We Die Tonight
| Titel | We Die Tonight |
| Genre | Thriller, Action |
| Jahr | 2025 |
| FSK | 18 |
| Regie | Richard Holm |
Heimkinostart: 24.09.2026
Schweden kann auch blutig
Wenn man an Horrorfilme denkt, ist Schweden nicht unbedingt das erste Land, das einem in den Sinn kommt. Dabei lassen sich hier echte Perlen finden: der düstere Vampir-Horror „Let The Right One In“, der moderne Arthaus-Schocker und die Co-Produktion mit den USA „Midsommar“ oder auch absolute Klassiker wie „Häxan“ oder Ingmar Bergmans „Die Stunde des Wolfs“. Alles Filme, die mehr auf Atmosphäre statt auf massenhaft Blut setzen. Regisseur Richard Holm („Der Abgrund“) bringt deshalb mit „We Die Tonight“ etwas mehr Brutalität nach Schweden.

Der Schwede ist in seinem Heimatland bisher vor allem für seine Regie zahlreicher „Johan Falk“-Filme bekannt, die in Deutschland unter dem Titel „GSI – Spezialeinheit Göteborg“ liefen. Das Crime-Element bringt er auch in „We Die Tonight“ mit ein. In dem Film taumelt ein verletztes Pärchen in einen Supermarkt, das von einer Gangsterbande verfolgt wird. Die wenigen Mitarbeiter und Gäste verschließen die Eingänge und werden von allen Seiten umzingelt. Als die Nacht voranschreitet, müssen sie sich entscheiden: Liefern sie das Paar aus oder setzen sie sich zur Wehr?

Wenn der Einkauf zum Überlebenskampf wird
Schweden beweist mit „We Die Tonight“, dass es durchaus auch ein Händchen für harte Kost hat. Zwar erfindet Regisseur Richard Holm das Rad nicht neu und die Inspiration durch Klassiker wie „Der Nebel“ oder John Carpenters „Assault“ ist deutlich erkennbar, doch die Umsetzung ist rundum solide. Wenn auch nicht perfekt. Gerade der Handlungsort, ein beinahe verlassener Supermarkt, hätte deutlich umfangreicher genutzt werden können, statt sich einfach nur zu einem großen Teil auf die Eingänge zu konzentrieren. Erst gegen Ende weitet sich der Spielraum ein wenig aus, bleibt aber dennoch etwas hinter seinem Potenzial.

Was an „We Die Tonight“ interessant ist, aber gleichzeitig für gemischte Gefühle sorgt, sind die Charaktere. Die sind einerseits die typischen wandelnden Klischees, andererseits haben wir auch Charaktere wie Francki, der die Hauptfigur Ellie praktisch seit zwei Jahren stalkt und so weit geht, einen Job im Supermarkt anzunehmen, um ihr nahe zu sein, sich aber dennoch fast schon zum Helden der Geschichte entwickelt. Dadurch entsteht eine bizarre Dynamik zwischen den beiden, die berechtigterweise nicht jedem gefallen wird, aber immerhin von dem Gewohnten abweicht. Die FSK 18 verdient „We Die Tonight“ nur bedingt. Es gibt durchaus Gewaltspitzen und eine gewisse Härte zieht sich durch den Film, eine FSK 16 hätte es aber sicher auch getan.

Fazit
„We Die Tonight“ ist ein solider und angenehm harter Thriller, der zwar kaum neue Wege beschreitet, seine bekannten Zutaten aber ordentlich miteinander verbindet. Vor allem die ungewöhnliche Dynamik zwischen Ellie und Francki sorgt für interessante Momente. Gleichzeitig verschenkt der Film etwas Potenzial bei seinem eigentlich spannenden Schauplatz und bleibt erzählerisch hinter seinen Vorbildern zurück. Kein neuer Klassiker des schwedischen Horrorkinos, aber durchaus unterhaltsame Genre-Kost.



