| Titel | Planet Single: Greek Adventure |
| Genre | Komödie |
| Jahr | 2025 |
| FSK | 12 |
| Regie | Sam Akina, Michał Chaciński |
Starttermin: 27.08.2025 | Netflix
Eine Fortsetzung, die niemand braucht
Es gibt Filmreihen, die tragen ihre Nummer stolz im Titel, andere tarnen ihre Fortsetzungen unter neuen Überschriften, als wäre die Vergangenheit nur eine Fußnote. „Planet Single: Greek Adventure“ gehört zur zweiten Sorte. Wer zufällig hineingerät, bemerkt vielleicht erst spät, dass es sich um den vierten Teil einer in Polen äußerst erfolgreichen RomCom-Reihe handelt. Doch selbst wer die früheren Filme kennt, wird wenig gewonnen haben – außer vielleicht ein Wiedersehen mit Figuren, die sich längst im Kreis drehen.

Und darum geht es…
Tomek (Maciej Stuhr) und Ania (Agnieszka Więdłocha) besuchen ihren Freund Marcel (Piotr Głowacki) auf einer sonnigen griechischen Insel. Marcel will dort eine Reality-Show für Singles starten – eine Idee, die schnell aus dem Ruder läuft. Hinweise häufen sich, dass sein neuer Partner ein manipulativer Betrüger sein könnte. Während ein weiterer Freund, Bogdan (Tomasz Karolak), in Verschwörungstheorien abtaucht, kämpft Ania mit hormonellen Behandlungen wegen eines unerfüllten Kinderwunsches. Tomek versucht, zwischen Chaos, Intrigen und romantischen Verwicklungen das Richtige zu tun – und merkt, dass Urlaub, Liebe und Logik hier kaum Hand in Hand gehen.

Leere Postkarten aus Griechenland
Alles hier atmet Konvention. Die Charaktere sind keine Menschen, sondern Schablonen. Man kennt sie alle: den charmant-neurotischen Freund, die verzweifelte Frau mit Kinderwunsch, den selbstverliebten Sidekick, den schrulligen Verschwörungstheoretiker. Konflikte entstehen in „Planet Single: Greek Adventure“ im Stakkato, aus dem Nichts – und verschwinden ebenso abrupt, wie sie gekommen sind. Nichts wirkt organisch, nichts hat Gewicht. Man könnte dieselben Dialoge nehmen und sie in nahezu jeden beliebigen Netflix Film dieser Art legen – es würde kaum auffallen. So macht sich bereits nach wenigen Minuten ein Gefühl von Übersättigung breit, das bis zum vorhersehbaren Finale anhält.

Statt der dinnormgeeichten Erzählung mit humoristischen Einfällen immerhin so etwas wie Kurzweiligkeit zu verleihen, reiht „Planet Single: Greek Adventure“ Klischees an Klischees, so alt, dass sie längst in den Archiven des Genres verstaubt sein müssten. Besonders schmerzlich wird es dann, wenn sich das Netflix Original beim Thema Homosexualität bedient: nicht einfühlsam, nicht originell, sondern in verkrusteten Mustern gefangen, die eher rückschrittlich als zeitgemäß wirken. Und so zieht sich der Film dahin – unglaubwürdig, formelhaft, ein Postkarten-Griechenland als Kulisse für Probleme, die keine Bedeutung haben. Alles bleibt an der Oberfläche, alles wirkt bereits hundertmal gesehen. Wer die Vorgänger mochte, mag hier noch einen Anknüpfungspunkt finden. Für alle anderen bleibt wenig außer Ernüchterung.

Fazit
„Planet Single: Greek Adventure“ ist Netflix-Standardkost der üblen Sorte – ohne Überraschung, ohne Leichtigkeit, ohne Herz.


