The Restoration of Grayson Manor | Film – Kritik: Queerer Gothic Horror

The Restoration at Grayson Manor Film 2025

The Restoration of Grayson Manor

TitelThe Restoration of Grayson Manor
Genre Horror, Komödie
Jahr2026
FSKungeprüft
RegieGlenn McQuaid

Fantasy Filmfest 2026

Toxische Mütter und tödliche Hände

Queerer Horror gehört beim diesjährigen Fantasy Filmfest zu den prägenden Themen des Programms. Nicht nur, dass „Leviticus“ das Filmfestival eröffnet, auch die gefeierte Horrorkomödie „The Restoration of Grayson Manor“, in der Regisseur Glenn McQuaid seine persönlichen Erlebnisse auf überspitzte Art und Weise verarbeitet, ist Teil des Programms. Und für die Hauptrolle konnte er jemand ganz Besonderen gewinnen: Chris Colfer, der mit seiner Rolle in der Kultserie „Glee“ zum Star wurde, sich nach dem Ende der Serie allerdings zurückzog und sich auf seine Karriere als Autor konzentrierte.

The Restoration at Grayson Manor Film 2025
The Restoration At Grayson Manor © Bankside Films

Für die besondere Mischung aus queeren Familiendrama, Gothic Horror und blutiger Komödie zog es ihn endlich zurück vor die Kamera. Und die Prämisse hört sich mehr als originell an. Der Film handelt von Boyd (Chris Colfer), dem Spross einer irischen Adelsfamilie, der im Familienanwesen regelmäßig Sex mit Männern hat, um seine Mutter Jacqueline (Alice Krige) zu kränken. Als Boyd bei einem makaberen Unfall beide Hände verliert, sieht Jacqueline die Chance, ihn endlich zu dem Erben zu formen, den sie sich immer gewünscht hatte.

Queerer Horror trifft auf Vorabendprogramm

An den Dialogen merkt man schnell, dass mit McQuaid eine queere Person hinter dem Drehbuch steckt. Denn nichts für ungut, aber selten gelingt es einem heterosexuellen Drehbuchautor, ein so authentisch wortgewandtes und bitchiges Hin und Her zwischen einem schwulen Sohn und seiner toxischen Mutter zu schreiben. Die einfallsreichen Beleidigungen bringen einen immer wieder zum Schmunzeln. Das liegt vor allem auch an den hingebungsvollen Darbietungen von Chris Colfer und Alice Krige, die sichtlich Vergnügen an ihren Rollen haben. Zwischen all den Zickereien versäumt es McQuaid allerdings, der Mutter-Sohn-Dynamik echte Tiefe zu verleihen. Die Konflikte und die ernsten Themen von Homophobie und familiärem Druck kommen im verbalen Schlagabtausch der beiden immer wieder zur Sprache, finden aber selten Raum, um sich wirklich auf emotionaler Ebene zu entfalten.

The Restoration at Grayson Manor Film 2025
The Restoration At Grayson Manor © Bankside Films

McQuaid legt mehr Wert auf Spaß, und den bekommt man hier definitiv. Der Regisseur war nicht nur von Horrorfilmen inspiriert, sondern auch von Soaps. Und das merkt man. Er baut zahlreiche hirnrissige Wendungen ein, die man sonst nur aus dem Vorabendprogramm von RTL kennt, und treibt sie konsequent ins Absurde. An Kreativität mangelt es hier definitiv nicht. Der Horroranteil bleibt dabei allerdings eher gering und kommt hauptsächlich durch die blutigen Effekte zum Vorschein, statt eine echte Atmosphäre oder Grusel aufzubauen. Hier erinnert „The Restoration of Grayson Manor“ vor allem an Kultklassiker wie „Die Killerhand“ oder auch „Die Addams Family“. Nur verpasst man den tödlichen Händen hier einen etwas moderneren Twist.

The Restoration at Grayson Manor Film 2025
The Restoration At Grayson Manor © Bankside Films

Fazit

„The Restoration of Grayson Manor“ ist eine herrlich schräge Mischung aus Horror, schwarzem Humor und überdrehter Soap, die vor allem von ihren bissigen Dialogen und den spielfreudigen Darbietungen von Chris Colfer und Alice Krige lebt. Auch wenn die emotionalen Konflikte etwas mehr Tiefe vertragen hätten und der Horror eher kurz kommt, sorgt die kreative Inszenierung für jede Menge Unterhaltung. Ein blutiger, queerer Spaß, der sich selbst nie zu ernst nimmt.

Bewertung: 3.5 von 5.
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