The Last Boy on Earth – Kritik

TitelThe Last Boy on Earth
Genre Sci-Fi
Jahr2023
FSK16
RegieNicolas Onetti, Luka Hrgovic, Dino Julius, Will Kindrick, Thierry Lorenzi, Mónica Mateo, Rob McLellan, Daniel Rübesam

Heimkinostart: 27.10.2023

Ein Blick in eine düstere Zukunft

Kürzlich führte Instagram ein neues Feature ein, das es Nutzern ermöglicht, mit KI-gestützten Chatbots zu plaudern, die auf berühmten Persönlichkeiten basieren. Dies markiert einen weiteren Schritt in die Zukunft, der Serien wie „Black Mirror“ noch beklemmender erscheinen lässt. Der argentinische Regisseur Nicolás Onetti, der sich auch für den kürzlich erschienen „What the Waters Left Behind 2: Scars“, sowie dessen Vorgänger, verantwortlich zeichnet, erstellte die Rahmenhandlung von „The Last Boy on Earth“ und wählte sieben dazu passende Kurzfilme aus. Alle Geschichten konzentrieren sich dabei auf ein zentrales Thema: Eine Zukunft, in der moderne Technologie gravierende Auswirkungen auf die Menschheit hat.

The Last Boy on Earth ©Meteor Film

Und darum geht es…

Inmitten einer dystopischen Zukunft, die von Chaos und Verzweiflung geprägt ist, wird ein mysteriöser Junge zur Schlüsselfigur in der verzweifelten Suche nach der Rettung der Menschheit. Weder seine Herkunft noch seine wahre Identität sind bekannt, und dennoch ist ihm jeder auf den Fersen. In dieser beklemmenden Atmosphäre werden die finsteren Umstände der Zukunft in sieben Kurzgeschichten präzise beleuchtet. Jede Geschichte ist eng mit der übergeordneten Rahmenhandlung verwoben und trägt dazu bei, das Rätsel um den Jungen und seine Bedeutung für das Schicksal der Menschheit zu lösen.

The Last Boy on Earth ©Meteor Film

Auf den Spuren von „Black Mirror“

Anthologie-Filme sind häufig uneinheitlich, da sie schlichtweg eine Ansammlung von Kurzfilmen unterschiedlicher Regisseure mit verschiedenen Ideen darstellen. In einigen Fällen waren sie nicht einmal von vornherein für eine Anthologie vorgesehen, sondern wurden aufgrund passender thematischer Übereinstimmungen hinzugefügt. Dies führt oftmals zu erheblichen Qualitätsunterschieden zwischen den einzelnen Kurzfilmen. Nicht so im Fall von „The Last Boy on Earth“. Auch wenn einige Geschichten stärker sind als andere, fällt keine wirklich negativ ins Gewicht, und jede der sieben Geschichten hat ihre Daseinsberechtigung. Auffallend ist, dass die Rahmenhandlung von Nicolás Onetti der schwächste Beitrag ist und beinahe belanglos wirkt. Zusätzlich stellt sich die Frage, wer eigentlich der Junge auf dem Cover ist, da er absolut nichts mit dem im Film zu tun hat. Ein nebensächliches Detail, aber auf gewisse Weise amüsant.

The Last Boy on Earth ©Meteor Film

In den sieben Kurzfilmen werden auf clevere Weise Themen wie Einsamkeit, Kapitalismus oder modernes Dating im digitalen Zeitalter behandelt. Dabei nutzt das übergeordnete Genre Science-Fiction geschickt Elemente aus Horror, Thriller oder sogar romantischen Komödien, um eine facettenreiche Erzählweise zu ermöglichen. Langeweile kommt hier nur selten auf. Und auch wenn das Ende einiger Geschichten nicht immer punktgenau ist, mindert dies nicht das Sehvergnügen. Visuell hat man versucht, das Beste herauszuholen. Zwar lässt sich an manchen Stellen erkennen, dass das Budget eher gering ausgefallen ist, doch im Großen und Ganzen liefert die Anthologie ordentlich ab und beweist, dass gutes Storytelling wichtiger ist als Effekthascherei.

The Last Boy on Earth ©Meteor Film

Fazit

Eine durchaus solide Science-Fiction Anthologie, mit einigen kleinen Schwächen, die dennoch durch ihre vielfältigen, überzeugenden Geschichten beeindruckt.

Bewertung: 3.5 von 5.

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