men?
Wer bei einem Marvel-Finale das übliche CGI-Gewitter erwartet hat, wurde von „Wonder Man“ (jetzt auf Disney+) eiskalt erwischt. Statt die Welt zu retten, rettet Simon Williams im Staffelfinale „Yucca Valley“ lieber seine Karriere – und am Ende seinen einzigen echten Freund. Wir dröseln auf, was da eigentlich passiert ist und warum das Ende viel größere Wellen schlägt, als es den Anschein hat. Alles beginnt mit dem größten Twist des Finales: Trevor Slattery (Ben Kingsley) ist nicht nur der komödiantische Sidekick, sondern der emotionale Anker. Nachdem Simon herausfindet, dass Trevor insgeheim Informationen an das Department of Damage Control (DODC) weitergegeben hat, bricht für ihn eine Welt zusammen. In einem Moment purer Trauer und Wut verliert Simon die Kontrolle über seine ionischen Kräfte und zerlegt das Filmset.
Ein echter „Wonder Man“?
Doch Trevor beweist Rückgrat: Um Simons aufstrebende Hollywood-Karriere zu retten, nimmt er die Schuld auf sich. Er veröffentlicht ein Video-Manifest, schlüpft erneut in seine Rolle als „Mandarin“ und behauptet, er stecke hinter der Explosion. Während Simon zum gefeierten A-List-Star aufsteigt, landet Trevor im Hochsicherheitsknast des DODC. Der Gefängnisausbruch: Simon wird zu „Wonder Man“. Eigentlich könnte Simon sein neues Leben in Saus und Braus genießen. Doch er merkt, dass der Ruhm hohl ist. Unter dem Vorwand, für eine neue Rolle als „einfacher Bürger“ zu recherchieren, schleust er sich als Schatten eines Wärters in das DODC-Gefängnis ein. Der krönende Abschluss: Simon bricht Trevor aus, manipuliert das Dach der Anlage und fliegt mit ihm davon. Damit akzeptiert er endlich seine Kräfte und ist nun – wie Trevor so schön sagt – ein echter „Wonder Man“. Aber was bedeutet das für die Zukunft?

Was das Ende anteasert (und was nicht)
Wer bis nach dem Abspann gewartet hat, wurde zwar enttäuscht – es gibt keine Post-Credit-Scene –, doch die eigentlichen Hinweise für die Zukunft stecken subtil im Plot selbst. Besonders das Mutant-Mysterium lässt Lore-Experten hellhörig werden: Da Showrunner Andrew Guest die exakte Herkunft von Simons Kräften bewusst vage lässt und andeutet, dass diese bereits in seiner Kindheit auftauchten, spekulieren viele Fans bereits auf das X-Gen. Sollte sich das bestätigen, wäre Simon Williams einer der ersten Vorboten für die lang erwartete „X-Men“-Saga. Gleichzeitig bringt das Finale das Department of Damage Control (DODC) zurück ins Spiel. Agent Cleary markiert Simon nun offiziell als Gefahr, was das DODC als zentralen Gegenspieler für die „Street Level“-Helden zementiert – ein Wiedersehen in kommenden Street-Level-Projekten ist hier zumindest aus erzählerischer Sicht fast schon vorprogrammiert. Am Ende bleibt ein Duo auf der Flucht, was in der Gerüchteküche bereits die wildesten Theorien schürt, Simon und Trevor könnten an bekannten Orten wie der mystischen Welt von „Ta Lo“ untertauchen. Doch am Ende zeigt uns „Wonder Man“ vor allem eines: Wahres Heldentum besteht nicht aus PR-Stunts, sondern aus Opfern für Freunde. Auch ohne klassische Teaser-Szene ist klar, dass Simon Williams ab jetzt auf dem Radar der ganz großen Player im MCU steht.


