Der perfekte Urlaub
| Titel | Der perfekte Urlaub |
| Genre | Komödie |
| Jahr | 2026 |
| FSK | 12 |
| Regie | Bora Dagtekin |
Kinostart: 22.10.2026
In „Der perfekte Urlaub“ warten neue Probleme auf alte Freunde
Die deutsche Kinokomödie ist ein erstaunliches Phänomen. Seit Jahrzehnten werden hierzulande dieselben Beziehungsprobleme durch immer neue Drehbücher geschleift, Missverständnisse zum dramaturgischen Allheilmittel erklärt und prominente Gesichter in Situationen gebracht, die irgendwo zwischen Fremdscham und Familienfeier eskalieren. Und trotzdem funktioniert das Geschäft. Zumindest, wenn der richtige Name auf dem Kinoplakat steht. Besonders zuverlässig läuft es inzwischen mit der Wiederverwertung erfolgreicher Stoffe. Nach „Das Kanu des Manitu“ darf deshalb auch Bora Dagtekin wieder an eine seiner größten Erfolgsgeschichten ran. 2019 lockte „Das perfekte Geheimnis“ mehr als 5,3 Millionen Menschen in die deutschen Kinos. Sieben Freunde, ein Abendessen und ein Handyspiel, das sämtliche Lebenslügen ans Licht beförderte. Ein denkbar einfaches Konzept, dessen Ursprung allerdings in Italien lag. Das Original „Perfetti sconosciuti“ von Paolo Genovese wurde seit 2016 weltweit über zwei Dutzend Mal neu verfilmt und landete damit sogar im Guinness-Buch der Rekorde. Nun bekommt ausgerechnet die deutsche Version eine Fortsetzung. „Der perfekte Urlaub“ schickt die zerstrittene Freundesclique nach Mallorca. Der komplette Hauptcast ist wieder dabei, die Handys dürfen diesmal allerdings weitgehend in den Hosentaschen bleiben.

Videokritik: Gehen der deutschen Komödie die Ideen aus?
Einige Monate sind seit dem verhängnisvollen Abendessen vergangen. Die Freundschaften haben gelitten, Beziehungen sind zerbrochen und so manches Geheimnis hat bleibende Schäden hinterlassen. Leo (Elyas M’Barek), Pepe (Florian David Fitz), Rocco (Wotan Wilke Möhring) und Simon (Frederick Lau) wollen deshalb bei einem gemeinsamen Männerurlaub auf Mallorca wieder zueinanderfinden. Dummerweise haben sich Carlotta (Karoline Herfurth), Eva (Jessica Schwarz) und deren Freundin Maus (Diana Amft) ausgerechnet dieselbe Ferienvilla ausgesucht. Als das Anwesen auch noch in Flammen aufgeht, verschlägt es die gesamte Gesellschaft in ein Clubhotel. Dort werden alte Verletzungen wieder aufgerissen, während neue Konflikte die ohnehin angeschlagenen Beziehungen belasten. Leo versucht, Carlottas Vertrauen zurückzugewinnen, Eva zweifelt an ihrer Ehe und Pepe muss nach seinem Coming-out feststellen, dass seine Freunde mit seiner Sexualität offenbar größere Probleme haben als er selbst. Als schließlich auch noch Simons Ex-Freundin Bianca (Jella Haase) auftaucht, ist vom erhofften Erholungsurlaub nicht mehr viel übrig.

Dass ausgerechnet Bora Dagtekin die Geschichte fortsetzt, überrascht wenig. Der Regisseur und Drehbuchautor hat mit „Türkisch für Anfänger“, der „Fack ju Göhte“-Trilogie und „Das perfekte Geheimnis“ einige der größten deutschen Komödienerfolge der vergangenen Jahre verantwortet. Auch „Der perfekte Urlaub“ entstand erneut in Zusammenarbeit mit Constantin Film und Produzentin Lena Schömann. Gedreht wurde im Herbst 2025 auf Mallorca. Bemerkenswert ist allerdings die Entscheidung, ausgerechnet diesen Stoff fortzuführen. Während viele Komödien problemlos in die nächste Runde geschickt werden können, lebte „Das perfekte Geheimnis“ von einer ziemlich einmaligen Ausgangssituation. Sind die Geheimnisse erst einmal gelüftet, lässt sich derselbe Trick schlecht wiederholen. Dagtekin muss deshalb aus den Konsequenzen des ersten Films eine neue Geschichte entwickeln. Für die deutsche Kinokomödie ist das durchaus symptomatisch. Die großen Publikumserfolge der jüngeren Vergangenheit setzen auffällig häufig auf vertraute Figuren, bewährte Marken und nostalgische Wiedersehen. Auch finanziell scheint das Kalkül aufzugehen. „Das Kanu des Manitu“ führte 2025 die deutschen Kinocharts an, während originelle Komödienstoffe deutlich seltener einen vergleichbaren Massenandrang auslösen. Ob „Der perfekte Urlaub“ aus seinem prominenten Ensemble und der ungewöhnlichen Fortsetzungsgeschichte tatsächlich etwas Neues herausholt oder lediglich den nächsten bewährten Komödienmechanismus bemüht, verrät unsere ausführliche Videokritik.


