T.I.M. – Kritik

TitelT.I.M.
Genre Sci-Fi, Thriller
Jahr2023
FSK16
RegieSpencer Brown

Heimkinostart: 15.12.2023

Love, Death & Robot

Während ChatGPT heutzutage vermutlich für den Großteil an lieb- und seelenlosen Klatsch-Artikeln von unzähligen Promi-Gossip-Magazinen verantwortlich ist und selbst große Hollywood Studios wie Marvel offen zum Einsatz von per KI erstellten Bildern stehen – wie im Fall der Intronsequenz der MCU-Serie “Secret Invasion” – bringen die meist harmlosen technologischen Entwicklung auch allerhand echte Gefahren mit sich. Dessen scheint sich auch der Regisseur und Drehbuchautor des KI-Thrillers “T.I.M.” Spencer Brown bewusst zu sein. In seiner an die Netflix Erfolgsserie “Black Mirror” angelehnten dystopischen Zukunftsvision bekommt es eine sowieso schon äußerst fragile Beziehung mit einer heimtückischen Künstlichen Intelligenz zu tun – mit tödlichem Ausgang!

T.I.M. ©MONSTER IN THE HOUSE PRODUCTION LTD

Und darum geht es…

Als angestellte Ingenieurin bei einem Hightech-Unternehmen, das sich auf die Herstellung und den Vertrieb von Haushaltsrobotern spezialisiert hat, bekommt Abi (Georgina Campbell) bei ihrer Einstellung selbstverständlich direkt selbst einen Prototyp der jüngsten Robotergeneration, um sich selbst ein Bild von dessen Können machen zu können. Der mittels Künstlicher Intelligenz agierende Roboter hört auf den Namen T.I.M. (Eamon Farren) und erweist sich als echte Hilfe im Haushalt von Abi und ihrem Partner Paul (Mark Rowley). Als T.I.M. jedoch zunehmend ein eigenes Bewusstsein entwickelt, steht nicht nur ihre Beziehung, sondern auch ihr Leben auf der Kippe!

T.I.M. ©MONSTER IN THE HOUSE PRODUCTION LTD

Beziehungskiller KI

Wenn sich in “T.I.M.” ein liebestrunkener Roboter vollumfänglich dem neu entdeckten Gefühl der Liebe öffnet und dabei vor nichts, nein, nicht einmal Mord zurückschreckt, haben wir eigentlich alle essenziellen Zutaten für eine spaßig-brutale “Love, Death & Robots”-Episode beisammen – und doch könnte der Science-Fiction-Thriller nicht anders sein. Viel passender ist natürlich der gern gewählte “Black Mirror”-Vergleich. Ähnlich wie die Netflix Serie macht es sich auch “T.I.M” zur Aufgabe eine, sich bis auf die Existenz der titelgebend Künstlichen Intelligenz von der unseren Welten kaum unterscheidenden Dystopie zu erschaffen, um darin den potenziellen Gefahren des digitalen und technischen Fortschritts auf den Zahn zu fühlen. Dass jedoch selbst dieser Vergleich unpassend erscheint, wird bereits nach wenigen Minuten klar, wenn das unfreiwillig komische Durcheinander seinen unglaubwürdigen Lauf nimmt.

T.I.M. ©MONSTER IN THE HOUSE PRODUCTION LTD

Als Antagonist mit Sheldon Cooper-ersker Motorik und einer förmlich nicht vorhandenen Bedrohlichkeit – der Sheldon Cooper-Vergleich macht mehr und mehr Sinn – ist T.I.M. quasi völlig ungeeignet. Selbst im Blutrausch – nicht dass es je Blut zu sehen gäbe – fehlt es dem Roboter-Widersacher an ernstzunehmendem Gefahrenpotenzial. Hinzu kommt, dass es für den Werdegang vom freundlichen Hausdiener zum eifersüchtigen Killer-Roboter weder eine Erklärung, noch einen Erklärungsversuch und viel wichtiger noch, nicht einmal eine echte Entwicklung gibt. Wenn sich die Situation gemächlich zuspitzt, herrscht Unglaubwürdigkeit – statt spannend, wird es unfreiwillig komisch. Wo der KI-Puppen-Horror “M3GAN” mit satirischem Kniff und stylischer Ästhetik überzeugen konnte, fehlt es “T.I.M.” an allen Ecken und Kanten – das Ergebnis ist vorhersehbar, spannungsarm und uninteressant.

T.I.M. ©MONSTER IN THE HOUSE PRODUCTION LTD

Fazit

Ein KI-Thriller ohne eigene Identität und frei von neuen Erkenntnissen!

Bewertung: 1.5 von 5.

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