Buddy
| Titel | Buddy |
| Genre | Horror, Komödie |
| Jahr | 2026 |
| FSK | ungeprüft |
| Regie | Casper Kelly |
Fantasy Filmfest 2026
Kinderfernsehen war noch nie so blutig
Auch wenn das Poohniverse einen wackeligen Start hatte, zeigt das Franchise dennoch, wie viel Potenzial darin steckt, Figuren aus Kindermedien als Bösewichte neu zu interpretieren. Zahlreiche Kinderfilme haben ohnehin eine unterschwellig düstere Atmosphäre, da macht es nur Sinn, dies in Horrorfilmen auf die Spitze zu treiben. Casper Kelly, der bereits seit den 90ern im Filmgeschäft tätig ist und zuletzt bei einem Segment von „V/H/S: Halloween“, dem aktuellsten Teil der Reihe, Regie führte, nimmt sich in „Buddy“ zwar keine echten Figuren aus Kinderfilmen vor, ließ sich bei der Gestaltung aber eindeutig von „Barney & Friends“ inspirieren.

In Amerika hatte er damit bereits Erfolg und spielte bei einem Budget von 3 Millionen Dollar über 17 Millionen Dollar ein, weltweit sogar 24 Millionen Dollar. Das liegt vermutlich auch am cleveren Marketing. Berichte über wütende Eltern, die dachten, sie würden mit ihren Kindern einen familienfreundlichen Film sehen, machten Schlagzeilen und schürten die Neugier vieler. Dem Publikum des Fantasy Filmfests 2026 wird bewusst sein, was es erwartet, und zwar jede Menge blutiger Spaß. Im Film werden Kinder in ein zunächst unschuldig erscheinendes TV-Format gezogen, in dessen Mittelpunkt das Einhorn Buddy steht. Die Außenwelt vergisst auf magische Weise die verschwundenen Kinder, doch die junge Mutter Grace (Cristin Milioti) beginnt, sich zu erinnern und Nachforschungen anzustellen.

Hinter dem Kinderlachen lauern echte Monster
Die ersten zehn Minuten von „Buddy“ machen die zahlreichen Schlagzeilen rund um die Beschwerden der Eltern nur noch witziger, denn tatsächlich könnte man meinen, man würde eine Kindersendung anschauen. So authentisch bringen der titelgebende Buddy und die Kinderdarsteller dieses Gefühl rüber. Erst nach und nach kippt die Atmosphäre ins Düstere. Die Vorstellung, als nichtsahnendes Elternteil mit seinem Kind im Kino zu sitzen und erst dann zu realisieren, dass man einen Horrorfilm schaut, ist zum Schreien komisch. Wie auch der Film selbst. Das Drehbuch hat so viel Witz, die Charaktere sind liebenswert und charmant. Und was noch viel besser ist: Regisseur Casper Kelly versteht es, Metaphern einzubauen, ohne seinem Film dabei Tempo und Unterhaltungswert zu nehmen. Klar, „Buddy“ funktioniert als reiner B-Horror-Spaß, aber gleichzeitig kann man auch so viel mehr in die Thematik hineininterpretieren. Und gerade das macht „Buddy“ so grandios. Die Kinder sind anfangs voller Naivität, glücklich, bevor Buddys schreckliche Taten diese heile Welt zerstören.

Der Film wird zur Allegorie auf den Verlust der kindlichen Unschuld, das Erwachsenwerden und die Konfrontation mit der harten Realität. Unterstrichen wird dies nicht nur mit jeder Menge Kunstblut und Gewalt, sondern auch durch die visuellen Referenzen zum Klassiker „Der Zauberer von Oz“. Auch Graces Leiden in der Realität wird stellvertretend zur Metapher für den Verlust eines Kindes, die damit verbundene Hilflosigkeit und die Angst, dieses mit der Zeit zu vergessen. Doch am düstersten ist das Format der Kindersendung selbst. Es gibt so viele Kinderstars, die später über ihre schrecklichen Erfahrungen an Film- und Fernsehsets berichteten, von psychischem und sexuellem Missbrauch. Buddy wird damit zur Manifestation echter Monster, die Kinder manipulieren und deren Leben zerstören. Und trotz dieser düsteren Thematik verliert Kelly nie den Spaß aus den Augen. Der einzige Makel: Cristin Miliotis Talent wird nicht voll ausgeschöpft. Vor allem die Dynamik zwischen ihrem Charakter Grace und ihrer Filmtochter Freddy wird zu wenig etabliert, um in den entscheidenden Momenten wirklich mitfühlen zu können.

Fazit
„Buddy“ ist ein herrlich schwarzhumoriger B-Horror-Spaß, der unter seiner bunten Oberfläche überraschend viel zu erzählen hat. Casper Kelly verbindet blutigen Horror, kindliche Naivität und düstere Metaphern zu einem Film, der gleichermaßen unterhält und zum Nachdenken anregt. Und spätestens nach dem Abspann wird man den Titelsong garantiert nicht mehr aus dem Kopf bekommen.

