Warfare: Kritik zum Kriegsfilm – Krieg ohne Pathos, ohne Antwort

Warfare Film 2025
TitelWarfare
Genre Krieg, Action
Jahr2025
FSK16
RegieAlex Garland, Ray Mendoza

Heimkinostart: 01.08.2025

Kein Platz für Helden, keine großen Reden

„Warfare“ ist ein Kriegsfilm, der sich jeder klassischen Bewertung entzieht. Kein Drama über Heldentum, keine emotionalen Höhepunkte, keine erlösende Musik. Stattdessen: Nüchternheit. Stille. Dreck. Schmerz. Krieg als mechanisches Abarbeiten, als monotone Hölle. Und gerade weil Alex Garlands Film  – in Zusammenarbeit mit Ex-Navy-SEAL Ray Mendoza als Co-Regisseur –  jede narrative Komfortzone verweigert, ist das Ergebnis ebenso eindrucksvoll wie frustrierend.

Warfare Film 2025
Warfare ©LEONINE Distribution

Und darum geht es…

Am 19. November 2006 wird eine Einheit der US Navy SEALs in der irakischen Stadt Ramadi in ein zweistöckiges Haus verlegt, um dort feindliche Bewegungen zu überwachen. Angeführt von Lieutenant McDonald (Michael Gandolfini) und koordiniert vom erfahrenen Funker Ray Mendoza (D’Pharaoh Woon-A-Tai), richten sich auch der zurückhaltende Scharfschütze Elliott (Cosmo Jarvis), der idealistische Sam (Joseph Quinn) und der junge Erik (Will Poulter) für eine scheinbar routinemäßige Operation ein. Doch als das Haus unter Beschuss gerät und ein Teammitglied schwer verwundet wird, kippt die Lage. Kommunikation bricht ab, Hilfe bleibt aus – und das Haus wird zur tödlichen Falle. Während draußen der Krieg tobt, beginnt drinnen ein zermürbender Überlebenskampf. 

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Kalter Realismus – fast wie ein Dokument

Die Handlung ist reduziert auf das Notwendigste: Ein kleiner Trupp irrt durch ein von Drohnen, Minen und Angst durchsetztes Kampfgebiet. Namen spielen kaum eine Rolle. Hintergrundinformationen ebenso wenig. Die Kamera bleibt eng an den Körpern, an den Gesten – der Kontext ist das Inferno selbst. Man fragt nicht nach dem Warum. Man überlebt. Oder eben nicht. Garland und Mendoza inszenieren “Warfare“ ohne musikalische Untermalung, ohne dramaturgische Spitzen. Die Kamera wirkt beobachtend, fast wie in einer Kriegsreportage. Die Gefechte dauern Sekunden, sind zielgerichtet, brutal – keine Choreografie, kein Spektakel. Alles wirkt klein, eng, schmutzig. Als spiele sich das Ganze in einer einzigen trostlosen Counterstrike-Map ab. Aber so ist Krieg eben: trostlos, eintönig, zermürbend. Die Entscheidung, auf herkömmliche dramaturgische Strukturen zu verzichten, ist mutig – aber auch sperrig. Denn der Preis für diese Konsequenz ist ein Film, der sich über weite Strecken leer anfühlt. Bewusst leer, ja – aber dennoch schwer greifbar.

Warfare Film 2025
Warfare ©LEONINE Distribution

„Warfare“ will kein Antikriegsfilm im klassischen Sinne sein. Er will auch kein Statement abgeben. Stattdessen stellt er die totale Fragmentierung des Krieges in den Mittelpunkt. Das Publikum bleibt außen vor – genau wie die Figuren selbst. Es gibt keine Identifikationsfigur, keine moralische Einordnung, keine Auflösung. Garland geht es nicht um Interpretation, sondern um Erfahrung. Und die ist kalt. Schwer zugänglich. Aber konsequent. “Warfare“ ist ein Film, der fast schon asketisch mit seiner Zuschauerschaft umgeht. Keine Heldenreise, kein Trost, keine Katharsis. Krieg wird hier nicht erzählt – er wird durchlitten. Und gerade deshalb ist der Film so bemerkenswert. Doch zugleich bleibt ein Gefühl von Unverbundenheit, von Leere. Die formale Strenge lässt kaum emotionale Resonanz zu. Wer sich darauf einlässt, erlebt einen radikal reduzierten, formal konsequenten Film über das Nichts des Krieges. Und vielleicht liegt darin gerade seine stille Aussagekraft – in der Verweigerung, überhaupt eine zu formulieren.

Warfare Film 2025
Warfare ©LEONINE Distribution

Fazit

Konsequent, mutig, aber letztlich so unzugänglich wie das Grauen, das er zeigt. Ein Film, der nichts will – und darin alles offenbart.

Bewertung: 2.5 von 5.
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