Párvulos – Kinder der Apokalypse
| Titel | Párvulos – Kinder der Apokalypse |
| Genre | Horror |
| Jahr | 2024 |
| FSK | 16 |
| Regie | Isaac Ezban |
Heimkinostart: 24.07.2026
In der Apokalypse zählt nur die Familie
Von der Premiere auf dem Fantasy Filmfest bis zur breiten Veröffentlichung kann es bei manchen Filmen schon einmal eine Weile dauern. So auch bei „Párvulos: Kinder der Apokalypse“, der dort bereits vor zwei Jahren das Publikum begeisterte und nun dank Lighthouse Entertainment seinen Weg ins Heimkino findet. Hinter dem Zombiefilm steht niemand Geringeres als Regisseur Isaac Ezban, der bereits mit seinen ambitionierten Werken wie „The Similars“ und „The Incident“ auf sich aufmerksam machte. Das Drehbuch zu „Párvulos: Kinder der Apokalypse“ schrieb er bereits 2016, überarbeitete es während der Corona-Pandemie jedoch noch einmal, um der Geschichte einen Hauch mehr Realismus zu verleihen.

Neben dem Fantasy Filmfest feierte der Horrorfilm 2024 auch auf zahlreichen weiteren Filmfestivals Premiere und schaffte es in Mexiko sogar regulär in die Kinos. In „Párvulos: Kinder der Apokalypse“ begleiten wir die drei Geschwister Salvador (Farid Escalante), Benjamin (Mateo Ortega) und Oliver (Leonardo Cervantes), die abgeschieden im Wald leben und nach einer verheerenden Pandemie auf sich allein gestellt sind. Als sich eines Tages die junge Valeria (Carla Adell) zu ihnen verirrt, ist das erst der Anfang eines blutigen Albtraums. Denn im Keller ihres Hauses hüten die Geschwister ein düsteres Geheimnis.

Familie bis zum letzten Bissen
Moderne Filme, die die Corona-Pandemie thematisieren, haben oft das Problem, dass sie sich selbst in diese ganz spezifische Zeitblase einsperren, die viele von uns am liebsten vergessen würden, und auch nur in diesem Kontext funktionieren. Regisseur Isaac Ezban umgeht das in „Párvulos: Kinder der Apokalypse“ geschickt, indem er Covid-19 nie namentlich erwähnt. Die Verbindung entsteht ausschließlich durch den Meta-Kontext, während Ezban die Parallelen zur Realität zu einer dystopischen Zukunft weiterspinnt, in der die Ängste vor kaum getesteten Impfstoffen Realität geworden sind und schließlich die Zombieapokalypse auslösen. Der Fokus richtet sich dabei jedoch weniger auf das Virus selbst als auf die Familiendynamik zwischen drei Geschwistern, die in dieser Welt ums Überleben kämpfen.

Diese Konflikte können durchaus mal die Nerven strapazieren, so wie Familien es eben oft tun. Gleichzeitig wird die Beziehung der drei Geschwister aber auch zum Herzstück des Films und zu dem, was „Párvulos: Kinder der Apokalypse“ positiv aus der Masse der Zombiefilme hervorhebt. Ezban wechselt dabei immer wieder gekonnt zwischen humorvollen Familienmomenten und dem Ernst der Situation, in der der Zuschauer mit der Frage konfrontiert wird, wie weit man für das Wohl der eigenen Familie gehen würde. Die Antwort darauf fällt tragisch, düster und brutal aus. Unterstrichen wird das von der trostlosen, monochromen Farbpalette und den blutigen praktischen Effekten, die den Verfall dieser Welt eindrucksvoll einfangen. Und dennoch bleibt am Ende ein kleiner Funke Hoffnung zurück, der den melancholischen Schluss umso wirkungsvoller macht.

Fazit
„Párvulos: Kinder der Apokalypse“ erzählt keine klassische Zombiegeschichte, sondern ein düsteres Familiendrama vor dem Hintergrund einer Apokalypse. Isaac Ezban verbindet emotionale Konflikte mit starken praktischen Effekten und einer bedrückenden Atmosphäre. Nicht jede Idee geht vollständig auf, doch gerade die Geschwisterdynamik macht den Film zu einem der ungewöhnlicheren Vertreter des Genres.




