Der Tod wird kommen: Kritik zum düsteren Neo-Noir-Thriller von Christoph Hochhäusler!

Der Tod wird kommen 2024 Film
TitelDer Tod wird kommen
Genre Thriller, Krimi
Jahr2024
FSKungeprüft
RegieChristoph Hochhäusler

Kinostart: unbekannt

Die Unterwelt Brüssels in ihrer dunkelsten Form

Christoph Hochhäusler zählt zu den prägenden Stimmen des modernen deutschen Kinos, bekannt für seine nüchterne, analytische Herangehensweise und sein Faible für düstere, oft unterkühlte Themenwelten. Mit seinem neuesten Werk „Der Tod wird kommen“, das seine Deutschlandpremiere auf dem 72. Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg feiert, wagt er sich ins Genre des Neo-Noir-Thrillers, einem Terrain, das mit moralischen Grauzonen, ambivalenten Figuren und stimmungsvollen Stadtlandschaften spielt.

Der Tod wird kommen 2024 Film
Der Tod wird kommen ©W-film Distribution

Und darum geht es…

Charles Mahr (Louis-Do de Lencquesaing), der Boss der Brüsseler Unterwelt, ist erschüttert über den brutalen Mord an einem seiner Kuriere und heuert die junge Auftragskillerin Tez (Sophie Verbeeck) an, um Vergeltung zu üben. Doch bald schon gerät sie in einen Sumpf aus Lügen und Intrigen und wird von der Jägerin zur Gejagten.

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Kühle Bilder, kalte Story: ein Neo-Noir ohne Herz

In einer prägnanten Szene befindet sich die Protagonistin Tez in einer dunklen Bar, getränkt in rot-blaue Lichter, und flirtet charmant mit der Barkeeperin. Verschmitztes Lächeln, eindringliche Blicke – das einzige Mal, dass „Der Tod wird kommen“ einen Hauch von Emotionen weckt. Regisseur Christoph Hochhäusler nimmt den Titel seines Films ein wenig zu wörtlich und bannt leblose 101 Minuten auf die Leinwand. Der Neo-Noir-Thriller ist kalt und trist, sowohl in seinen Charakteren als auch in der Inszenierung der Stadt Brüssel. Letzteres ließe sich verzeihen – immerhin war es wohl Hochhäuslers Absicht, die Unterwelt der Hauptstadt so dreckig wie möglich darzustellen. Doch auch wenn der ehemalige Architektur-Student für seine nüchterne Bildsprache bekannt ist, tut er dies hier auf die visuell langweiligste Art und Weise. Abgesehen von der Barszene gibt es kaum etwas, das ästhetisch oder einprägsam gefilmt ist; die Kameraarbeit reicht von monoton bis schlichtweg hässlich. Selbst die finale Actionszene ist trotz erhöhter Brutalität nur öde anzusehen.

Der Tod wird kommen 2024 Film
Der Tod wird kommen ©W-film Distribution

Viel schlimmer ist jedoch, wie der deutsche Regisseur seine Story und die darin vorkommenden Figuren behandelt. „Der Tod wird kommen“ vermittelt das Gefühl, als würde man eine Serie schauen und mitten in der zweiten Staffel einsteigen, in denen die Charaktere und Handlungsstränge bereits etabliert sind, ohne sich vorher wenigstens einen Rückblick anzuschauen. Es geht um einen Mord und dubiose Geschäfte, doch alles wird so nichtssagend erzählt, dass man keinerlei Überblick darüber hat, wer oder was in welchem Zusammenhang steht und welche Motivation die schablonenhaft inszenierten Charaktere antreibt. Hochhäusler scheint auch gar kein Interesse daran zu haben, seinen Figuren oder der Handlung Tiefe zu verleihen, und so verliert auch das Publikum schnell das ohnehin geringe Interesse an den irrelevanten Geschehnissen. Mehr als eine Charaktereigenschaft hat sowieso fast niemand im überfüllten Cast – lediglich Sophie Verbeeck als Tez sticht mit ihrer starken Ausstrahlung ein wenig aus dem Einheitsbrei heraus.

Der Tod wird kommen 2024 Film
Der Tod wird kommen ©W-film Distribution

Fazit

„Der Tod wird kommen“ ist ein visuell enttäuschender Neo-Noir-Thriller, der seinen Figuren und der Handlung jegliche Tiefe verwehrt und schließlich in einem Meer der Bedeutungslosigkeit versinkt.

Bewertung: 2 von 5.
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