| Titel | The Jester 2 – Trick or Treat |
| Genre | Horror |
| Jahr | 2025 |
| FSK | 16 |
| Regie | Colin Krawchuk |
Heimkinostart: 06.11.2025
Der Narr ist zurück – und er hat neue Tricks
Wie aus dem Nichts kam durch Plaion Pictures die Ankündigung zur Veröffentlichung von „The Jester 2 – Trick or Treat“. Nicht einmal auf der beliebten Filmapp Letterboxd war der Film zu diesem Zeitpunkt gelistet. So still und heimlich produzierte Regisseur Colin Krawchuk eine Fortsetzung zu seinem erfolgreichen Horrorfilm „The Jester – He Will Terrify Ya“, der zwar bei Kritikern nicht gut ankam, dafür aber in 67 Ländern die Spitze der Streamingcharts erreichte und damit seinem Vorbild „Terrifier“ deutlich Konkurrenz machte.

Während sich im ersten Teil zwei entfremdete Schwestern nach dem Tod ihres Vaters wieder zusammenfanden, um sich dem gefährlichen Narren (Michael Sheffield) entgegenzustellen, verlagert sich das Geschehen im Sequel erneut in eine blutige Halloween-Nacht, in der die gruselige Gestalt zurückkehrt und eine Kleinstadt terrorisiert. Dabei trifft er auf die junge Außenseiterin Max (Kaitlyn Trentham), die mit ihren Zaubertricks den Narren bloßstellt. Dadurch schwinden die Kräfte der übernatürlichen Kreatur, weshalb er die ahnungslose Schülerin benötigt, um bis zum Ende der Halloween-Nacht vier Opfer mit ihren Tricks in eine tödliche Falle zu locken.

Zwischen Zaubertrick und Blutbad
Es ist immer schön, wenn sich ein Regisseur Kritik wirklich zu Herzen nimmt und versucht, seine Fehler beim nächsten Mal auszubügeln. So geschehen bei Colin Krawchuk und seinem Sequel zu „The Jester – He Will Terrify Ya“. Statt zur Randnotiz zu werden und lediglich als Katalysator für eine melodramatische Familiengeschichte zu fungieren, steht der Trickster dieses Mal voll und ganz im Mittelpunkt. Vorbei sind die Zeiten, in denen der titelgebende Narr sich ohne wirkliche Motivation lieblos durch eine Gruppe verschiedener Menschen metzelte. Stattdessen taucht Krawchuk im zweiten Teil weitaus tiefer in die Mythologie hinter der unheimlichen Figur ein und beleuchtet deren Beweggründe. Einen emotionalen Anker gibt es mit unserer neuen Hauptfigur dennoch, verbindet der Regisseur die Geschichte des Bösen doch enger mit dem Schicksal unserer Heldin und erinnert dabei, zugegeben, erneut an sein scheinbares Vorbild „Terrifier“, in dessen Fortsetzung Art der Clown ebenfalls mit einem Final Girl konfrontiert wurde, das auf mystische Weise mit ihm verbunden ist.

„The Jester 2 – Trick or Treat“ geht aber dennoch eigene Wege. Wege, die durchaus überraschend sind, denn statt des typischen Katz-und-Maus-Spiels gehen Max und der Narr auf ungewollte Weise gemeinsam auf Opferjagd. Hier tun sich für einen simplen Slasher überraschend tiefe Fragen über Moral und Vergebung auf, denn während Max anfangs noch an Bord ist, meldet sich bald ihr Gewissen, und es entsteht eine interessante Dynamik zwischen der Magierin und dem Trickster, die letztendlich in dem typischen Kampf zwischen Gut und Böse ausartet. Ein spannender Ansatz, der weitaus besser funktioniert als das oberflächliche Geschwisterdrama des ersten Films. Vermutlich noch besser, wenn das Schauspiel nicht mal wieder ein wenig durchwachsen wäre. Kaitlyn Trentham hat durchaus einen gewissen Charme, dennoch merkt man, dass es sich hier um ihre erste große Rolle handelt. Aber das Wichtigste zum Schluss: Auch im Bereich der Kill-Szenen legt Krawchuk eine Schippe obendrauf und überrascht mit kreativen Ideen und spaßigen Effekten.

Fazit
„The Jester 2 – Trick or Treat“ ist eine gelungene Steigerung zum Vorgänger, die den Fokus stärker auf ihren titelgebenden Killer legt und dabei mit moralischen Zwischentönen überrascht. Auch wenn das Schauspiel nicht immer überzeugt, bieten die kreativen Kills und die verspielte Dynamik zwischen Opfer und Täter genug, um den Halloween-Hunger blutdurstiger Horrorfans zu stillen.



