| Titel | One Fast Move |
| Genre | Drama, Sport |
| Jahr | 2024 |
| FSK | 12 |
| Regie | Kelly Blatz |
Starttermin: 08.08.2024 (Prime Video)
nach „The Bikeriders“ kommt „One Fast Move“
Während schnelle Autos schon immer einen großen Platz in der popkulturellen Welt von Film und Fernsehen einnahmen, fristeten die zweirädrigen kleinen Brüder – einige positive Ausnahmen wie “Sons of Anarchy“ oder “Rodeo” – eher ein Schattendasein. Da glich der Kinostart des oktanhaltige Motorraddramas “The Bikeriders” vor wenigen Wochen fast schon wie ein Befreiungsschlag, in dessen Windschatten das Amazon Original “One Fast Move” nun zum Überholmanöver ansetzt. Dass dieser Vergleich aufgrund der etwas anderen Herangehensweise an den Stoff ein wenig hinkt, ist klar – und doch entschuldigt es die eher dürftige Performance auf der Strecke nur bedingt!

Und darum geht es…
Nachdem Wes Neal (K.J Apa) bei einem illegalen Straßenrennen festgenommen wird, war es das erst einmal mit seiner Militärkarriere bei der US-Armee. Trotz der unehrenhaften Entlassung bleibt ihm aber immer noch die Möglichkeit eine Profi-Karriere, als Motorradfahrer einzuschlagen – und mit seinem Vater, dem ehemaligen Rennfahrer Dean Miller (Eric Dane), hat er auch den perfekten Mann an seiner Seite, der ihn als Coach ganz weit nach vorne bringen kann. Nun heißt es, die alten familiären Differenz beiseitezulegen, um an einem Strang zu ziehen. Doch das herrische Wesen seines Vaters treibt Wes schnell an seine Grenzen und gefährdet nicht nur seine Karriere, sondern auch die Beziehung zu seiner Freundin Camila (Maia Reficco). Eine Entscheidung muss her…!

Zwischen Rennbahn und Familienkonflikt
Dass sich das eigentlich recht hochwertig produzierte Rennfahrerdrama mit seinem aus den Untiefen der C-Movie-Hölle entsprungenen Poster keinen Gefallen getan hat, könnte man – die Marketing-Komponente einmal außer Acht gelassen – fast schon als Geschenk betrachtet. Die dadurch geschürten, niedrigen Erwartungen übertrifft “One Fast Move” jedenfalls mit Leichtigkeit – gut ist die 08/15-Außenseitergeschichte dadurch aber noch lange nicht. Jede Figur, jedes Motiv, jedes Handlungsmotiv ist mindestens genauso alt, wie der handelsübliche Plot über einen jungen Mann am Scheidepunkt des Lebens. Als reiner Unterhaltungsfilm betrachtet, mag das vielleicht ausreichen, für ein tiefschürfendes Drama, das “One Fast Move” ja auch sein möchte, nicht.

Familiendrama statt Rennaction – was gut so ist, aber so nicht! Auf dem Papier bietet die Geschichte über eine gescheiterte Vater-Sohn-Beziehung gepaart mit der selbstverwirklichungsgetriebenen Underdog-Heldenreise fruchtbaren Nährboden für spannende Konflikte und emotionale Begegnungen. Der undurchsichtige Wildwuchs an Klischees und Konventionen jedoch verhindert jegliches Aufkeimen von echten Gefühlen und somit auch echter Tiefe. Dass der Cast größtenteils blass bleibt, kann man ihm kaum verübeln, schließlich ist es schwer nachhaltig zu performen, wenn das Skript einem nur Binsenweisheiten oder direkt unsinnigen Quatsch auf die Zunge legt. Hinzu kommt, dass es “One Fast Move” verpasst, dem Publikum ein echtes Gespür für die Welt des Motorradrennsports zu vermitteln. Wer hier weshalb fahren darf, was wieso möglich ist und wie die gesamte Systematik dahinter funktioniert, bleibt schleierhaft. Selbiges gilt für die drucklosen Rennmontagen.

Fazit
„One Fast Move“ tritt auf der Stelle: Trotz solider Produktion bleibt das Rennfahrerdrama auf emotionaler Ebene im Leerlauf – klischeebeladen und ohne Tiefgang!

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