Butterfly: Kritik zur Amazon Serie – Wie gut ist die Thriller-Serie auf Prime Video?

Butterfly Amazon Prime Video Serie 2025
TitelButterfly
Genre Thriller, Drama
Jahr2025
FSK16
CreatorKen Woodruff

Starttermin: 13.08.2025 | Prime Video

Zwischen Spionagethriller und familiärem Drama

Ob Jensen Ackles in „Countdown“, der düstere Charme von „Alex Cross“ oder das weit verzweigte „Citadel“-Universum – wenn Amazon in die Serien-Offensive geht, dann meist mit Geschichten aus der Welt des Verbrechens, der Korruption und der Spionage. Die US-amerikanischsüdkoreanische Co-Produktion „Butterfly“ folgt diesem Kurs und zeichnet den Weg eines ehemaligen Geheimdienstagenten, der wider Willen in ein gefährliches Spiel aus Macht und Intrigen zurückkehrt. Zwischen undurchsichtigen Allianzen und persönlichen Schicksalen entfaltet sich so ein Thriller, in dem familiäre Altlasten ebenso bedrohlich wirken wie ein scheinbar übermächtiger Feind.

Butterfly Amazon Prime Video Serie 2025
Butterfly ©Amazon MGM Studios

Und darum geht es…

Der ehemalige US-Geheimdienstoperative David Jung (Daniel Dae Kim) lebt zurückgezogen in Südkorea, nachdem er vor neun Jahren untergetaucht ist. Als die private Spionagefirma Caddis seine Spur aufnimmt, wird ausgerechnet Rebecca (Reina Hardesty) auf ihn angesetzt – seine entfremdete Tochter, die inzwischen als Killerin für Caddis arbeitet, unter der Führung von Davids ehemaliger Freundin und Kollegin Juno (Piper Perabo). Zwischen alten Loyalitäten und neuen Fronten beginnt ein riskantes Katz-und-Maus-Spiel, in dem David nicht nur überleben, sondern auch einen Weg zu Rebecca finden will.

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Unser Eindruck zwei Episoden

Koreanische Melodramatik trifft amerikanische Vorhersehbarkeit – und schon in den ersten beiden Episoden wird spürbar, dass „Butterfly“ die besten Qualitäten beider Welten weitgehend liegen lässt. Während sich der zentrale Familienkonflikt rund um David und Rebecca zunehmend in den Vordergrund spielt, unter der Last der überdramatisierten Inszenierung jedoch kaum Raum bekommt sich zu entfalten, entspinnt sich parallel dazu ein müder Spionageplot in hastigen Schnitten und vorhersehbaren Actionsequenzen. Was im koreanischen Kino seit jeher funktioniert, will sich in der Amazon Serie kaum entfalten: Die emotionalen Nuancen der Figuren bleiben oberflächlich, ihre Konflikte vorhersehbar, ihre Entscheidungen oft nur dramaturgische Pflichterfüllung. Zwei Welten treffen aufeinander, doch der Mix bleibt steril und unorganisch, solide, ja, aber ohne Nachhall.

Butterfly Amazon Prime Video Serie 2025
Butterfly ©Amazon MGM Studios

Was dem überkandidelten Drama an Glaubwürdigkeit fehlt, lässt die Action an Raffinesse vermissen. Wird geschossen, getreten oder verfolgt, dann geschieht das in amerikanischer Manier: zu viele Schnitte, zu wenig Choreografien – kein „Taken – 96 Hours“, aber eben auch kein ostasiatischer Effet wie zuletzt in „Mercy for None“ oder „Trigger“ beim Amazon-Konkurrenten Netflix. Einzelne Szenen – etwa die Eröffnungssequenz oder kurze Momente zwischen Vater und Tochter, in denen Dialoge für einen Augenblick mehr Gewicht bekommen – lassen aufblitzen, was möglich gewesen wäre. Doch diese Funken verpuffen schnell, weil die Chemie der Hauptfiguren nie konstant zündet und die Erzählung zwischen Familiendrama und Agententhriller zu sehr schwankt. „Butterfly“ sieht gut aus, ist ordentlich gespielt und in gewissem Maße sogar ambitioniert, aber hinter der auf Hochglanz polierten Oberfläche bleibt zu oft nur Bewegung ohne Gefühl – ein Schmetterling, dessen Flügelschlag nicht weit trägt.

Butterfly Amazon Prime Video Serie 2025
Butterfly ©Amazon MGM Studios

Fazit

„Butterfly“ verbindet Spionage und Familiendrama solide, verfehlt jedoch emotionale Tiefe und erzählerische Spannung – visuell solide, aber austauschbar.

Amazon Prime Video

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