| Titel | F- Valentine’s Day |
| Genre | Romanze, Komödie |
| Jahr | 2026 |
| FSK | 12 |
| Regie | Mark Gantt |
Starttermin: 07.02.2026| Prime Video
Pseudo-Rebellion gegen den Kitsch
Valentinstag. Dieser eine, fett rot eingekreiste Tag im Kalender, an dem Liebe plötzlich zur Pflichtveranstaltung wird. An dem die Blumenläden aus allen Nähten platzen, nur weil Männer kurz vor Ladenschluss noch schnell ein schlechtes Gewissen in Zellophan wickeln müssen. Überall diese reservierten Tische, Kerzen, die sonst kein Mensch beachtet, und im Fernseher läuft ausnahmsweise kein Fußball. Stattdessen: Liebesgeschichten. Immergleich, geschniegelt und komplett austauschbar. Das restliche Jahr über reicht die emotionale Bequemlichkeit völlig aus, aber am 14. Februar wird das Gefühl dann eben performt. Groß, öffentlich und verdammt erwartbar. Genau hier setzt „F- Valentine’s Day“ auf Amazon Prime Video an – zumindest behauptet das der Titel. Ein Film, der verspricht, diesem ganzen Ritual den Spiegel vorzuhalten und den Zuckerguss mal so richtig abzukratzen. Eine kleine Rebellion gegen die Herzchenlogik. Bleibt nur die Frage: Meint der Film das ernst? Oder will er bloß dazugehören und sich dabei ein bisschen frech geben?

Im Zentrum steht Gina (Virginia Gardner), die den Valentinstag verabscheut. Aber nicht etwa aus einer tiefen weltanschaulichen Überzeugung heraus, sondern schlicht, weil sie an dem Tag Geburtstag hat. Sie will diesen Tag für sich. Ungeteilt. Unromantisiert. Kein rosa Filter – und vor allem kein Heiratsantrag. Als sie dann mit Andrew (Skylar Astin) glücklich liiert ist und ein Urlaub in Griechenland ansteht, schlägt diese Abneigung in pure Panik um. Überall sieht sie die Zeichen: Zu viele Sonnenuntergänge, zu viel Romantik. Gina will diesen Kniefall nicht. Nicht dort und erst recht nicht dann. Also greift sie jeden Strohhalm, um das zu verhindern – und Johnny (Jake Cannavale) ist einer davon. Dass der sympathische Pizzalieferant, den sie zufällig an einem vorangegangenen Valentinstag kennengelernt hat, zufällig auch auf der Insel ist, trifft sich gut. Er soll Andrew ablenken und den Antrag so lange verhindern, bis der Tag vorbei ist. Aber Gefühle lassen sich eben nicht taktisch einplanen. Während Gina glaubt, alles im Griff zu haben, fängt ihr Konstrukt an zu bröckeln. Plötzlich steht nicht nur ein Ring zur Debatte, sondern die gesamte Beziehung.

Ein Titel, den man am besten wörtlich nimmt
Hand aufs Herz: Wer hat wirklich geglaubt, „F- Valentine’s Day“ würde den Valentinstag tatsächlich zerlegen? Wer dachte echt, dieser Film würde sich von der Flut an Februar-Romanzen absetzen, statt sich nur ein freches Etikett umzuhängen? Die Ernüchterung kommt verdammt schnell – und wenig überraschend: Das Amazon Original hasst den Valentinstag genauso wenig, wie das herkömmliche RomCom-ABC. Ginas Ablehnung ist am Ende keine echte Haltung, sondern purer Trotz. Eine persönliche Marotte, die weder reflektiert noch irgendwie weitergedacht wird. Sie ist kein cleverer Gegenentwurf zur typischen RomCom-Heldin, sondern eine ihrer anstrengendsten Varianten: ein trotziges Kind im Körper einer Frau. Sie lügt, sie plant, sie benutzt Menschen für ihre eigene Bequemlichkeit. Man empfindet kein echtes Mitgefühl für sie, aber auch keinen interessanten Widerstand. Gina bleibt merkwürdig leer – und diese Leere zieht sich durch den ganzen Film. Auch die Nebenfiguren sind bloße Skizzen ohne jede Reibung oder echtes Eigenleben.

Was aber am schwersten wiegt: Die Chemie fehlt komplett. Weder zwischen Gardner und Astin noch irgendwo sonst entsteht etwas, das man ernsthaft Liebe nennen möchte. Alles wirkt nur behauptet und nie wirklich gespürt. Der Cast bleibt blass, die Dialoge spulen nur ihre Funktion ab und die Konflikte folgen einer Schablone, die man schon dutzendfach in anderen Geschichten erzählt bekommen hat. Klar, die Liebe wird auf die Probe gestellt. Natürlich kommt die Frage nach der einzig richtigen Entscheidung. Und logisch: Am Ende steht das Happy End, das man schon ab der ersten Minute kommen sieht. Doch die Vorhersehbarkeit ist dabei gar nicht das größte Problem – die Charmlosigkeit ist es. Es fehlt an Witz, an Wärme und an dieser echten Aufrichtigkeit, die selbst die flachste Romanze tragen könnte. „F- Valentine’s Day“ scheitert nicht nur daran, das Genre zu dekonstruieren. Er scheitert daran, überhaupt irgendetwas zu fühlen. Zurück bleibt eine glatte, ernüchternde Leerstelle. Wer den Valentinstag vorher noch nicht gehasst hat, tut es spätestens jetzt.

Fazit
„F- Valentine’s Day“ wird seinem Titel letztlich doch noch gerecht – allerdings unfreiwillig. Statt Rebellion gibt es nur faden Einheitsbrei und unsympathische Charaktere.


