| Titel | The Killer’s Game |
| Genre | Action, Komödie |
| Jahr | 2024 |
| FSK | 18 |
| Regie | J.J. Perry |
Starttermin: 23.01.2025| Prime Video
Dave Bautista auf den Spuren von “John Wick”
Als ein sichtlich ausgemergelter Dave Bautista mit dichtem grauen Rauschebart und kantig-schmalen Gesicht die Bühne der Weltpremiere von “The Last Showgirl” auf dem Toronto Film Festival im vergangenen Jahr betrat, sorgte der neue Look des einstigen Muskelbergs für Verwunderung. Immer noch athletisch, nur um rund 34 Kilogramm leichter erklärte der Marvel-Star, dass sein früherer massiver Körperbau auf der Leinwand nur abgelenkt und ihn in der Beweglichkeit eingeschränkt habe. Durch die Gewichtsabnahme fühle er sich nun wohler und glaubt, dass ein schlanker Körperbau ihm vielfältigere Rollen ermöglichen würde. Ob der Akt der Hingabe an die Schauspielerei und die Bereitschaft, sich für verschiedene Charaktere optisch zu verändern, auszahlt, wird sich in Zukunft zeigen. Engagements in Filmen wie dem Amazon Original “The Killer’s Game” sollte er auf diesem Weg jedoch besser hinter sich lassen…

Und darum geht es…
Nachdem er eine Diagnose über eine unheilbare Krankheit erhält, beschließt Auftragskiller Joe Flood (Dave Bautista), sich selbst zum Ziel zu machen. Er setzt ein Kopfgeld auf seinen eigenen Kopf aus, um seinen Tod durch die Hände der besten Killer der Welt zu beschleunigen. Doch kurz darauf erfährt er, dass die Diagnose ein Fehler war. Nun muss er gegen eine wachsende Armee von Auftragsmördern kämpfen, darunter die skrupellosen Killer Lovedahl Gasevich (Terry Crews) und Angus Mackenzie (Scott Adkins). Während die Kugeln fliegen und der Druck steigt, sucht Joe verzweifelt nach einem Weg, sein Leben zurückzuerobern, seine große Liebe Maize (Sofia Boutella) zu beschützen und sich aus der tödlichen Jagd zu befreien.

Hoffentlich hält der Marvel-Star sein Wort…
Dass die Dreharbeiten von “The Killer’s Game” zeitlich vor Dave Bautistas geistigem wie körperlichen Entschluss, dem Image des eindimensionalen Action-Lakaien hinter sich zu lassen, stattfanden, ist nicht nur am gewohnt bulligen Look des “Der Spion von Nebenan 2”-Darstellers zu erkennen. Trotz der Bemühung, die generische Handlung durch die vermeintlich unheilbare Erkrankung des kaltschnäuzigen Hit-Mans, um eine psychologische Ebene zu erweitern, bietet der Actionthriller inhaltlich genau das, was man so oder so ähnlich bereits als Dutzendware aus Bautistas Filmografie kennt. Statt die blutig-spaßige Action verheißende Prämisse eines sich selbst zum Abschuss freizugebenden Auftragskillers voll auszuspielen – was im besten Fall ein Action-Dauerfeuer wie zuletzt in Amazons “Ein Jackpot zum Sterben” mit John Cena mit sich gebracht hätte – orientiert sich “The Killer’s Game” lieber an bewährten Formeln. Ein bisschen “John Wick” hier, ein bisschen romantische Hit-Man-Action a la “A Killers Romance” da und fertig ist der dramaturgische Einheitsbrei. Wenn Regisseur J.J. Perry seine Geschichte dann auch noch, wie einst David Ayer in der Exposition seiner umstrittenen Comicverfilmung “Suicide Squad”, permanent – also über die gesamte Laufzeit hinweg – mit der Einführung pseudocooler Figuren garniert und den Erzählfluss dadurch konsequent stört, setzt dies dem heterogenen Flickenteppich dann noch die Krone auf.

Dass J.J. Perry eigentlich ein gutes Händchen dafür hat, knackige Action, blutige Kills und humoristische Spitzen unter einen Hut zu bringen, konnte der Stuntkoordinator und Stuntman bereits in seinem spaßigen Vampir-Actioner “Day Shift” auf Netflix unter Beweis stellten. In “The Killer’s Game” ist von dieser Finesse jedoch wenig zu spüren. Die durchdachten Choreografien sind zwar auch hier zu finden und mit allerhand unterhaltsam-brutaler Einfälle gespickt, verlieren durch die steifen Bewegungsabläufe seitens Bautista aber einen großen Teil ihres Drucks. Während es dem einen oder anderen Kill noch gelingen mag, dem Publikum ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern, will der ab der zweiten Filmhälfte vorherrschende humoristische Ton überhaupt nicht mehr zünden. Zuerst unorganisch schwankend, zwischen bierernst und kitschig-romantisch, versucht sich “The Killer’s Game” hier plötzlich als betont cool und ausgeflippt, schießt mit den Karikatur-esken Nebenfiguren aber mehr als nur einmal weit übers Ziel hinaus und erzielt dadurch einen gegenteiligen Effekt. So punktuell spaßig Bautistas hoffentlich letzter Film als einseitiger Haudrauf auch in den wenigen kreativen Einzelmomenten sein kann, so abgedroschen und inkonsequent fühlt er sich in Summe an. Gut, dass es jetzt dann vorbei ist. Hoffentlich.

Fazit
Kitschige Romantik, überzeichnet-nervige Charaktere und eine Handvoll kreativer und blutiger Kills – viel mehr hat “The Killer’s Game” nicht zu bieten!

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