| Titel | Exit 8 |
| Genre | Horror, Thriller |
| Jahr | 2025 |
| FSK | ungeprüft |
| Regie | Genki Kawamura |
Fantasy Filmfest 2025
Ein Loop aus Angst, Beklemmung und Verzweiflung
Verfilmungen von Horrorspielen haben es traditionell schwer. Auch wenn der Erfolg an den Kinokassen unbestreitbar ist, sei es bei der „Resident Evil“-Reihe, „Silent Hill“ oder dem diesjährigen „Until Dawn“, fallen die Kritiken oft eher verhalten aus. Das hält Regisseure jedoch nicht davon ab, es immer wieder zu versuchen. „Exit 8″ basiert auf einem Spiel von 2023, das bereits 1,5 Millionen Mal heruntergeladen wurde. Die simple Grundidee scheint wie gemacht für eine spannende Kinoadaption. Ob das Experiment geglückt ist, erfahren die Zuschauer des 39. Fantasy Filmfest als Erste.

Und darum geht es…
Ein junger Mann (Kazunari Ninomiya) muss nach dem Aussteigen aus der U-Bahn feststellen, dass er in der Station gefangen ist. Auf der Suche nach Ausgang acht landet er, egal welchen Weg er einschlägt, immer wieder im gleichen Gang. Auf einem Schild findet er eine Anleitung mit simplen Regeln: Erkenne Anomalien, dann gehe zurück. Findest du keine, geh vorwärts. Mit ihm in den Gängen ist ein unheimlicher Mann mit Aktenkoffer, der nicht ansprechbar ist. Nach einigen Versuchen trifft er auf einen kleinen Jungen, der ebenfalls gefangen zu sein scheint. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach einem Ausweg, doch selbst kleinste Veränderungen bringen sie wieder an den Anfang zurück.

Glitch oder Realität? Entscheide dich falsch und du bist verloren
Unangenehm, unangenehm, unangenehm. Besser lässt sich „Exit 8″ in einem Wort kaum zusammenfassen. Der Film beginnt wie ein echtes Videospiel: Wir folgen dem namenlosen Hauptcharakter auf seiner Fahrt mit der U-Bahn, sehen durch seine Augen, wie er davor zurückschreckt, sich für Schwächere einzusetzen, bevor er einen lebensverändernden Anruf seiner Ex-Freundin erhält. Der junge Mann ist überfordert, bekommt kaum noch Luft, sucht hektisch nach seinem Asthma-Inhalator – und das Publikum spürt seine Panik hautnah mit. Das Husten, die Geräusche der Umgebung, Lautsprecherdurchsagen, die grellen Lichter, gefolgt von der plötzlichen Stille und dem Gefangensein in den sterilen, sich endlos wiederholenden Gängen: Regisseur Genki Kawamura fängt die Gefühle seines Protagonisten so intensiv ein, dass auch die Nerven der Zuschauer überstrapaziert werden. Fast so, als würde man selbst kaum noch Luft bekommen. Plötzlich werden selbst die kleinsten Geräusche im Kinosaal zur Belastung. Je öfter der Mann durch die immer gleichen Gänge irrt, desto orientierungsloser fühlt man sich selbst, versucht mit ihm zusammen nach Anomalien zu suchen und droht ebenso die Hoffnung zu verlieren.

Anfangs sind die Durchläufe simpel, es sind harmlose Veränderungen. Doch irgendwann ist es gar nicht mehr so leicht zu unterscheiden, was eine Anomalie ist und was real. Kleinigkeiten werden zum Verhängnis. Gleichzeitig steigert Kawamura nach und nach den Horroraspekt. Der Hauptcharakter sieht sich konfrontiert mit einem gruselig lächelnden Mann, dröhnendem Babygeschrei und gar mutierten Ratten. Der Horror ist schlicht gehalten, aber durchaus effektiv. Auch ohne das Spiel gespielt zu haben, gelingt es Kawamura, dessen minimalistische Struktur filmisch überzeugend einzufangen. Natürlich bleibt dabei nicht viel anderes übrig, als eine zusätzliche Storyline einzuflechten, um die Laufzeit zu füllen. Hier wirft Kawamura fast schon philosophische Fragen auf, vergleicht das Spiel mit dem Alltagstrott, in dem sich viele von uns wiederfinden, macht Anspielungen auf die Hölle und thematisiert Schuldgefühle. Das wirkt jedoch stellenweise dann doch zu aufgesetzt, um der ansonsten simplen Handlung wirklich mehr Tiefe zu verleihen.

Fazit
„Exit 8″ ist ein klaustrophobischer Albtraum, der mit minimalistischen Mitteln maximale Anspannung erzeugt. Kawamura lässt sein Publikum das Gefangensein hautnah miterleben und steigert die Beklemmung Schritt für Schritt. Auch wenn die philosophischen Überbauten etwas bemüht wirken, bleibt am Ende ein atmosphärisch dichter Horrortrip.


