War Machine: Kritik zum Netflix Film – Predator trifft Transformers

War Machine 2026 Netflix Film Original Film
TitelWar Machine
Genre Action, Sci-Fi
Jahr2026
FSK16
RegiePatrick Hughes

Starttermin: 06.03.2026 | Netflix

Mann gegen Maschine

Das Bild des Elitesoldaten ist ein in Stein gemeißeltes Klischee der Filmgeschichte: Eine wandelnde Wand aus Fleisch und Blut, zwei Meter geballte Zerstörungswut mit einer Kinnpartie, an der Granatsplitter abprallen würden. Doch die Realität hat diesen hühnenhaften Archetypen längst überholt. Krieg findet heute nicht mehr im Schlamm, sondern am Schreibtisch statt, wo bleiche IT-Profis den Tod per Joystick aus der Distanz verwalten. In dieser sterilen Welt der Algorithmen wirkt der klassische Actionheld wie ein Relikt aus einer Zeit, die wir fast vergessen hatten. Doch mit „War Machine“ tritt Netflix nun den Gegenbeweis an, dass man den technologischen Fortschritt sehr wohl noch mit purer Physis in die Schranken weisen kann. Wenn Alan Ritchson („The Ministry of Ungentlemanly Warfare“) die Muskeln spielen lässt, prallt kalte Mechanik auf siedendes Testosteron. Es ist der archaische Versuch, die Hoheit auf dem Schlachtfeld mit Adrenalin und Schweiß zurückzuerobern. Hier kämpft nicht bloß Soldat gegen Maschine – hier kämpft die menschliche Unberechenbarkeit gegen die sterile Perfektion des Schaltkreises.

War Machine 2026 Netflix Film Original Film
War Machine ©Ben King/Netflix

Inmitten dieses ungleichen Kräftemessens steht Offizier „81“ – von Alan Ritchson mit der gewohnten physischen Wucht verkörpert –, der zusammen mit einer Gruppe anderer Rekruten (darunter Stephan James) durch das mörderische Auswahlverfahren der Army Ranger geprügelt wird. Unter den wachsamen Augen eines knallharten Kommandanten (Dennis Quaid – guckt zwei mal grimmig und ist dann auch wieder weg) soll die Truppe tief im grünen Dickicht eigentlich nur ihre Belastungsgrenze austesten. Doch die kalkulierbare Militärübung schlägt binnen Sekunden in ein blutiges Inferno um, als eine außerirdische Kampfmaschine aus dem Unterholz bricht und die Jagd auf die Soldaten eröffnet. Diese metallische Bestie, deren technologische Überlegenheit jede menschliche Vorstellung sprengt, degradiert herkömmliche Taktiken augenblicklich zu Altmetall. Für die Einheit beginnt ein verzweifelter Guerillakampf im Unterholz, bei dem die Grenze zwischen Jäger und Gejagtem im Sekundentakt verschwimmt. Während die Reihen der Rekruten gnadenlos dezimiert werden, muss 81 als taktischer Kopf der Truppe über sich hinauswachsen, um sich gegen die scheinbar unaufhaltsamen Gefahr zu behaupten.

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Ein blecherner „Predator“-Abklatsch ohne frische Ideen

In „Predator“ war die physische Übermacht, die sich dem einstigen Mr. Olympia Arnold Schwarzenegger entgegenstellte, noch organischer Natur – ein intergalaktischer Jäger, der trotz Arnies Superheldenstatur, die selbst Superman hätte schlucken lassen, stets körperlich überlegen blieb. Nun ist das mechanische Biest, das sich „Reacher“-Star Alan Ritchson in „War Machine“ in den Weg stellt, zwar ebenfalls außerirdischen Ursprungs, doch die metallische Form des Jägers bringt eine entscheidende neue Komplikation mit sich: Es blutet nicht – und damit kollidiert die Lage frontal mit der unumstößlichen Logik des Actionklassikers. Wie also bezwingt man diese seelenlose Killermaschine? Eine simple Frage, die für Regisseur Patrick Hughes („The Man from Toronto“, „The Hitman’s Bodyguard“) Anlass genug ist, um daraus ein eineinhalbstündiges Actionfeuerwerk zu entfachen, das sich – abgesehen vom Tausch eines Predator-artigen Widersachers gegen eine Art blutrünstigen Optimus Prime – keine nennenswerten neuen Ideen erlaubt. Dadurch wirkt Hughes’ Vision wie ein Flickenteppich altbekannter Genre-Versatzstücke, bei dem natürlich auch die obligatorische traumatische Vergangenheit des Lonesome Wolfs genauso wenig fehlen darf, wie die dramatischen Backflashs, die selbige visualisieren.

War Machine 2026 Netflix Film Original Film
War Machine ©Ben King/Netflix

Besagter „81“ hat es sich nämlich seit dem Verlust seines Bruders – verkörpert von „Suicide Squad“-Darsteller Jai Courtney, dessen zweiminütiger Auftritt buchstäblich von jedem hätte absolviert werden können – zur Aufgabe gemacht, dessen Erbe anzutreten und stellvertretend den Weg eines Army Ranger zu bestreiten. Denn Ranger sind harte Hunde und das Militär ist in dieser Weltordnung ohnehin das Maß aller Dinge. Ein reaktionärer, patriotischer Unterton, den man im Jahr 2026 nun wirklich nicht mehr gebrauchen kann – ein kurzer Blick in die aktuellen Nachrichten genügt. So wirft sich also (wieder einmal) eine Truppe aus betont taffen Kerlen – ergänzt um die quotentechnisch platzierte Alibi-Frau – in ein aussichtsloses Gefecht, in dem die antrainierte Coolness angesichts der außerirdischen Übermacht verdammt schnell wegbröckelt. Optisch ist das alles auf Hochglanz poliert überzeugend, und Hughes lässt es nach einem ausladenden Bootcamp-Vorspiel in den Wäldern ordentlich scheppern. Doch bei einem derart dünnen erzählerischen Skelett will sich trotz des handfesten Budgets und den eindrucksvollen Special Effects kaum Unterhaltungswert einstellen.

War Machine 2026 Netflix Film Original Film
War Machine ©Ben King/Netflix

Fazit

Patrick Hughes liefert mit „War Machine“ zwar hochglanzpolierte Action, scheitert jedoch an einem erschreckend dünnen Drehbuch. Auch Alan Ritchsons physische Präsenz kann diesen ideenarmen „Predator“-Verschnitt mit „Transformers“-Blockbuster-Politur und unangenehm reaktionären Untertönen letztlich nicht vor der Belanglosigkeit retten.

Bewertung: 2 von 5.
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