We Bury the Dead: Kritik zum Film – Zombiehorror mit Daisy Ridley

We Bury The Dead Film 2025
TitelWe Bury the Dead
Genre Horror, Thriller
Jahr2025
FSKungeprüft
RegieZak Hilditch

Fantasy Filmfest 2025

Von der fernen Galaxis in die Zombie-Apokalypse

Star Wars-Fans waren und sind laut in ihrem Hass gegenüber den Sequels. Und teilweise auch gegenüber Daisy Ridley. Obwohl Kritiker sie als talentierte Schauspielerin feiern, blieb der große Erfolg ihrer Filmprojekte in den letzten Jahren aus. Mit „We Bury the Dead“, der seine Deutschlandpremiere auf dem 39. Fantasy Filmfest feiert, könnte sich das ändern. Statt Kylo Ren steht sie hier in einem Horrorstreifen einer ganz neuen Bedrohung gegenüber: Zombies.

We Bury The Dead Film 2025 Neon
We Bury the Dead ©Neon

Und darum geht es…

Nachdem ein militärisches Experiment schiefgeht und zu einem katastrophalen Unfall führt, gibt die verzweifelte Ava Newman (Daisy Ridley) die Hoffnung nicht auf, dass ihr Mann noch am Leben sein könnte. Entschlossen, ihn zu finden, schließt sie sich einem Bergungstrupp an. Die Mission ist klar: Entweder die Leichen aus den Häusern bergen oder das Militär informieren, wenn eines der Opfer zurückgekehrt ist. Denn nicht alle Toten wollen auch tot bleiben.

Zwischen apokalyptischer Düsternis und stillen Momenten der Menschlichkeit

Es bedarf einiges, um dem angestaubten Subgenre des Zombiefilms neues Leben einzuhauchen. Und doch gelingt Zak Hilditch mit „We Bury the Dead“ genau das. Mit Leichtigkeit erschafft er einen Zombiefilm, der sich vertraut und doch frisch anfühlt. Zu Beginn fokussiert Hilditch sich nicht auf fleischfressende Untote, Blut und Gedärme – auch wenn dies später reichlich vorhanden ist – und setzt stattdessen auf die Struktur eines Katastrophenfilms. Ein Film über Menschlichkeit angesichts eines schrecklichen Ereignisses. Über Angst, Trauer und Hoffnung, die damit einhergehen. Obwohl sich die Handlung auf eine Insel beschränkt, gelingt es Hilditch, mit atmosphärischen Bildern eine ähnlich beklemmende Endzeitstimmung heraufzubeschwören wie schon in „These Final Hours“. Auch die Parallele eines hoffnungslosen Roadtrips zwischen den Hauptfiguren ist wiederzuerkennen. Daisy Ridley gibt ihr Bestes, auch wenn ihre Figur Ava im Drehbuch über weite Strecken der nötige Biss fehlt. Brenton Thwaites als Clay ist dagegen das Highlight des Films: nach außen hin ein harter Bad Boy mit lockeren Sprüchen, der zugleich eine weiche Seite offenbart. Es ist die Dynamik zwischen beiden, die den Film trägt, was gerade in den Momenten spürbar ist, in denen Clay fehlt.

We Bury The Dead Film 2025 Neon
We Bury the Dead ©Neon

Auch bei den Zombies selbst gibt es frische Ansätze. Nicht alle kehren zurück, und einige zeigen noch Reste von Menschlichkeit – Persönlichkeitsfragmente, die wie bei Alzheimer-Patienten kurz durchscheinen. Besonders eindringlich ist eine Szene, in der ein Untoter das Grab seiner Familie schaufelt, fast mechanisch, aber mit spürbarem Verlustbewusstsein. Oder die schwangere Untote, die instinktiv versucht, ihr noch lebendes Baby zu schützen. Solche Momente heben „We Bury the Dead“ von anderen Genrevertretern ab und verleihen ihm emotionales Gewicht. Umso bedauerlicher ist es, dass Hilditch diesen Aspekt nicht konsequenter verfolgt und stattdessen immer wieder in konventionellen Zombiehorror zurückfällt. Die aggressiveren Untoten mit dunklen Adern, weißen Augen und den widerwärtigen Geräuschen knirschender Zähne sind zwar wirkungsvoll in Szene gesetzt und sorgen für Gänsehaut, wirken aber letztlich zu generisch. So schwankt der Film ständig zwischen spannenden, ungewöhnlichen Ideen und altbekannten Klischees. Gleiches gilt für die übergreifende Thematik der Trauer, die das Horrorgenre in den letzten Jahren oft aufgegriffen hat. Avas Suche nach ihrem Mann endet, mehr oder weniger, wie man es erwartet. Es geht weniger um die Frage, ob er überlebt hat, sondern vielmehr um Avas Bedürfnis, ihre Schuldgefühle und Trauer zu verarbeiten. Ihr Verlangen nach Gewissheit und einem Abschluss. Das Ungesagte ist der wahre Horror in „We Bury the Dead“.

We Bury The Dead Film
We Bury the Dead ©Neon

Fazit

„We Bury the Dead“ bringt Endzeitstimmung ins Zombie-Subgenre und verlagert den Fokus stark auf die emotionalen Aspekte. Zwar verliert sich Hilditch immer wieder in altbekannten Klischees, doch schon allein dank der Chemie zwischen Daisy Ridley und Brenton Thwaites ist der Film einen Blick wert.

Bewertung: 3.5 von 5.
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