| Titel | La Palma |
| Genre | Drama, Action |
| Jahr | 2024 |
| FSK | 12 |
| Regie | Kasper Barfoed |
Starttermin: 12.12.2024 | Netflix
Feuer im Paradies
Die Kanarischen Inseln – getragen von einer gewaltigen Urkraft. Besonders La Palma, die nordwestlichste Insel, erinnert eindrücklich daran, dass Schönheit oft aus Zerstörung erwächst. Der Cumbre Vieja, dessen Ausbruch 2021 eine Schneise der Verwüstung hinterließ, hat die Insel nachhaltig geprägt – und gezeigt, dass die Erde auch heute noch lebt. Auch der majestätische Teide auf Teneriffa oder Lanzarotes feurige Timanfaya-Landschaft sind Monumente dieser Schöpfung. Ein Hotspot tief im Atlantik hat diese Inselwelt geformt; ihre Lava zu spektakulären Landschaften erstarren lassen – zu einer Verbindung rohen Ursprungs und paradiesischem Flair: Ein Slogan, der sich auch problemlos auf die norwegische Netflix Serie “La Palma” anwenden lässt.

Und darum geht es…
Wie unzählige andere Skandinavier*innen fliehen auch Marie Ekdal (Thea Sofie Loch Næss) und ihre Familie (u.a. Anders Baasmo, Alma Günther, etc.) vor der winterlichen Kälte ihres Heimatlandes, um die Weihnachtszeit auf den Kanarischen Inseln zu verbringen. Doch der entspannte Urlaub auf La Palma nimmt eine dramatische Wendung: Eine junge Wissenschaftlerin stößt auf beunruhigende Anzeichen für eine bedrohliche Aktivität in einem der lokalen Vulkane im Zentrum der Insel. Ihre Warnungen vor einem bevorstehenden Ausbruch bleiben jedoch unbeachtet. Sollte der Vulkan ausbrechen, droht ein gigantisches Bergmassiv ins Meer zu stürzen, was einen katastrophalen Tsunami auslösen könnte. Für Marie und ihre Familie wird der Aufenthalt plötzlich zum Überlebenskampf, bei dem jede Sekunde zählt, um den zerstörerischen Naturgewalten zu entkommen.

Unser Fazit nach den ersten beiden Episoden
Mit insgesamt vier Episoden, die in Summe eine Laufzeit von rund 180 Minuten ergeben, ist die norwegische Miniserie “La Palma” zwar etwas länger als Roland Emmerichs Weltuntergangsszenario “2012”, aber immer noch kürzer als beispielsweise “Titanic” geraten – und dramaturgisch somit durchaus mit anderen Naturkatastrophenfilm vergleichbar. Wie schon viele oberflächliche Zerstörungsorgien zuvor, hat auch das Netflix Original unter einer auffallend schwachen, und für das, was sich darin abspielt, viel zu ausladenden Erzählweise zu leiden. Ob Erdbeeren, Sintflut oder sogar Monsterangriff (auch Filme wie “Troll” bedienen sich derselben erzählerischen Struktur), ist es letztlich doch die immergleiche Herangehensweise, die ernüchternd wirkt, wenn es darum geht die Welt, oder partielle Gebiete selbiger, in Schutt und Asche zu legen. „La Palma“ bildet da keine Ausnahme!

Ein Mensch der Wissenschaft ahnt Böses, bekommt jedoch kein Gehör, und wenn dann doch, ist es bereits zu spät. Eine Familie hat mit internen Problemen zu kämpfen, findet im Ascheregen jedoch wieder zueinander. Kurzum: Wissenschaftlicher Fachjargon, repetitiv und langatmig, trifft auf kitschige Seifenoper, oberflächlich vorgetragen – selten glaubwürdig. Ehe sich der Boden auftut, um sein inneres Feuer freizulegen, beginnt es mit Gas, dann folgt Rauch, schließlich Lava – so zitiert es “La Palma” und strukturiert dementsprechend auch seine Episoden. Während Folge 1. größtenteils belanglose Familienproblemchen widmet, ehe das Gas ausströmt, gibt es in Folge 2. neben einer nichtigen Teenie-Romanze am Ende etwas Rauch am Firmament zu sehen. Was in der nächsten Episode passiert, lässt sich demnach ahnen – dürfte nach der bedingt unterhaltsamen ersten Serienhälfte, aber nur noch die Wenigsten interessieren.

Prognose
Keine Vollkatastrophe, aber sicherlich auch kein Grund einzuschalten!

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