Infinity Pool [2023] Kritik

TitelInfinity Pool
Genre Horror, Thriller
Jahr2023
FSK18
RegieBrandon Cronenberg

Kinostart: 20.04.2023

Albtraumhafter Horror vom Cronenberg-Sprössling

Wie der Vater, so der Sohn. Woher der kanadische Regisseur Brandon Cronenberg die Inspiration für seine bisher drei Filme umfassende Vita nimmt, liegt auf der Hand, schließlich übt sich sein bekannter Vater David Cronenberg bereits seit vielen Jahren am Spagat zwischen gesellschaftskritischen Themen und surrealem Alptraum-Horror. Doch trotz des unverkennbaren Talents für das Zurschaustellen morbider Szenarien leidet auch „Infinity Pool“ erneut an denselben Problemen wie bereits sein letzter Film „Possessor“. Einen Blick ist er dennoch wert!

Infinity Pool ©Universal Pictures

Und darum geht es…

Unberührte Strände, Sonne pur und Personal, das einem jeden Wunsch von den Augen abliest – James und Em genießen den perfekten Urlaub. Aber als sie mit der verführerischen und gleichzeitig mysteriösen Gabi das Gelände des einsam gelegenen Inselressorts verlassen, kommt es zu einem tragischen Unfall – und plötzlich gibt es für das Paar keinen Weg zurück. Sie finden sich in einer Parallelwelt voller Gewalt, grenzenlosem Hedonismus und unaussprechlichem Horror wieder und werden vor eine unvorstellbare Wahl gestellt, denn die Null-Toleranz-Politik für Verbrechen besagt: hingerichtet werden, oder, wenn man es sich leisten kann, dabei zusehen, wie man stirbt… (Universal Pictures)

Infinity Pool ©Universal Pictures

In diesem Urlaubsparadis ist wirklich alles inklusive!

Die idyllische Welt des fiktiven Inselparadies La Tolqa steht kopf – und das nicht nur, wenn es nach den sich um 180 Grad neigenden Bildern von Kameramann Karim Hussain geht. Begleitet von einer unheilverheißenden musikalischen Begleitung verursachen diese eine ähnlich beunruhigende Schieflage tief in den Eingeweiden der Zuschauer*innen, fast so, als wären sie gemeinsam mit der Kamera einmal auf Links gedreht worden. Die Atmosphäre verdichtet sich, die Spannung schwillt an – nur der Payoff lässt auf sich warten, und wieder einmal erweist sich der Weg vom bedächtigen Slow Burner zum surrealen Altraumszenario als die eigentliche Stärke eines Films. Eine Qualität, die in der zweiten Hälfte leider nicht aufrechterhalten werden kann.

Infinity Pool ©Universal Pictures

Andere Länder, andere Sitten. Neben eigentümlichen Bräuchen und archaischen Gesetzen scheint es La Tolqa nicht an fortschrittlichen Technologien zu fehlen. Wer ein schweres Verbrechen begeht, wird zum Tode verurteilt. Dank eines kostspieligen Verfahrens, infolgedessen der eigene Klon zum Henker geführt werden kann, wird aus dieser Strafe plötzlich ein Freifahrtschein für allerhand hedonistische Exzesse inklusive blutigem Spektakel im Anschluss. In seinen gesellschaftskritischen Themen bleibt „Infinity Pool“ jedoch vage und geht dabei selten in die Tiefe. Statt sich an den spannenden moralischen Fragen abzuarbeiten, konzentriert sich Cronenberg stattdessen lieber auf einen recht eindimensionalen Selbstfindungstrip.

Infinity Pool ©Universal Pictures

Während sich „The Northman“-Hüne Alexander Skarsgård eher unmotiviert in einen Strudel aus Wahnsinn und Zügellosigkeit hineinziehen lässt und dabei unerwartet blass bleibt, darf Mia Goth hingegen herrlich aufdrehen. Nahe am Overacting und stets voller Spielfreude, lässt die „X“-Darstellerin die Schwächen von „Infinity Pool“ rings um sich herum immer wieder für einen kleinen Moment vergessen. Die Inkonsequenz der Welt, die Brandon Cronenberg um seine Figuren geschaffen hat, wiegt letzten Endes dennoch etwas schwerer. Schließlich folgt dann auch noch der obligatorische, wenn auch ziemlich kurze Abstecher in den Body-Horror, der zum Namen Cronenberg nun mal dazu gehört. Mehr als ein pflichtbewusstes Abhandeln, ohne tiefere Bedeutung ist aber auch das nicht. So verpuffen selbst die rar gestreuten, aber expliziten Gewaltspitzen eher wirkungslos, ehe der Abspann einsetzt und das Publikum mit gemischten Gefühle zurücklässt. Immer noch gut, aber weit hinter den Möglichkeiten.

Infinity Pool ©Universal Pictures

Fazit

Auch der inzwischen dritte Film von Brandon Cronenberg lässt trotz erkennbaren Stärken einen großen Teil seines Potenzials ungenutzt! Das Ergebnis ist ein guter und dennoch enttäuschender Ausflug in den surrealen Horror!

Bewertung: 3 von 5.

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