The Home (2025): Kritik zum Horrorfilm – Der Horror des Älterwerdens

The Home - Hemmet Film 2025
TitelThe Home (Hemmet)
Genre Horror, Drama
Jahr2025
FSKungeprüft
RegieMattias J. Skoglund

Fantasy Filmfest 2025

Die stille Last der Erinnerungen

Verwechslungsgefahr auf dem Fantasy Filmfest. Während der mit Pete Davidson besetzte HollywoodHorror „The Home“ allein durch seinen prominenten Cast und Regisseur James DeMonaco („The Purge“) viele Blicke auf sich zieht, fristet der schwedische Namensvetter „The Home“ ein stilles Dasein in der Nische. Dabei sind es doch gerade die kleinen Horrorfilme – diejenigen, die unter dem Radar des Mainstreams laufen –, die oft am stärksten nachhallen. Die subtilen Perlen, die nicht durch Effekte, sondern durch ein leises Drücken im Magen wirken. Sie erzeugen diese nagende Spannung, die sich erst langsam entfaltet, lange nach dem Abspann nachklingt. Aber trifft das auch auf „The Home“ zu? Schafft es der Film, die stille Intensität, die Schatten zwischen den Wänden eines Pflegeheims und die unausgesprochenen Traumata Ihrer Protagonist*innen spürbar werden zu lassen – oder bleibt es nur ein vorsichtiges Flüstern im Schatten?

The Home - Hemmet Film
The Home ©LevelK

Und darum geht es…

Joel (Philip Oros) kehrt nach Jahren in seine Heimatstadt zurück, als seine Mutter Monika (Anki Lidén) nach einem Schlaganfall in ein Pflegeheim verlegt wird. Was als routinemäßiger Besuch beginnt, entwickelt sich schnell zu einem beunruhigenden Alptraum: Monika wird von Visionen ihres verstorbenen, gewalttätigen Ehemanns heimgesucht, und Joel muss sich eigenen verdrängten Erinnerungen stellen. Zwischen traumhaften Erinnerungen, mysteriösen Ereignissen im Heim und der wachsenden Angst um seine Mutter verschwimmen Realität und Übernatürliches. Joel erkennt, dass manche Geister nicht nur in den Schatten lauern, sondern in der eigenen Familie verborgen sind.

Horrorszenario: Pflegeheim

„The Home“ zeigt sich bemüht darum, die Balance zwischen psychologischem Drama und subtiler Horrorästhetik zu finden, doch taumelt dabei meist unbeholfen zwischen beiden Polen. Regisseur Mattias J. Skoglund, der sich vor allem auf das Trauma seines Protagonisten konzentriert, lässt den Horror langsam heranwachsen, aber selten spürbar werden. Die Figuren sind bedacht eingeführt, doch ihre inneren Konflikte bleiben zu dramaturgisch oft abstrakt, lediglich Andeutung, wodurch das Publikum lange Zeit auf Distanz gehalten wird. Das Thema des Alters, die Pflege und das stille Leiden in den Heimen wirkt dabei eher beiläufig, ein Hintergrundrauschen, das zwar die Stimmung prägt, aber nicht das Herz der Erzählung bildet. Somit bleibt das Gefühl, der beabsichtigt doppelbödige Horror würde lediglich angedeutet, nie voll entfaltet, als würde man durch Glas schauen – und nicht hindurchgehen.

The Home - Hemmet Film 2025
The Home ©LevelK

Die Kamera des schwedischen Slowburners wandert dabei durch Fensterglas, Räume und Flure, versucht die Enge des Heims und die Isolation von Joel und Monika einzufangen, doch der Look wirkt steril, fast klinisch. Die Bilder können sich selten vom TV-Look lösen, was die subtile Angst, die im Drehbuch angelegt ist, immer wieder dämpft. Gerade die monotonen Innenaufnahmen verlieren dadurch an Gewicht, selbst wenn die Lichtführung bemüht ist, die eine oder andere schaurige Einstellung auf Kamera festzuhalten. Erst im Finale, wenn der Horror langsam greifbar wird, gelingt es „The Home“, Momente des Schreckens zu erzeugen. Doch auch diese späten Bemühungen wirken vorsichtig, als wollte der Film nicht vollständig loslassen. So bleibt die emotionale Wirkung ambivalent: Man spürt die Intention, aber die Luft zwischen Spannung und Unbehagen ist nie vollständig ausgefüllt – und der erhoffte emotionale Impact bleibt auf der Strecke.

The Home - Hemmet Film 2025
The Home ©LevelK

Fazit

„The Home“ strebt nach psychologischem Horror, scheitert jedoch meist an Atmosphäre und Spannung; subtil angedeutete Albträume bleiben distanziert, die emotionale Wirkung verpufft.

Bewertung: 2 von 5.
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