Brick: Kritik zum Netflix Film – Ein Genremix auf den Spuren von „Cube“

Brick Netflix Film 2025
TitelBrick
Genre Mystery, Thriller
Jahr2025
FSK16
Creator Philip Koch

Starttermin: 09.07.2025 | Netflix

Mystery aus Deutschland – kann das gut gehen?

Man kann nicht behaupten, wir hätten es nicht versucht. Auch wenn sich der Deutsche Film noch immer schwer damit tut, sich vollumfänglich auf das Genre einzulassen, das bei unseren Nachbarn längst substanzieller Teil der breitgefächerten Filmlandschaft ist, lässt sich nicht abstreiten, dass in den vergangenen Jahren nicht zumindest vermehrt der Versuch unternommen wurde, das Genrekino auch hierzulande voranzutreiben. Dass das Ergebnis dessen im besten Fall mangelhaft ausfiel – wie die blutarme Menschenjagd “Prey” oder die hölzerne One-Take-Gruselkiste “Home Sweet Home” unlängst unter Beweis stellten – sorgt indes dafür, dass sich jede neue Ankündigung eines entsprechenden Stoffs, kaum mehr als eine schaulustige Neugierde, auf das wohl nächste filmische Desaster weckt. Der Deutsche Film war stets bemüht, lautet das ernüchternde Fazit – und lässt sich so auch eins zu eins auf “Brick” übertragen.

Brick Netflix Film 2025
Brick ©Netflix

Und darum geht es…

Tim (Matthias Schweighöfer) und Olivia (Ruby O. Fee) leben gemeinsam in einem Hamburger Wohnhaus – bis eines Morgens eine massive undurchdringliche Mauer das Gebäude plötzlich von der Außenwelt abschneidet. Ohne Wasser, Strom und jeglichen Kontakt nach draußen sehen sie sich zusammen mit den anderen Bewohner*innen einer existenziellen Ausnahmesituation gegenüber. Mit wachsendem Druck offenbaren sich nicht nur verborgene Konflikte und Geheimnisse, sondern auch die Zerbrechlichkeit der Gemeinschaft – und ein unnachgiebiger Kampf um Kontrolle, Vertrauen und nicht zuletzt ums blanke Überleben entbrennt.

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wie man eine gute Idee gegen die Wand fährt

Ok, wenn man es genau nimmt, dann gab es in jüngerer Vergangenheit tatsächlich gewisse Lichtpunkte am ansonsten finsteren Firmament der deutschen Genreproduktionen – zuletzt in Form eines “Brick” nicht ganz unähnlichen Ausflugs ins Horroreske: Wie auch Philip Kochs exklusiv für Netflix produzierter Mysteryfilm gab es – und das noch gar nicht so lange her – mit “Delicious” jüngst einen genreverwandten Beitrag, der mit namhaftem Aushängeschild, direktem Streaming-Start und einem gesellschaftskritischen Unterbau zumindest auf dem Papier ähnlich ambitioniert aufwies. Doch so schnell sich die Parallelen ziehen lassen, so rasch bröckelt “Brick” auch in sich zusammen. Denn anders als die zynische Kapitalismuskritik, die “Delicious” zumindest ansatzweise transportierte, weiß Kochs Genre-Flick mit seinen Motiven so rein gar nichts anzufangen. Als Parabel bleibt der Film seltsam stumpf, während jeder Funke an Subtext direkt erstickt wird, ehe er sich entfalten kann. Was an tieferer Bedeutung heraussickern soll, wird stattdessen hölzern in die ohnehin schon sperrigen Dialoge gepresst, und die behauptete Botschaft erpufft in Plattitüden. „Du hast ’ne beschissene Wand um dich gebaut und niemand kommt an dich ran. Du existierst nicht mehr!“ Feinsinnig geht anders.

Brick Netflix Film 2025
Brick ©Netflix

Ähnlich rasch wie die gut gemeinte Idee einer gesellschaftskritischen Mystery-Erzählung verpufft, zerfasert “Brick” in einem gähnend leeren Plot, der hinten und vorne so wenig Sinn ergibt, wie die Figuren Profil haben. Die wilde Fahrt durch diverse Genres – Horror, Mystery, Sci-Fi, Thriller – mündet so schnell in einer müden Verschwörungsgeschichte, die jede Bedrohlichkeit vermissen lässt. Von echter Klaustrophobie oder existenzieller Enge à la “Cube” keine Spur. Stattdessen: Behäbigkeit, logische Bruchstellen und Figuren ohne Tiefgang. Daran ändert auch der deplatziert agierende A-Liga Cast, angeführt von Matthias Schweighöfer (“Family Switch”, “Heart of Stone”), herzlich wenig. Wie seine Protagonistenrolle Tim, stolpert auch der Netflix-erprobte Sonnyboy, der seit Zack Snyders “Army of the Dead” auch international zum heimlichen Publikumsliebling reifte, so farblos durch die triste Szenerie, als sei er selbst Teil der Mauer, die ihn umschließt, während ein gnadenlos unterforderter Frederick Lau (“Crooks”, “One For the Road”) aus Mangel an Alternativen seine ganz eigene, von Overacting getriebene Show abzieht. Und als wäre das nicht schon bitter genug, schreit das Ende auch noch laut nach einer Fortsetzung. Ein gut gemeintes „Nein, danke!” ist die Antwort.

Brick Netflix Film 2025
Brick ©Netflix

Fazit

“Brick“ mauert sich mit hohlen Phrasen und leerem Plot selbst ein. Was als Mystery-Parabel beginnt, endet als spannungsarmer Genre-Flick fernab jeder Glaubwürdigkeit!

Bewertung: 1.5 von 5.
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