| Titel | The Killer |
| Genre | Action, Thriller |
| Jahr | 2024 |
| FSK | 16 |
| Regie | John Woo |
Starttermin: 04.04.2025 | Prime Video
So gut wie das Original?
Wenn Regisseur*innen sich dazu entscheidet, eines ihrer größten Werke neu zu verfilmen, stellt sich unweigerlich die Frage nach dem Warum: Ist es ein Kräftemessen mit dem eigenen Genie, ein Akt des “Sich-noch-einmal-beweisen-möchtens”, oder doch nur der Versuch, den Geist vergangener Zeiten wiederzubeleben – eher unweigerlich und aus Mangel an Ideen. Kann John Woo, der mit seinem zeitlosen Klassiker “The Killer” aus dem Jahr 1989 Action-Geschichte schrieb, diesem Kultfilm auch in der Neuauflage gerecht werden? Oder verfehlt das Remake die emotionalen und stilistischen Qualitäten, die das Original zu einem Meilenstein des Genres machten?

Und darum geht es…
Paris: Als Killerin Zee (Nathalie Emmanuel) bei ihrem jüngsten Attentat eine unbeteiligte Sängerin namens Jenn (Diana Silvers) am Leben lässt, verstößt sie damit gegen die wichtigste Regel: Hinterlasse keine Zeug*innen. Ganz zum Unmut ihres Auftraggebers Finn (Sam Worthington), der Zee direkt auf die Überlebende ansetzt, um diese ein für alle mal aus dem Weg zu schaffen. Doch als wäre das noch nicht genug, hat sie mit dem engagierten Inspektor Sey (Omar Sy) auch noch ein weiteres Problem an sie geklemmt, was Zee nicht nur zur Jägerin, sondern auch zur Gejagten macht.

Woo’scher Exzess auf Sparflamme
Die Pariser Schauplätze glänzen in sonnendurchfluteter Leichtigkeit. Das Bild wirkt steril, wie von einer aseptischen Glätte überzogen, fast schon heiter, als entstamme es einer handelsüblichen Actionkomödie – aber dann passiert es: Patronenhülsen tanzen im Zeitraffer über den Bildschirm, gefolgt von weiße Tauben, die sich in Super-Slow-Motion in die Lüfte erheben und Bestätigen, was bis dato noch fraglich erschien: John Woo ist zurück. “The Killer” ist wirklich ein Woo–Film, sogar ein Remake seines vielleicht größten Werks – und doch fühlt es sich lange Zeit nicht danach an. Die existenzielle Schwere des Originals jedenfalls bleibt aus, doch der Unterhaltungswert kommt gemächlich in Gange. Hat man sich erst einmal mit der diffusen Tonalität arrangiert, entfaltet sich nach und nach die gewohnte Woo’sche Intensität, selbst wenn das Remake sie nur spärlich freigibt.

Wie die irritierend aufgehellte Stimmungslage, will sich auch der Cast nicht so wirklich mit der Geschichte arrangieren: Omar Sy wirkt als hartnäckiger Cop ebenso fehlbesetzt wie Sam Worthington als skrupelloser Unterweltboss. Selbiges gilt für Nathalie Emmanuel als titelgebende Auftragskillerin, die Anfangs mit denselben Problemen zu kämpfen hat, mit zunehmender Laufzeit aber doch noch in ihre Rolle hineinwachsen kann, wenngleich das Skript hierfür ohnehin wenig Raum für individuelle Entfaltung bietet. Während das Casting und das Drehbuch zu wünschen übrig lassen, schlägt “The Killer” in Sachen Action einen weitaus versöhnlicheren Ton an: Stilisiert, überhöht, kinetisch – ein mit Zeitlupen aufgeladener Tanz der Gewalt, der mitreißt. Nie so grimmig und ausladend wie noch im Original, aber immerhin unterhaltsam genug, um das Publikum bis zum Schluss bei Laune zu halten – denn je länger “The Killer” läuft, umso involvierender ist seine Wirkung.

Fazit
Als nostalgisches Stil-Revival taugt “The Killer” trotz gewöhnungsbedürftiger Optik durchaus, als emotionale Erneuerung des Originals bleibt er aber weit zurück!

Wie hat Dir „The Killer“ gefallen?

