| Titel | Rez Ball |
| Genre | Sport, Drama |
| Jahr | 2024 |
| FSK | 12 |
| Regie | Sydney Freeland |
Starttermin: 27.09.2024 (Netflix)
Ein echtes Netlix-Hightlight!
Das Kino liebt Außenseiter*innen-Geschichten, besonders im Sport. Es sind nicht die Perfekten, die strahlenden Gewinner*innen, die uns begeistern, sondern die, die straucheln, hinfallen und trotzdem wieder aufstehen. Echte Menschen – nicht glatt, sondern mit Ecken und Kanten. Gewinnen ist zweitrangig, Medaillen und Pokale zwar schön anzusehen, aber selten von Bedeutung. Die wirklich packenden Momente sind die, in denen jemand trotz aller Widrigkeiten weiter macht – ob „Rocky“ im Boxring oder die jamaikanische Bob-Manschaft in „Cool Runnings“. Dass die immergleichen Sportfilme oft repetitiv und abgekupfert wirken, während echte Highlights wie das Netflix Original “Hustle” immer rarer werden, lässt sich hingegen kaum von der Hand weisen. Vielleicht kann “Rez Ball” ja etwas an diesem Negativtrend ändern…

Und darum geht es…
Um die Chuska Warriors steht es aktuell nicht gut. Nicht nur, dass der schlechte Saisonstart dem indigenen High School-Basketball-Team den Meistertitel kosten könnte, erwischt der tragische Tod ihres Stars Nataanii Jackson (Kusem Goodwind) die Mannschaft wie ein Schlag in die Magengrube. Nun liegt die gesamte Last auf den Schultern von Nataaniis bestem Freund Jimmy Holiday (Kauchani Bratt), der von Trainerin Heather Hobbs (Jessica Matten) als Nachfolger auserkoren wird. Während die Trauer noch tief sitzt, müssen sich die Chuska Warriors auf ihre alten Stärken berufen, um als Team wieder zusammenzuwachsen und ihre Pechsträhne zu durchbrechen!

Mehr als nur ein Ball und ein Korb
Auch wenn sich “Rez Ball” oberflächlich betrachtet den Strukturen klassischer Außenseiter*innen-Geschichten bedient – ohne wäre das Genre Sportfilm schließlich kaum denkbar – ist die Ausgangslage doch eine andere. Statt handelsüblichem From Zero to Hero-Gewäsch, sprich: aus unbeholfenen Nieten erwachsen siegessichere Profis, sind es persönliche Schicksale, die die bereits vorhandene sportliche Karriere ins Wanken bringen. Schnell werde Erinnerungen wach an die sträflich unterschätzte Apple TV+ Serie “Swagger”, in der sich ein afroamerikanisches Jugendbasketballteam mit Rassendiskriminierung, sozialer Ungleichheit und menschlichen Dramen auseinandersetzen mussten, während der Sport als Venti, Sprachrohr und Bewältigungstherapie diente.

Wie der Titel bereits andeutet, ist “Rez Ball” – die Kurzform für Reservation Basketball – thematisch tief in der Kultur und den Traditionen indigener Völker verwurzelt. Die wenig beleuchtete Welt innerhalb des Navajo-Reservats und die sozialen Missstände, die das Leben der Figuren prägen, eröffnet der bekannten Sportfilm-Thematik neue interessante Aspekte. Trotz der emotionalen Schwere, die die Geschichte begleitet, erweist sich das Netflix Original als beschwingt-leichtfüßiger Feelgood-Film mit hoffnungsvollem und warmherzigen Duktus. Basketball ist hier mehr als nur ein Spiel; es wird zu einem Mittel, um persönliche und soziale Herausforderungen zu bewältigen und gleichzeitig zu sich selbst zu finden.

Fazit
Mit einer Hand am Ball und der anderen am Herzen spielt sich “Rez Ball” mitten in die Gefühlswelt der Zuschauerschaft und punktet!

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