Hokum | Film – Kritik: Ein Albtraum aus irischer Folklore

Hokum Film 2026

Hokum

TitelHokum
Genre Horror, Thriller
Jahr2026
FSKungeprüft
RegieDamian McCarthy

Fantasy Filmfest 2026

In diesem Hotel lauert das Grauen in jeder Ecke

Innerhalb des letzten Jahrzehnts hatte Horror ein regelrechtes Glow-Up und beherrscht nicht nur die Kinocharts, sondern wird auch von zahlreichen Kritikern gefeiert. Namen wie Jordan Peele, Zach Cregger oder Osgood Perkins haben dem Genre zu neuem Glanz verholfen und die nächste Generation steht mit Kane Parsons und Curry Barker bereits in den Startlöchern. Doch ein Name geht dabei oft ein wenig unter: Damian McCarthy. Unter eingefleischten Horrorfans ist der Regisseur zwar durchaus bekannt und begeistert mit seinen atmosphärischen und in irischer Folklore verwurzelten Filmen wie „Caveat“ und „Oddity“, der große Mainstream-Erfolg blieb damit allerdings aus. Bis jetzt.

Hokum Film 2026
Hokum ©DCM

Sein neuester Streich „Hokum“ hat weltweit nämlich bereits 25 Millionen Dollar eingespielt. In Deutschland ist ein Kinostart für den 31. Dezember geplant, Besucher des Fantasy Filmfests 2026 können den Horrorfilm aber bereits vorher auf der großen Leinwand sehen. Adam Scott spielt darin den Autoren Ohm Bauman, der sich ein Zimmer in einem kleinen Ort in Irland mietet, um dort seine Schreibblockade zu lösen. Dort lernt er die junge Mitarbeiterin Fiona (Florence Ordesh) kennen, die kurz darauf auf mysteriöse Weise verschwindet. Ohm wird neugierig und schleicht sich in die verbotene Flitterwochen-Suite, in der unerklärliche Dinge vor sich gehen.

Der Albtraum steckt im Detail

McCarthy ist dafür bekannt, dass er seine visuellen Ideen bereits Jahre vor der eigentlichen Filmproduktion skizziert. Diese unglaubliche Leidenschaft für sein Werk spürt man in jeder Einstellung von „Hokum“. Jedes Detail wirkt liebevoll durchdacht. Die handgeschnitzten, unheimlichen Requisiten und Figuren, die albtraumhafte eselshauptige Gestalt Jack: das alles und noch mehr hauchen dem Film erst so richtig Leben ein und tragen immens zu einer dichten Atmosphäre bei, die einen beinahe verschlingt. Dazu kommt die intensive Kameraarbeit, die die Bedrohung durch die Dunkelheit wirkungsvoll einfängt. Jeder Winkel des klaustrophobischen Gebäudes wird zum nächsten potenziellen Albtraum, jedes Flackern lässt den Körper zusammenzucken. Nicht zufällig erinnert der Schauplatz, ein Hotel im Nirgendwo Irlands, an das Overlook aus „The Shining“. Auch hier wird das Gebäude zu einem eigenen Charakter, dem McCarthy allerdings seinen ganz persönlichen Stempel aufdrückt.

Hokum Film 2026
Hokum ©DCM

Die quälende Anspannung steigt ins Unermessliche und entlädt sich immer wieder in clever gesetzten Jumpscares, die zu den besten gehören, die das Horrorjahr bisher zu bieten hatte. McCarthy versteht sein Handwerk und weiß, wie man Angst auf simple, aber effektive Weise schürt. Sein Stil wirkt klassisch und vertraut, besitzt aber dennoch eine ganz eigene Note. Genau das macht seine Filme so besonders: Alle drei spielen an unterschiedlichen Orten und folgen unterschiedlichen Figuren, fühlen sich aber dennoch miteinander verbunden an und tragen eine unverwechselbare Handschrift. Thematisch beschäftigt sich „Hokum“ mit Schuld und Trauer, im Genre sicherlich nichts Ungewöhnliches. McCarthy verwebt diese Motive jedoch mit einem fesselnden Mysterium und gut geschriebenen Figuren. Adam Scotts Ohm ist für einen Hauptcharakter in einem Horrorfilm außergewöhnlich zynisch, beinahe unsympathisch, gleichzeitig aber auch einnehmend und charmant. Trotz seiner Art fiebert man mit ihm mit. Und das liegt neben Scotts solider Leistung vor allem am starken Drehbuch.

Hokum Film 2026
Hokum ©DCM

Fazit

„Hokum“ ist atmosphärischer, klassischer Horror, der mit handgemachten Details, einer beklemmenden Inszenierung und einigen herausragenden Jumpscares überzeugt. McCarthy verbindet Schuld und Trauer mit einem fesselnden Mysterium und beweist dabei erneut seine unverwechselbare Handschrift. Ein intensiver Albtraum, der noch lange nach dem Abspann nachhallt.

Bewertung: 4 von 5.