Last Girl Survives [2021] Kritik

Der Name Anton Sigurðsson dürfte den wenigsten hierzulande ein Begriff sein. In Anbetracht dessen, dass sein Regiedebüt „Grafir & Bein“ aus dem Jahr 2015 in Deutschland bisher noch keine offizielle Auswertung bekam, ist das natürlich nicht allzu verwunderlich. An seiner fehlenden Bekanntheit dürfte aber auch sein zweiter Spielfilm „Last Girl Survives“ wenig ändern. Diesen inszeniert der isländische Regisseur irgendwo zwischen Horrorthriller und Nordic-Noir-Krimi, ohne dabei einem der beiden Genres auch nur annähernd gerecht zu werden.

Last Girl Survives ©Lighthouse Film

Handlung

Hinter der strahlenden Fassade des freundlichen College-Dozenten Bradley Gilmore steckt ein dunkles Geheimnis. Er hat es auf hübsche Studentinnen abgesehen, die er verschleppt und in seinem abgelegenen Anwesen gefangen hält – doch nur solange sie sich ihm auch fügen. Als die Leiche einer jungen Frau aufgefunden wird, gerät der Professor schnell ins Visier des Ermittlers Darren Hawk. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn Gilmore hat mit der jungen Hailey bereits ein neues Opfer gefunden.

Last Girl Survives ©Lighthouse Film

Kritik

Wenn eine der beiden Protagonist*innen in „Last Girl Survives“ nach einer mehrjährigen Gefangenschaft ohne menschliche Kontakte – abgesehen von dem zu ihrem Entführer selbst – trotz all den Torturen in ihrem Peiniger eine Art Bezugsperson sieht, ist das natürlich nur folgerichtig. In solchen speziellen Fällen spricht man vom Stockholm-Syndrom. Das erklärt jedoch noch lange nicht, wieso sich eben jene Person – und darüber hinaus auch alle weiteren – zu keinem Zeitpunkt nachvollziehbar verhalten. An diesem Punkt krankt der düstere Thriller dann auch am meisten und verspielt dadurch einen großen Teil des durchaus vorhandenen Potenzials.

Last Girl Survives ©Lighthouse Film

Dabei hätte „Last Girl Survives“ mit der drückenden Stimmung und der kurzweiligen Erzählweise eigentlich das Zeug zu einem soliden Thriller gehabt. Trotz des minimalistischen Settings und dem gemächlichen Tempo vergehen die knapp 90 Minuten doch recht zügig – wären da nicht die unzähligen Momente, in denen man als Zuschauer*in am liebsten selbst zum Stift greifen möchte, um das Drehbuch umzuschreiben. Auch die Entscheidung, den Plot rund um die Ermittlungen fast losgelöst von der eigentlichen Gefangenschaft herlaufen zu lassen, will sich nicht so richtig erschließen. Die Geschichte über den abgewrackten Polizisten Hawk bekommt keinerlei Tiefe und ist für die Haupthandlung nahezu irrelevant. Dabei steckt hinter der nur leicht touchierten Figur des Ermittlers eigentlich die viel interessantere Geschichte.

Last Girl Survives ©Lighthouse Film

Fazit

Weder Fisch noch Fleisch!

Bewertung: 2 von 5.

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