| Titel | Young Millionaires |
| Genre | Drama, Komödie |
| Jahr | 2025 |
| FSK | 16 |
| Creator | Igor Gotesman |
Starttermin: 13.08.2025 | Netflix
17 Jahre, 17 Millionen – Wenn Jugend auf Reichtum trifft
Einmal im Lotto gewinnen und loslassen – Füße hoch, Leben genießen, so der Traum. Doch noch bevor Gewinn da ist, stellt sich die Frage: Wie viel ist genug, und ab wann wird das „Genug“ zur Last? Denn – mit der Höhe des Gewinns wächst nicht nur das Vermögen, sondern zwangsläufig auch der Überschwang. Dieser wiederum steigt mit jüngeren Alter ins Unermessliche, weil die Jugend selbst, mit ihrem Drang nach Erleben und Überfluss, jede Vernunft zu überlagern droht. So wird das Geldausgeben zum selbstverstärkenden Kreislauf, sinnloser und heftiger, bis der Reichtum ebenso schnell vergeht wie jene flüchtige Jugend, die ihn überhaupt erst beflügelt hat. Eine Kausalkette aus Jugend, Leichtsinn, Unverstand und Reichtum, die auch in “Young Millionaires” zum zentralen Thema wird, wenn vier 17-Jährige plötzlich 17 Millionen Euro reicher sind.

Und darum geht es…
In Marseille verändert ein unerwarteter Lottogewinn das Leben von Samia (Sara Gançarski), Léo (Abraham Wapler), David (Martin Karmann) und Jess (Malou Khebizi) radikal – 17 Millionen Euro winken. Da sie noch minderjährig sind, können sie das Geld nicht direkt annehmen und so beginnt eine wilde Odyssee, an deren Ende zwar das große Geld wartet, doch der Weg dorthin ist gepflastert mit Konflikten, Versuchungen und Lektionen über Freundschaft, Verantwortung und das Erwachsenwerden.

Unser Eindruck zwei Episoden
Lotto – das schnelle Geld. Fünf zufällige Zahlen, ein Schein, und plötzlich wölbt sich das Bankkonto wie ein unerschöpflicher Traum, die Welt scheint voller Möglichkeiten. Für Samia, Léo, David und Jess jedoch beginnt mit dem Millionengewinn erst der eigentliche Kampf. „Young Millionaires“ erzählt nicht von sorgenlosem Luxus, sondern vom holprigen, fast absurd komischen Weg von den fünf Richtigen zum Einlösen des Scheins. Denn wie es die Werbespots mahnend verkünden: „Teilnahme nur für Personen ab 18 Jahren.“ Und keiner der Gewinner ist volljährig. Statt also wie in Netflix-Hits à la „Élite“ oder „Kitz“ in ein Leben voller Exzesse, Partys und hemmungslosem Geldausgeben einzutauchen, entfaltet sich zunächst eine rastlose, nicht selten tollpatschige Jagd nach dem Geld.

Während das Drama hinter den Kulissen der spärlich ausgeleuchteten Protagonist*innen vornehmlich auf Sparflamme vor sich hin köchelt und dabei selten die üblichen Tropen überschreitet, entpuppt sich der unbeholfene Weg zur Scheineinlösung als vergnügliche Farce, die zwar selten glaubhaft, dafür aber umso unterhaltsamer geraten ist. Die Gags zünden, das Tempo stimmt, und die acht Folgen mit jeweils rund 35 Minuten Laufzeit vergehen wie im Flug. Nach den ersten beiden Episoden jedenfalls lässt sich feststellen, dass „Young Millionaires“ vor allem eines ist: ein kurzweiliges Spiel mit jugendlicher Hybris und absurden Hürden, charmant, temporeich, aber ohne Anspruch, Spuren zu hinterlassen – ein Vergnügen, das im Moment lebt und dort auch bleibt.

Fazit
„Young Millionaires“ spielt gekonnt mit Zahlen, Chancen und kleinen Katastrophen – ein kurzweiliges Abenteuer, das Spaß macht, ohne dass man die Quittung für tiefere Einsichten erhält.


