Fixed: Kritik zum Netflix Film – Netflix ist auf den Hund gekommen

Fixed Netflix Film 2025
TitelFixed
Genre Komödie, Animation
Jahr2025
FSK16
RegieGenndy Tartakovsky

Starttermin: 13.08.2025 | Netflix

Schnipp, schnapp, Eier ab!

Es ist ein seltsames Schauspiel: Der Tierarzt spricht von Verantwortung, Tierwohl, Prophylaxe – und der Mann sitzt da, als ginge es um ihn selbst. Plötzlich wird der Hund zur männlichen Projektionsfläche. „Der arme Kerl“, sagt er, und meint vielleicht auch ein Stück weit sich. Dabei hat der Vierbeiner keine Ahnung von Männlichkeit, Virilität oder dem, was „wegkommt“. Kastration – für den Hund ist ein kurzer Eingriff, für den Halter ein Eingriff in sein Selbstbild. Wie fragil das männliche Ego sein kann, zeigt auch „Fixed“ – wenn ein simpler tierärztlicher Eingriff zur Ausgangslage für eine überdrehte, aber treffende Satire wird, die mit beißendem Humor und scharfem Blick die Fragilität des vermeintlich starken Geschlechts enttarnt. 

Fixed Netflix Film 2025
Fixed ©Netflix

Und darum geht es…

Bull (Adam Devine) genießt sein Leben als sorgloser, selbstbewusster Hund – bis er erfährt, dass er am nächsten Tag kastriert werden soll. Für Bull bricht eine Welt zusammen: Die Vorstellung, seine Freiheit und Männlichkeit zu verlieren, setzt ihm zu. Entschlossen, seine letzte Nacht vor dem Eingriff in vollen Zügen zu nutzen, schart er seine Freund*innen um sich – darunter die charmante, schlagfertige Hündin (Kathryn Hahn), die taffe Dogge (Idris Elba) und den etwas tollpatschigen Kumpel (Bobby Moynihan). Gemeinsam machen sie sich auf einen wilden Streifzug durch die Nachbarschaft, der von kleinen Missgeschicken zu immer verrückteren Abenteuern eskaliert. Während Bull versucht, seine Freiheit auszukosten, muss er sich nicht nur chaotischen Situationen stellen, sondern auch seinen eigenen Vorstellungen von Mut, Loyalität und Identität neu begegnen.

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Wenn der Humor kastriert wird

Auch wenn sich „Fixed“ theoretisch mit dem Etikett pädagogisch wertvoll schmücken ließe, bleibt der alles andere als jugendfreie Zeichentrickfilm im Kern vor allem eines: spätpubertärer Klamauk, der sich obsessiv auf das konzentriert, wo sich der Hund nun mal am liebsten leckt. Geistreich ist das – wenig überraschend – überhaupt nicht, lustig bedauerlicherweise aber genauso wenig. Dass Adam Devine („The Out-Laws“), der dem vor der „männlichkeitsberaubenden“ Kastration stehenden Rüden Bull seine Stimme leiht, in Sachen Humor nicht jedermanns Sache ist, dürfte klar sein und wird nun auch in „Fixed“ die Zuschauerschaft in zwei Lager spalten. Doch selbst Anarchohumor-Affine – zu denen sich auch der Autor dieser Zeilen zählt – dürften mit den immergleichen und selten zündenden Pipi-, Kaka- und Sex-Witzchen wenig anfangen können.

Fixed Netflix Film 2025
Fixed ©Netflix

Wenn „Fixed“ punktet, dann mit seinen kleinen, pointierten Beobachtungen aus der Hundeperspektive, die vor allem Tierhalter*innen ein Schmunzeln entlocken dürften. Doch selbst diese raren Lichtblicke gehen in einer Flut vorhersehbarer Zoten unter, die selbst auf 90 Minuten Länge strapaziös wirken. Wo Erwachsenenzeichentrick wie „South Park“ noch scharfzüngig gesellschaftliche Tabus sezierte oder wie „BoJack Horseman“ unter der Oberfläche echten Biss entwickelte, bleibt „Fixed“ auf dem Niveau endloser Schnapp-, Leck- und Markierwitze stehen. Die wenigen Momente, in denen sich andeutet, dass hier auch eine kluge Satire über Männlichkeitsbilder und Selbstwahrnehmung stecken könnte, werden sofort wieder mit der nächsten derben Pointe erstickt. So wirkt das Netflix Original am Ende wie eine lange, ungebremste Albernheit, die ausläuft, ehe sie überhaupt Fahrt aufnimmt.

Fixed Netflix Film 2025
Fixed ©Netflix

Fazit

„Fixed“ kastriert sich selbst: Statt bissiger Satire gibt’s endlose Zoten. Ein paar charmante Momente blitzen auf, gehen aber im spätpubertären Klamauk gnadenlos unter.

Bewertung: 2 von 5.
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