F*** Marry Kill: Kritik zum Amazon Film – Hilfe, mein Date ist ein Serienkiller!

F*** Marry Kill Amazon Prime Video Film
TitelF*** Marry Kill
Genre Thriller, Komödie
Jahr2025
FSK16
RegieLaura Murphy

Starttermin: 13.01.2026 | Prime Video

Swipe Right for Murder?

Der digitale Dschungel des Online-Datings ist für Frauen längst kein reiner Abenteuerspielplatz mehr, sondern ein hochgradig vermintes Gelände. Hinter jedem unschuldigen „Hallo“, hinter jedem perfekt ausgeleuchteten Profilbild lauert die potenzielle Gefahr, die weit über ein missglücktes Abendessen hinausgeht. In einer Welt, in der die Grenze zwischen romantischem Interesse und obsessiver Grenzüberschreitung oft nur ein paar Zeilen Textnachricht entfernt liegt, ist die Angst um die eigene körperliche Unversehrtheit ein ständiger, wenn auch oft unsichtbarer Begleiter. Statistisch gesehen und gesellschaftspolitisch betrachtet, ist das Kennenlernen von Fremden für das weibliche Geschlecht immer auch eine Risikoabwägung. Für Eva, die Protagonistin in der exklusiv bei Amazon Prime Video beheimateten Thrillerkomödie „F*** Marry Kill“, stehen die Chancen auf ein Happy End also von vornherein denkbar schlecht, wenn sie sich zeitgleich auf drei verschiedene Männer einlässt, während in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft die Masken des Vertrauens blutig fallen.

F*** Marry Kill Amazon Prime Video Film
F*** Marry Kill ©Lionsgate

Und darum geht es: Eva (Lucy Hale) feiert ihren 30. Geburtstag, doch statt Torte gibt es für die leidenschaftliche True-Crime-Podcast-Hörerin eine Überdosis Realität. Während sie beginnt, den charmanten Kyle (Jedidiah Goodacre), den bodenständigen Norman (Samer Salem) und den mysteriösen Mitch (Brendan Morgan) zu daten, wird ihre Heimatstadt Boulder, Colorado, von einer grausamen Mordserie erschüttert. Die Medien und der Podcast „Mark My Murder“ haben für das Phantom bereits einen Namen gefunden: den „Swipe Right Killer“, der seine Opfer gezielt über Dating-Apps rekrutiert. Zwischen Paranoia und Neugier gefangen, ist Eva fest davon überzeugt, dass einer ihrer drei Verehrer der Schlächter ist. Gemeinsam mit ihren Freundinnen Kelly (Virginia Gardner) und Valerie (Brooke Nevin) begibt sie sich auf eine amateurpsychologische Spurensuche, die das gefährliche Spiel namens „F*** Marry Kill“ zur blutigen Realität werden lässt.

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Thrill trifft Comedy – Ein Match, das keines ist

Es ist noch nicht lange her, da demonstrierte „Cat Person“ eindrucksvoll, wie man Humor, nervenzerreißenden Thrill und messerscharfe Gesellschaftskritik zu einer Dekonstruktion der modernen Datingwelt verwebt. Jener Film nutzte die subjektive Wahrnehmung, die Unsicherheit im Chat-Verlauf und die Diskrepanz zwischen Wunschvorstellung und Realität, um einen psychologischen Spiegel vorzuhalten, der wehtat und gleichzeitig faszinierte. „F*** Marry Kill“ greift nun nach denselben Zutaten – doch leider steht hier ein Koch am Herd, der das Rezept nicht verstanden hat. Das Amazon Exklusive präsentiert sich als tonal vollkommen dysfunktionaler Genre-Mischmasch, der zwischen Thriller und Komödie hin- und herwankt, ohne in einer der beiden Disziplinen auch nur ansatzweise Tiefe zu entwickeln. Der düstere Look suggeriert eine Schwere und Spannung, die das Drehbuch zu keinem Zeitpunkt einlösen kann. Es gibt keine ernsten Töne, die nachhallen, und während der Tonfall verzweifelt nach komödiantischer Leichtigkeit schreit, bleibt das Lachen aus, weil die Gags schlichtweg nicht existieren.

F*** Marry Kill Amazon Prime Video Film
F*** Marry Kill ©Lionsgate

Wo „Cat Person“ smart und witzig die Erwartungshaltung seiner Hauptfigur unterwanderte, die sich in ihrer Manie und ihren Fehlinterpretationen immer tiefer verlor, unterwandert „F*** Marry Kill“ die Erwartungen des Publikums auf eine ganz andere, schmerzhafte Weise: nämlich die Erwartung an Qualität. Lucy Hale indes agiert einmal mehr erschreckend bedeutungslos in einem Film, der keinerlei Relevanz für das Genre besitzt. Während „Cat Person“ das Publikum durch die einseitige Beleuchtung von Motiven bis zum Schluss im Unklaren ließ, wittert man hier den finalen Twist bereits nach fünf Minuten. Dieser Twist sorgt schlussendlich dafür, dass die ohnehin kaum behandelte Themenpalette – von weiblicher Intuition bis hin zur realen Bedrohung durch männliche Gewalt – vollkommen ins Leere läuft. Die Charaktere sind dabei so flach gezeichnet wie ein flüchtig beiseite gewischtes Tinder-Profil. Egal, welche Figur den Raum betritt, man erfährt nichts über sie, und auch nach etlichen Szenen und Dialogen bleibt das Wissen über ihre Beweggründe so oberflächlich wie ein unpersönliches „Hey, wie geht’s?“. Ein Film, den man nach der Sichtung getrost und ohne Reue nach rechts swipen kann – direkt in die ewige Vergessenheit.

F*** Marry Kill Amazon Prime Video Film
F*** Marry Kill ©Lionsgate

Fazit

In „F*** Marry Kill“ kollidieren Thrill und Comedy ideenlos am Tiefpunkt der Vorhersehbarkeit – bei diesem Amazon-Ausrutscher hilft am Ende nur noch konsequentes Ghosting. 

Bewertung: 1 von 5.
Amazon Prime Video

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