Mit der Liebe ist es wie mit Bewerbungsgesprächen: Der erste Eindruck zählt. Nun ist es aber ziemlich einfach sich dem Gegenüber für einen bestimmten Zeitraum so zu präsentieren, wie man gesehen werden möchte. Wer oder was hinter dieser Fassade steckt, lässt sich oft nicht mal erahnen. Eine schmerzliche Erfahrung, die auch die junge Noa am eigenen Leib erfahren muss…

Handlung
Eigentlich hat Noa die Männerwelt satt, doch nach zahlreichen furchtbaren Tinder-Dates lernt sie tatsächlich einen attraktiven, gebildeten Mann kennen – und das sogar in der echten Welt! Als sie der sympathische Arzt Steve plötzlich im Supermarkt anspricht, ist dies der Beginn eines romantischen Abenteuers – zumindest so lang, bis sie betäubt wird und in einer abgelegenen Villa aufwacht.

Kritik
Wenn nach 33 Minuten Spielzeit der Filmtitel eingeblendet wird, leitet dies tonal eine 180 Grad Wende ein. Wer sich in den ersten Minuten noch gefragt hat, ob er / sie eventuell den falschen Film abgespielt hat – „Fresh“ beginnt wie eine klassische RomCom und bleibt dem Genre in dieser halben Stunde komplett treu – dürfte spätestens jetzt beruhigt feststellen: „Fresh“ ist waschechte Horrorkost. Für das vollständige Filmerlebnis sollte man jedenfalls mit so wenig Vorwissen wie möglich an das Disney+ Original herantreten. Je weniger man weiß, desto mehr Spaß macht der komödiantisch angehauchte Horror-Hybrid. Dabei ist die Prämisse eigentlich nicht neu. Im Vergleich zu thematisch ähnlichen Genrefilmen schafft es „Fresh“ jedoch, die Spannung konstant auf einem guten Niveau zu halten.

Vom Traummann zum Albtraum! Sebastian Stan darf in „Fresh“ schön freidrehen. Dem MCU-Star merk man seine Spielfreude über die gesamte Laufzeit an. Auch wenn seiner Leinwandpartnerin Daisy Edgar-Jones weniger Raum bleibt, um besondere Akzente zu setzen, kann auch sie überzeugen. Trotzt Stans Präsenz, sind die Frauen die Stars! Wer Horror-Klischees überdrüssig & bereit für etwas Frische in der eingestaubten Welt des Thrillers ist, sollte sich „Fresh“ nicht entgehen lassen. Alleine die Auflösung des in letzter Sekunde doch noch rechtzeitig auftauchenden männlichen Helden ist köstlich.

Fazit
Herzhafte Thriller-Kost!
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