| Titel | Lolo and the Kid |
| Genre | Komödie, Drama |
| Jahr | 2024 |
| FSK | 6 |
| Regie | Benedict Mique |
Starttermin: 07.08.2024 (Netflix)
Feelgood aus den Philippinen
Es ist noch gar nicht so lange her, da steuerten die auf dem internationalen Filmmarkt deutlich unterrepräsentierten Philippinen mit den Krebsdrama “A Journey” ein nahezu unerträglich plakatives Rührstück – ohne gewünscht tränenreichen Payoff – bei, um die unaufhaltsam wachsende Filmauswahl auf Netflix noch ein Stückchen vielschichtiger zu gestalten. Wenngleich die aus allen Herren Länder eintrudelnden Netflix Originals in den meisten Fällen qualitativ kaum eine Bereicherung sind, lässt sich unter den exotischen Produktionen aus Indonesien, Saudi-Arabien oder Südafrika hin und wieder auch mal eine echte Perle ausfindig machen. Ob “Lolo and the Kid” eine von diesen raren Fundstücken, oder doch nur der nächste Rohrkrepierer ist, erfahrt Ihr in der folgenden Besprechung!

Und darum geht es…
Kid (Euwenn Mikael Aleta) und sein Großvater Lolo (Joel Torre) haben nicht viel, doch das, was sie haben, ist ihr größtes Gut: Sie haben einander. Seitdem Kids Eltern verstarben, lebt der Junge mit seinem fürsorglichen Opa auf der Straße, der wiederum all seine Energie dafür aufbringt, ihm alles zu bieten, was er braucht. Dass gutgläubige Bürger*innen darunter leiden müssen, spielt da keine große Rolle. Mit einer hinterhältigen Masche locken sie kinderlose Paare in die Falle, die Kid adoptieren möchten und dafür bereit sind, tief in die Tasche zu greifen. Doch schon bald meldet sich das schlechte Gewissen bei Lolo, während Kid sich zunehmend nach einem normalen Leben sehnt…

Gaunern für die Seele
Dass “Lolo and the Kid” mit ähnlich tragisch-komischen Ambitionen ins Rennen geht wie zuletzt der ebenfalls aus den Philippinen stammende Netflix Film “A Journey”, mag einerseits ungute Befürchtungen wecken, ist aber keinesfalls ein Grund der Dramödie nicht zumindest vorsichtig optimistisch gegenüberzutreten. Ungleiche Freundschaften mit emotionalem Unterbau und lockerleichtem Humor als Topping sind dank positiven Beispielen wie “Ziemlich beste Freunde” oder “Dog – Das Glück hat vier Pfoten” schließlich nicht selten ein Garant für (freuden-)tränenreiches Wohlfühlkino mit Herz. Wenn sich in “Lolo and the Kid” also ein spitzbübischer und doch herzensguter Altherrenganove mit seinem gut gelaunten Ziehsohn durch die Villengegend gaunert, ist das in erster Linie warmherzige Unterhaltung, wie man sie bei dieser Art von Film sehen möchte – ein, zwei kleine Tränchen inklusive!

Schön, herzensgut, zuckersüß! Getragen von der guten Chemie zwischen dem titelgebend Duo kann “Lolo and the Kid” in seiner Eigenschaft als Feelgood-Film genügend positive Akzente setzen, um das Publikum über die kurzweilige Laufzeit von etwas mehr als eineinhalb Stunden durchgehend bei Laune zu halten. Dass der geradlinige Plot wenige Überraschungen parat hält und das gesamte Konstrukt doch arg kalkuliert daherkommt, findet man auch bei ähnlich ausgerichteten Crowd Pleasern zuhauf. Besonders raffiniert ist das nicht, dem herzlichen Treiben tut das aber kaum einen Abbruch und qualifiziert “Lolo and the Kid” somit bestens für einen wohligen Filmabend, zusammengekuschelt auf dem Sofa – am besten mit einer Box Taschentücher im Anschlag!

Fazit
Dank der tollen Chemie zwischen den beiden Titelhelden bietet „Lolo and the Kid“ warmherzige Unterhaltung zum Mitfühlen!

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