| Titel | Halb Malmö hat mit mir Schluss gemacht |
| Genre | Komödie |
| Jahr | 2025 |
| FSK | 16 |
| Regie | Emma Bucht, Susanne Thorson |
Starttermin: 11.09.2025 | Netflix
Lachen, Stolpern, Verlieben: Großstadtdating hautnah
Speed-Dating, Dating-Apps, Nachtleben – die Welt des Datings ist ein Mosaik aus Möglichkeiten, voller Verlockung und Überforderung zugleich. Ein Wischen nach rechts kann über Nähe oder Einsamkeit entscheiden, ein Blick über die Tanzfläche über das Gefühl, ob man gesehen wird oder unsichtbar bleibt. Es ist ein undurchsichtiger Schleier aus Verführung, Selbstinszenierung und Ehrlichkeit. Manche suchen die schnelle Ablenkung, andere den lang ersehnten Halt. Zwischen Neonlicht und Bildschirmglanz verschwimmen die Grenzen zwischen Sehnsucht und Simulation – kurz gesagt: Dating kann ganz schön anstrengend sein. Das muss auch Single-Frau Amanda feststellen – in der Netflix Original Serie “Halb Malmö hat mit mir Schluss gemacht” – bei ihrer mühsamen Suche nach der wahren Liebe im Großstadtdschungel.

Und darum geht es…
Amanda (Carla Sehn) ist Anfang dreißig, lebt in Malmö – und wird ständig abserviert. Ob auf Dating-Apps, bei zufälligen Begegnungen oder auf arrangierten Treffen: Kaum beginnt etwas, ist es auch schon wieder vorbei. Ihre Versuche, sich neu zu erfinden, pendeln zwischen zu fordernd und zu nachgiebig, doch der Erfolg bleibt aus. Währenddessen kämpfen auch ihre Freundinnen mit dem ganz normalen Gefühlschaos – und fragen sich, ob die große Liebe wirklich nur einen Swipe entfernt ist oder ob man in einer Stadt wie Malmö einfach mit dem halben Dating-Pool irgendwann Schluss gemacht hat.

Unser Eindruck nach den ersten beiden Episoden
Die Art, wie „Halb Malmö hat mit mir Schluss gemacht“ damit umgeht, wenn in der ersten Szene ein fremder Mann aus den Büschen hervortritt und sich vor Amanda entblößt, lässt Böses ahnen. Amanda reagiert nicht etwa geschockt, sondern fasziniert – sie geht auf ihn zu. So unterfordert in ihren Bedürfnissen, dass selbst ein Übergriff Sehnsucht weckt. Bei dieser Reaktion ist nicht nur das Publikum irritiert – selbst der Exhibitionist sucht da schnell das Weite. Wer nun meint, die schwedische Netflix Serie könne die Komplexität weiblicher Empfindungen nicht erfassen, wird schnell eines Besseren belehrt. Amandas Situation – vom irritierenden Auftakt mal abgesehen – gestaltet sich fortan durchaus authentischer und verständnisvoller, als man zunächst meinen könnte. Nur große Lust, das Ganze in Watte zu packen, scheint „Halb Malmö hat mit mir Schluss gemacht“ dabei einfach nicht zu haben.

Dass der Mix aus derbem Humor und leiser Melancholie so gut funktioniert, liegt nicht zuletzt an Carla Sehn. Sie verleiht Amanda eine natürliche Strahlkraft, lässt ihre Verletzlichkeit und ihre kleine Resignation spürbar werden und reißt die Sympathien seitens der Zuschauerschaft binnen weniger Momente an sich. Durch ihre Darstellung wird der Balanceakt zwischen komischen und ernsten Momenten glaubwürdig: Amanda stolpert durch das moderne Datingleben, scheitert, steht wieder auf und bleibt dabei immer greifbar und echt. Das macht „Halb Malmö hat mit mir Schluss gemacht“ zu einem kurzweiligen wie authentischen Porträt des modernen Großstadt-Datings: charmant, verletzlich, manchmal absurd – und immer auf Augenhöhe mit seinen Figuren.

Fazit
„Halb Malmö hat mit mir Schluss gemacht“ ist witzig, charmant und ehrlich – eine gelungene Mischung aus Humor, Tiefe und realistischen Einblicken ins moderne Dating.


