K.O. – Kritik zum Netflix Film: Ein weiterer Volltreffer aus der Welt des MMA?

TitelK.O.
Genre Action
Jahr2025
FSK16
CreatorAntoine Blossier

Starttermin: 06.06.2025 | Netflix

Der MMA-Hype auf Netflix geht in die nächste Runde!

Was einst als Nischensport mit zweifelhaftem Ruf begann, hat sich zu einem globalen Phänomen entwickelt: Mixed Martial Arts boomt. Längst vorbei sind die Zeiten, in denen Kämpfer barfuß in schlecht beleuchteten Hallen gegeneinander antraten, während Zuschauer zwischen Faszination und Fremdscham schwankten. Heute füllen MMA-Veranstaltungen wie die der UFC oder PFL ganze Arenen, erzielen Millionenreichweiten im Streaming und haben sich zu einem Wirtschaftsfaktor mit weltweiter Anziehungskraft entwickelt. Dass der Hype unlängst auch in der Film– und Serienwelt angekommen ist, zeichnet sich auch auf Netflix & Co. ab. Nach dem Amazon Original “Road House” mit Conor McGregor in der Antagonistenrolle, dem deutschen MMA-Actioner „60 Minuten“ auf Netflix, und der ebenfalls dort erschienenen Serienproduktion „Der Käfig“, schickt Netflix mit “K.O.” den nächsten schlagkräftigen Beitrag ins Rennen – aber bringt der auch den nötigen Wumms mit sich?

K.O. Netflix Serie 2025
K.O. ©Netflix

Und darum geht es…

Bastien (Ciryl Gane), ein ehemaliger MMA-Kämpfer, lebt seit einem folgenschweren Kampf, bei dem er unabsichtlich seinen Gegner Enzo tötete, abgeschottet vom Rest der Welt. Drei Jahre später sucht ihn Enzos Witwe auf – ihr Sohn Léo (Maleaume Paquin) ist in spurlos verschwunden, und Bastien ist ihre letzte Hoffnung. Entschlossen, seine Vergangenheit nicht länger zu verdrängen, macht er sich auf eine riskante Suche nach dem Jungen. Dabei führt ihn der Weg tief in den kriminellen Sumpf der Stadt, wo neue Bandenstrukturen brutal die Macht übernehmen. Für Bastien wird die Rettungsmission zur Möglichkeit, sich seiner Schuld zu stellen – und ein letzter Kampf, der alles verändern könnte.

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Das übliche B-Movie-Geplänkel

Raus aus dem Octagon, rein in die dunklen Ecken des B-Movie-Kosmos. Nach einem kurzen Schwenk in Bastiens Profikarriere – genau in dem Moment, in dem selbige ihr Ende findet – wirft K.O. die angekündigten MMA-Bezüge kurzerhand über Bord, um sich stattdessen den Gepflogenheiten eines x-beliebigen Heimkino-Kloppers zu widmen. Angesichts des unspektakulären und zugleich überdramatisierten Ausflugs in den achteckigen Käfig ist das vielleicht keine allzu schlechte Entscheidung. Dieser nämlich erweist sich als blutleerer Aufhänger eines nie zu Ende erzählten Dramas, das den entscheidenden Knockout als Unfall im Eifer des Gefechts inszeniert – nicht als gezielten Tabubruch wie in „Rocky IV“, wo Ivan Drago den Tod von Apollo Creed kaltblütig in Kauf nahm. Es wirkt fast so, als wolle K.O. das ohnehin schmuddelige Image des Sports – das außerhalb eingefleischter Fankreise nach wie vor ein Thema ist – nicht noch weiter beschädigen.

K.O. Netflix Serie 2025
K.O. ©Netflix

Das war es dann auch schon mit Mixed Martial Arts – danach folgt ein melodramatischer Genreversuch ohne klare Handschrift. Während sich „60 Minuten“ mit Emilio Sakraya noch auf die Kernkompetenzen konzentrierte – brachiale, kompakte Action mit klarem MMA-Fokus – driftet K.O. rasch in bekannte Crime-Dramaturgien und klischeebeladenes Sentimentaltheater ab; mit einem darstellerisch limitiert durch die Gegend stolpernden UFC-Schwergewichtler Ciryl Gane in der Hauptrolle. Übrig bleibt ein generischer B-Movie für den Streamingmarkt – einer von vielen, wie man sie schon aus der Direct-to-Disc-Ära der 2000er kennt: gesichtslose Lakaien, kaum als echte Figuren erkennbare Antagonisten und eine ideenarme Handlung ohne Überraschungen. Handwerklich ist das alles solide genug – ein bisschen Prügeln, ein bisschen Schießen, kompetent und kompromisslos inszeniert, aber ohne markantes Alleinstellungsmerkmal und erzählerischem Fluss. So wirkt letztlich selbst der Schnitt unrhythmisch – nicht innerhalb der Szenen, sondern beim Szenenwechsel: ein stakkatoartiger Aufbau, der möglichst schnell alle Stationen einer vorhersehbaren Dramaturgie abspult. So bleibt von den MMA-Wurzeln am Ende kaum mehr als ein Etikett übrig.

K.O. Netflix Serie 2025
K.O. ©Netflix

Fazit

Im Genre der Schwergewichte wirkt “K.O.“ wie ein Fliegengewicht – kraftlos und ohne bleibenden Eindruck!

Bewertung: 1.5 von 5.
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