Dog – Das Glück hat vier Pfoten | Film – Kritik: Roadtrip mit Hund und Herz

Der Watchdog in seinem Element

Wieso heißt „Der Watchdog“ eigentlich „Der Watchdog“? Die Antwort ist nicht besonders spektakulär und für Follower*innen der Instagram-Seite keinesfalls neu – im Zusammenhang mit der Besprechung der Tragikomödie „Dog – Das Glück hat vier Pfoten“ aber zumindest erwähnenswert. Der Grund hierfür ist nun zwischenzeitlich dreieinhalb Jahre alt, rotzfrech und hört – an guten Tagen – auf den Namen Pepper. Dass Channing Tatum ähnlich viel Liebe für die liebenswerten Vierbeiner hegt wie der Autor dieser Kritik für seine Französische Bulldogge, stellt er in seinem gelungenen Regiedebüt eindrucksvoll unter Beweis. Das klingt nach dankbarem Stoff für schamloses Hunde-Kino, bleibt aber erfreulicherweise bodenständiger, als der deutsche Titel zunächst vermuten lässt.

Dog – Das Glück hat vier Pfoten ©LEONINE Distribution

Jackson Briggs (Channing Tatum) war Army Ranger, kämpft inzwischen aber weniger mit äußeren Feinden als mit seinem eigenen kaputten Körper, seinen Erinnerungen und der Frage, wofür er überhaupt noch gebraucht wird. Als er die Chance bekommt, sich für einen neuen Einsatz zu empfehlen, muss er dafür ausgerechnet die Militärhündin Lulu zur Beerdigung ihres früheren Hundeführers bringen. Die belgische Schäferhündin ist traumatisiert, unberechenbar und mindestens genauso schwer vermittelbar wie Briggs selbst. Auf ihrer gemeinsamen Reise quer durch die USA geraten Mensch und Hund immer wieder aneinander, bis aus Pflicht langsam so etwas wie Vertrauen entsteht.

Dog – Das Glück hat vier Pfoten ©LEONINE Distribution

Mehr als nur ein Hund auf Roadtrip

Ein Liebesbrief an die Freundschaft zwischen Mensch und Hund. Dass Hundebesitzer, Schauspieler und nun auch Regisseur Channing Tatum bei der Auswahl des Stoffs für sein Regiedebüt, welches er gemeinsam mit seinem Co-Regisseur Reid Carolin in Szene setzt, seine persönlichen Gefühle mit einfließen lässt, merkt man „Dog – Das Glück hat vier Pfoten“ in jeder Sekunde an. Das Ergebnis ist ein warmherziges und emotionales Drama, das trotz der schweren Themen, ein leichtfüßiges und heiteres Gefühl auslöst und am Ende sogar zu Tränen rührt! Wohl dosierte humoristische Spitzen treffen auf bedrückende Momente – stets getragen vom sympathischen Schauspiel von Channing Tatum.

Dog – Das Glück hat vier Pfoten ©LEONINE Distribution

Neben der tierischen Buddy-Dynamik erzählt „Dog – Das Glück hat vier Pfoten“ ein einfühlsames Drama über die physischen und psychischen Folgen des Krieges, in einem Land, dass seine Soldaten wie Helden feiert, um sie, sobald sie nicht mehr funktioniert, im Stich zu lassen. Auch wenn die offensichtliche Militärkritik nicht im Fokus der Handlung steht, verfehlen diese entwaffnenden Momente keinesfalls ihre Wirkung. Selbst Riggs ist anfangs noch Feuer und Flamme erneut in den Krieg zu ziehen, erfährt nicht zuletzt dank der Beziehung zu seiner Zieh-Hündin Lulu, jedoch eine Augen öffnende Entwicklung. Der Hund ist nicht umsonst der beste Freund des Menschen. Das alles macht „Dog – Das Glück hat vier Pfoten“ zum absoluten Pflichtprogramm für Hundebesitzer*innen – und auch für alle anderen!

Dog – Das Glück hat vier Pfoten ©LEONINE Distribution

Fazit

„Dog – Das Glück hat vier Pfoten“ ist eine herzliche, emotionale Tragikomödie über Mensch, Hund und zwei verletzte Seelen auf gemeinsamer Reise. Nicht immer überraschend, aber warm erzählt, sympathisch gespielt und für Hundefreund*innen sowieso gefährlich wirksam.

Bewertung: 4 von 5.