| Titel | Bone Lake |
| Genre | Thriller, Horror |
| Jahr | 2025 |
| FSK | ungeprüft |
| Regie | Mercedes Bryce Morgan |
Fantasy Filmfest 2025
Verlangen, Verrat und ein See voller Geheimnisse
Auf dem 39. Fantasy Filmfest geht es dieses Jahr heiß her. Regisseurin Mercedes Bryce Morgan präsentiert dort ihren neuesten Streifen „Bone Lake“, der auf anderen Festivals bereits für Aufsehen sorgte und mehrere Preise gewann. Wie schon in ihrem Vorgänger „Spoonful of Sugar“ verbindet sie erneut Horror mit erotischen Elementen: ein Garant für ein fesselndes Kinoerlebnis.

Und darum geht es…
Sage (Maddie Hasson) und Diego (Marco Pigossi) freuen sich auf einen romantischen Urlaub in einer luxuriösen Villa am Bone Lake. Doch zu ihrer Überraschung müssen sie die Unterkunft mit dem mysteriösen Paar Will (Alex Roe) und Cin (Andra Nechita) teilen. Zwischen den beiden Paaren entstehen Spannungen, und statt Erholung verstrickt sich das junge Paar in ein Netz aus Täuschung, Verlangen und Manipulation, bei dem lang verborgene Geheimnisse ans Licht kommen.

Ein Thriller, der das Bekannte zum Vergnügen macht
Man kennt die Geschichte, man kennt die Charaktere, man kennt das Ende. Und Regisseurin Mercedes Bryce Morgan schert sich kein bisschen darum, dies zu verbergen. Im Gegenteil, sie macht sich einen Spaß daraus. Sie will das Rad nicht neu erfinden, sondern die Liebe für Thriller der 90er- und 2000er-Jahre wieder aufleben lassen. Die Vertrautheit wird zum Freund, der Weg zum Ziel. Mit einem Lächeln schaut man gebannt auf die Leinwand, auch wenn man jeden Schritt voraussieht. Schon lange war Vorhersehbarkeit nicht mehr so unterhaltsam. Filme wie „Speak No Evil“ oder „A Perfect Getaway“ sind offensichtliche Vorbilder – das Aufeinandertreffen zweier Paare, das Misstrauen, die aufgesetzte Höflichkeit, die Unsicherheit, wie man aus der Situation wieder herauskommt, ohne jemanden vor den Kopf zu stoßen. Mit alldem spielt Morgan auf charmant-unterhaltsame Weise. Aber auch erotische Thriller wie „Basic Instinct“ oder „Wild Things“ kommen einem in den Sinn. „Bone Lake“ ist sexy, geht aber nie zu weit und bleibt stets safe genug für ein Mainstream-Publikum.

Der eigentlich vorhersehbare Thriller funktioniert jedoch nicht nur dank seiner Inszenierung so gut, auch das spielfreudige Ensemble trägt entscheidend dazu bei. Florence-Pugh-Lookalike Maddie Hasson steht im Zentrum und zeigt starke Präsenz, doch auch die drei anderen Darsteller liefern überzeugende und unterhaltsame Performances. Alex Roe und Andra Nechita drehen richtig auf und haben an ihren Rollen als psychopathisches, manipulierendes Ehepaar sichtlich Spaß. Camp ist hier das Zauberwort. „Bone Lake“ ist nicht albern, nimmt sich aber auch nie zu ernst und versteht es, mit dunklem Humor das Publikum immer wieder zum Schmunzeln zu bringen. Im letzten Drittel zieht Morgan das Tempo nochmal deutlich an, dreht nicht nur den Bluthahn auf – von Kettensäge bis hin zur Axt kommt alles zum Einsatz –, sondern überrascht sogar mit einem Twist, der so wild ist, dass man kurz glaubt, sich verhört zu haben. Aber nein, ihr habt richtig gehört: Es ist tatsächlich so verrückt.

Fazit
„Bone Lake“ ist ein wilder Ritt durch bekannte Genrepfade, der zeigt, dass Vorhersehbarkeit manchmal verdammt viel Spaß machen kann. Mercedes Bryce Morgan versteht es, Nostalgie, Camp und blutige Eskalation zu verbinden und liefert einen Thriller, der gerade wegen seiner Vertrautheit unterhält.


