Return to Silent Hill – Kritik: Dieser Film ist richtiger Horror!

Return to Silent Hill Film 2026
TitelReturn to Silent Hill
Genre Horror
Jahr2025
FSK16
RegieChristophe Gans

Kinostart: 05.02.2026

Christophe Gans und das Erbe von Silent Hill

In der Welt der Videospiele gibt es nur wenige Namen, die eine so unmittelbare Gänsehaut auslösen wie „Silent Hill“. Während das Horrorgenre Ende der 90er Jahre primär auf Action und Schockmomente setzte, definierte die Reihe von Konami den psychologischen Horror neu. Es war nicht die Angst vor dem, was hinter der nächsten Ecke lauerte, die das Publikum fesselte, sondern das Unbehagen über das, was im Inneren der Protagonisten vorging. Mit einer Mischung aus beklemmender Atmosphäre, tiefgreifender Symbolik und einer fast schon surrealistischen Inszenierung setzte die Marke Maßstäbe, die bis heute nachwirken. Dass dieses komplexe Geflecht aus Schuld und Trauma überhaupt den Sprung auf die Leinwand schaffte, ist Regisseur Christophe Gans zu verdanken. Sein Film aus dem Jahr 2006 gilt unter Fans als eine der wenigen wirklich gelungenen Videospielverfilmungen, auch wenn die professionelle Kritik damals gespalten auf die kryptische Erzählweise reagierte. Gans verstand jedoch die visuelle Sprache der Vorlage: Der allgegenwärtige Nebel und der plötzliche Umschlag in eine verrostete, industrielle Albtraumwelt waren keine bloße Kulisse, sondern eine Projektion der Seele. Mit seinem neuen Projekt „Return to Silent Hill“ ignoriert Gans nun konsequent die filmischen Fehltritte der Zwischenjahre (wie das von Fans verschmähte „Silent Hill: Revelation“) und knüpft direkt an die visuelle Integrität seines Erstlings an.

Binge & Booze Podcast

Die Rückkehr des psychologischen Horrors?

Mit der Fortsetzung „Return to Silent Hill“ widmet sich Christopher Gans der Adaption von „Silent Hill 2“, dem erzählerischen Höhepunkt der Spieleserie. Die Handlung folgt James (Jeremy Irvine), der nach dem Erhalt eines mysteriösen Briefes seiner eigentlich verstorbenen Frau Mary (Hannah Emily Anderson) in die Stadt zurückkehrt. Was als Suche nach einer verlorenen Liebe beginnt, entpuppt sich schnell als Konfrontation mit der eigenen Psyche. James muss feststellen, dass die Monster, denen er begegnet, weit mehr sind als physische Bedrohungen – sie sind Manifestationen seiner verdrängten Ängste und Sünden. Wenn Fans an den ersten Film von 2006 zurückdenken, sind es vor allem die handwerkliche Präzision und das Creature-Design, die im Gedächtnis geblieben sind. Die Darstellung der „Dark Nurses“ oder des ikonischen „Pyramid Head“ setzte auf physische Präsenz statt auf billige Computereffekte. Es war diese haptische Qualität des Grauens, die Silent Hill von der Masse abhob. Für die Fortsetzung steht nun viel auf dem Spiel. Die Erwartungen der Community sind klar definiert: Kann Gans die melancholische, fast schon poetische Einsamkeit des zweiten Spiels einfangen, ohne in konventionelle Horror-Klischees zu verfallen? Schafft er es erneut, die verstörende Klangwelt von Akira Yamaoka so zu integrieren, dass der Ton die Bilder nicht nur begleitet, sondern führt?

Return to Silent Hill Film 2026
Return to Silent Hill ©LEONINE Distribution

„Return to Silent Hill“ positioniert sich damit als weit mehr als ein bloßes Reboot; es ist der ambitionierte Versuch, die Ehre eines Franchises zu retten, das sich zuletzt zwischen mittelmäßigen Fortsetzungen und verpassten Chancen verlor. Die entscheidende Frage bleibt jedoch, ob Christophe Gans das Versprechen einer würdigen Adaption tatsächlich einlösen kann und wie ihm dabei der schwierige Spagat zwischen tiefgründigem Arthouse-Horror und modernem Blockbuster-Anspruch gelingt. Ob die lang ersehnte Rückkehr in den Nebel letztlich das erhoffte atmosphärische Meisterwerk wird oder an den hohen Erwartungen scheitert, klären wir im Detail in unserer Videokritik.

Amazon Prime Video

Das könnte Dich auch interessieren!