| Titel | Together – Unzertrennlich |
| Genre | Horror |
| Jahr | 2025 |
| FSK | 16 |
| Regie | Michael Shanks |
Kinostart: 31.07.2025
Der beste Horrorfilm des Jahres?
Schon lange vor seinem Kinostart sorgte „Together – Unzertrennlich“, das Regiedebüt von Michael Shanks, für Aufmerksamkeit: mit der Besetzung von Alison Brie („Jemand, den ich mal kannte“) und Dave Franco („Love Lies Bleeding“), die auch im echten Leben verheiratet sind, einer Plagiatsklage wegen Ähnlichkeiten zum unveröffentlichten Film „Better Half“ – und einem seltenen 100%-Score auf Rotten Tomatoes, der Shanks‘ Debüt sogar als besten Horrorfilm des Jahres feiert. Doch ist auch die Redaktion von Der Watchdog so begeistert von dem neuen Body-Horrorfilm?

Und darum geht es…
Millie (Alison Brie) und Tim (Dave Franco) sind seit einer halben Ewigkeit ein Paar. Als Millie eine neue Stelle als Lehrerin annimmt, steht ein Tapetenwechsel an: Raus aus der lauten Stadt, hinein ins idyllische Landleben. Doch die Veränderung bringt längst verdrängte Fragen über ihre Beziehung ans Licht. Sind sie überhaupt noch aus Liebe zusammen – oder nur aus Gewohnheit? Und wird die lang ersehnte Hochzeit jemals stattfinden? Zusätzliche Spannungen entstehen durch Tims Musikerkarriere, die auf dem Land ins Stocken gerät. Doch all das gerät in den Hintergrund, als die beiden eine Höhle mit einer mysteriösen Wasserquelle entdecken. Was als kurioses Naturphänomen beginnt, entwickelt sich schnell zu einem Albtraum: Körperliche Veränderungen setzen ein: und mit ihnen eine Eskalation, die das Paar an seine Grenzen führt und ihre Beziehung endgültig auf die Probe stellt.

Body-Horror trifft Beziehungsdrama – so verstörend intim war Horror selten
„Together – Unzertrennlich“ ist ein Titel, der kaum treffender sein könnte. Michael Shanks erschafft mit seinem Regiedebüt eine perfekte Symbiose verschiedener Genres, die so fließend ineinandergreifen wie die Körper von Millie und Tim. Was als ruhiges Beziehungsdrama beginnt, nimmt zunehmend Fahrt auf, streut eine Prise schwarzen Humors ein und mündet schließlich in klassischen Body-Horror. Alles ist gelungen aufeinander abgestimmt, der Zuschauer wird auf eine verstörende und eindringliche Reise mitgenommen, die von Anfang bis Ende fesselt. Shanks‘ Film strahlt eine bemerkenswerte Authentizität aus, thematisch wie darstellerisch. Nicht zuletzt dank Alison Brie und Dave Franco, die eine greifbare Chemie auf die Leinwand bringen, sowohl in den lockeren als auch in den ernsten Momenten. Kein Wunder, schließlich sind die beiden auch im echten Leben ein Paar. Das Vertrauen zwischen ihnen ist spürbar, was unbestreitbar viel zur emotionalen Wirkung des Films beiträgt.

Der Body-Horror in „Together – Unzertrennlich“ ist erwartungsgemäß grotesk. Er schockiert, ekelt an und löst Reaktionen aus, wie es das Genre verlangt. Dabei erinnert Shanks stellenweise an Genregrößen wie „Das Ding aus einer anderen Welt“ oder jüngst „The Substance“. Doch der Ekel dient hier nicht bloß der Effekthascherei, zu keinem Zeitpunkt überschattet dieser die Handlung und lenkt vom eigentlichen Fokus ab. Vielmehr unterstreichen die bizarren körperlichen Veränderungen die Themen des Films: unverarbeitete Traumata, emotionale Abhängigkeiten und dysfunktionale Beziehungen. Beziehungen, die festgefahren sind, sich in Routinen verlieren oder durch unterschiedliche Entwicklungen aus dem Gleichgewicht geraten. Shanks wandelt auf den Spuren von Stephen King oder Mike Flanagan, indem er seinen Figuren emotionale Tiefe verleiht und nicht auf bloße Schockeffekte setzt. Gerade dadurch entfaltet der Horror seine volle Intensität – er geht unter die Haut, weil er wahrhaftig wirkt. Ganz ohne Schwächen kommt der Film jedoch nicht aus. Die Regeln rund um das körperliche Zusammenwachsen bleiben stellenweise zu vage, und einige spätere Wendungen lassen sich früh erahnen. Doch davon abgesehen macht Shanks fast alles richtig.

Fazit
Nach „Together – Unzertrennlich“ wird man innige Pärchen wohl für immer mit anderen Augen sehen. Michael Shanks gelingt mit seinem Regiedebüt ein skurriler Genre-Mix aus cleverem Body-Horror, schwarzem Humor und emotionaler Tiefe. Zurecht ein heißer Anwärter auf den besten Horrorfilm des Jahres.


