| Titel | Der Milliardärsbunker |
| Genre | Thriller, Sci-Fi |
| Jahr | 2025 |
| FSK | 16 |
| Creator | Álex Pina, Esther Martínez Lobato |
Starttermin: 19.09.2025 | Netflix
Das Überleben der Superreichen?
„Nobel geht die Welt zugrunde“ – ein Bonmot, das längst zum filmischen Motiv geworden ist. Seit Jahrzehnten erzählen Kino und Fernsehen Geschichten vom Untergang der Menschheit und den Enklaven der Reichen, die im Luxus ausharren, während draußen die Welt zerfällt. Von Sci-Fi-Visionen wie „Elysium“ bis zu den klaustrophobischen Klassenmetaphern in „Snowpiercer“ reicht dieses Erzählmuster, das den Kontrast zwischen Privileg und Vernichtung ins Zentrum rückt. Doch die Faszination daran ist nicht nur fiktional: In einer Gegenwart, die von geopolitischen Spannungen, wachsender Ungleichheit und real existierenden Rückzugsfantasien der Superreichen geprägt ist, wirkt das Szenario beunruhigend nah. Vor diesem Hintergrund positioniert sich nun die neue Netflix Serie „Der Milliardärsbunker“, die den Eliten beim Überleben im Luxus zuschaut, während draußen der Dritte Weltkrieg droht.

Und darum geht es…
Eine Gruppe der Reichsten der Welt (u.a. Pau Simón, Alícia Falcó, Joaquín Furriel) zieht sich in einen gigantischen High-Tech-Bunker zurück, während draußen der Dritte Weltkrieg droht. Der „Kimera Underground Park“ bietet alles – Luxus, Sicherheit, völlige Abschottung. Doch was als letzter Zufluchtsort gedacht ist, wird schnell zum Gefängnis aus Intrigen. Familien mit alter Feindschaft prallen aufeinander, Machtkämpfe entbrennen, während draußen die Welt im Chaos versinkt. Von den Bildschirmen aus verfolgen die Bewohner die Katastrophe, gefangen in einer Blase, die langsam zu zerbrechen droht.

Unser Eindruck nach den ersten beiden Episoden
Vom Regen in die Traufe. Max tritt aus dem Gefängnis hinaus, atmet Freiheit – und stolpert direkt in den Bunker. Ein Ort, der offiziell Luxus verspricht, ein Refugium für die Superreichen, doch der Schein trügt. Draußen brennt die Welt, Kontinente erzittern, Chaos verschlingt Städte, und der Bunker selbst vibriert vor Unruhe. Das Luxusrefugium der Reichen ist keine Insel der Sicherheit, sondern ein Käfig, in dem Schuld, Groll und alte Fehden wie giftiger Rauch hängen. Dort wartet auch der Mann, dessen Tochter Max’ Fehltritt das Leben kostete. Die Inszenierung bemüht sich um Spannung, jeder Blick, jede Bewegung soll geladen wirken – doch die Konflikte zünden kaum, die dramatische Wucht bleibt aus. Machtspiele, Eitelkeiten, zerbrochene Familienbande. Alles wirkt konstruiert, zwischen Overacting und dilettantischer Darstellung, mit Figuren wie Marionetten, deren Konflikte sich kaum ernst nehmen lassen.

Erst am Ende der ersten Episode erscheint ein Lichtblick, in Form eines Twists, der überrascht und kurzzeitig fesselt – etwa fünfzehn Minuten lang zieht er die Aufmerksamkeit, weckt Neugier und lässt hoffen, dass sich hier mehr als nur Oberflächlichkeit verbirgt. Doch danach fällt alles zurück in das routinierte Konfliktroulette und die gesellschaftskritische Kapitalismuskritik, die die moralische Absurdität der Reichen hätte freilegen können, verpufft. Das Luxusrefugium hätte zum Spiegel der Zerstörung werden können: ein Ort, der die inneren und äußeren Abgründe der Figuren sichtbar macht. Stattdessen dominieren Oberflächlichkeit, Intrigen, Eitelkeiten, und die Serie lässt die Chance verstreichen. „Der Milliardärsbunker“ hinterlässt ein Gefühl von Leere und Frustration – und was bleibt, ist das Gefühl, Zeit mit leeren Versprechen verschwendet zu haben.

Fazit
„Der Milliardärsbunker“ ist ein ambitioniertes Konzept, das die menschlichen Abgründe hinter dem Reichtum hätte entblößen können, doch die Umsetzung scheitert an oberflächlichen Konflikten, konstruierten Charakteren und fehlender Spannung. Wer auf intensive Kapitalismuskritik und psychologische Tiefe gehofft hat, wird enttäuscht.


