Hunt [2023] Kritik

TitelHunt
Genre Action, Thriller
Jahr2022
FSK16
RegieJung-jae Lee

Heimkinostart: 27.07.2023

90er-Jahre Hollywood-Action made in Südkorea

Spätestens seit seinem großen internationalen Durchbruch als Darsteller in der erfolgreichen Netflix-Serie “Squid Game” dürfte der Name Lee Jung-jae auch Filmfans in der westlichen Welt ein Begriff sein. Bevor der südkoreanische Schauspieler seinen Status als Weltstar mit einer Hauptrolle in der kommenden Star WarsSerie “The Acolyte” noch einmal bekräftigen dürfte, gibt es in wenigen Tagen auch sein Regiedebüt “Hunt” in Deutschland zu sehen. Trotz einer großen Premiere auf den Filmfestspielen in Cannes erscheint der südkoreanische Actionthriller hierzulande direkt auf dem Heimkinomarkt – in Anbetracht der opulenten Materialschlachten fast schon bedauerlich, bei näherer Betrachtung aber irgendwie auch verständlich!

Hunt ©Plaion Pictures

Und darum geht es…

Südkorea, 1983. Der südkoreanische Geheimdienst, die Korean Central Intelligence Agency, steht vor einem gigantischen Problem. Nach einem missglückten Attentat auf den Präsidenten deutet alles auf einen Maulwurf innerhalb der eigenen Reihen hin. Als Leiter der Auslandsabteilung wird Park Pyong-ho mit der Entlarvung des nordkoreanischen Spions betraut. Gemeinsam mit Kim Jung-do von der Inlandsabteilung, begibt er sich auf die Suche nach der Identität des unter dem Deckname Donglim agierenden Verräters, um das Land vor weiteren Anschlägen zu schützen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt…

Hunt ©Plaion Pictures

Michael Mann lässt Grüßen!

Handgemachte Action, adrenalingeladene Verfolgungsjagden und Verschwörungen an allen Ecken und Kanten. Mit seinem Debütfilm wagt der frischgebackene Erstlingsregisseur Lee Jung-jae einen nostalgischen Trip zurück in das Actionkino der 90er-Jahre, das mit seiner schnörkellosen Inszenierung geradewegs aus der glorreichen Zeit der Spionage-, Polit- und Actionthrillers entstammen könnte. Bei den unzähligen Parallelen kann es eigentlich kein Zufall sein, dass sich durch das Austauschen des zweiten und dritten Buchstabens des prägnant-kurzen Titels “Hunt” kurzerhand das Wort “Heat” basteln lässt. Wie bereits Michael Mann in seinem Action-Klassiker, setzt auch Jung-jae auf einen Mix aus durchgeplanter Action und komplexem Plot – nur ohne dabei dessen Homogenität zu erreichen.

Hunt ©Plaion Pictures

Während Südkorea heute auch abseits der blühenden Filmlandschaft als fortschrittliches und wirtschaftlich starkes Land bekannt ist, beleuchtet “Hunt” ein dunkles Kapitel der Halbinsel, als nicht nur der Norden, sondern auch der Süden unter einer Diktatur zu leiden hatte. Die geschichtlichen Fakten in Verbindung mit dem prall gefüllten Plot und den vielen Nebenfiguren und -schauplätzen können zuweilen ein wenig erschlagend wirken. “Hunt” ist dadurch stellenweise überladen, wirr und darüber hinaus unnötig aufgeblasen. Dieser Effekt macht sich auch bei den immer wiederkehrenden, handwerklich einwandfrei in Szene gesetzten Actionszenen bemerkbar. Was bleibt, ist ein sowohl schauspielerisch als auch inszenatorisch beeindruckender Film, der dennoch merklich damit zu kämpfen hat, die vorhandenen Qualitäten unter einen Hut zu bringen.

Hunt ©Plaion Pictures

Fazit

Eine handwerklich perfekte Rückbesinnung auf die Qualitäten des Actionkinos der 90er-Jahre!

Bewertung: 3 von 5.

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