Familie, aber nur fast: Kritik zum Netflix Film – Immer Ärger mit den Schwiegereltern!

Familie, aber nur fast Netflix Film 2025
TitelFamilie, aber nur fast
Genre Komödie
Jahr2025
FSK6
RegieFelipe Joffily

Starttermin: 18.07.2025 | Netflix

Clash of Ein Film, zwei Väter, null Timing

Schwiegereltern verheißen meist nichts Gutes – zumindest nicht in jenen Geschichten, in denen sie wie ein Orkan über frisch Verliebte hereinbrechen. Sie kommen mit Zweifeln im Gepäck, mit alten Vorstellungen davon, wie Familie zu sein hat, und sie stellen Fragen, auf die niemand eine Antwort will. Aus einer harmlosen Familienzusammenkunft wird schnell ein bitterer Schlagabtausch, der jede noch so stabile Liebe bis ins Mark erschüttern kann. Was vornehmlich in romantischen Komödien als wiederkehrendes Stilmittel dient, findet nicht selten auch seinen Weg in die finsteren Erzählungen des Horrorgenres („The Weekend“) oder ebnet den Weg für ein komödiantisches Action-Gelage („The Out-Laws“) – das Chaos jedoch ist in allen Spielarten Programm. „Familie, aber nur fast“ entscheidet sich in diesem Fall für das klassische Konzept, wenngleich der verlagerte Fokus auf die Elternposition zumindest auf dem Papier so etwas wie Abwechslung verspricht.

Familie, aber nur fast Netflix Film 2025
Familie, aber nur fast ©Cr. Guilherme Leporace/Netflix

Und darum geht es…

Wenn Kulturen aufeinandertreffen, knallt’s – und zwar richtig! Otávio (Leandro Hassum), ein temperamentvoller brasilianischer Mann, macht sich auf den Weg nach Bariloche in Argentinien, um die Familie seiner Tochter Mariana (Julia Svacinna) kennenzulernen. Doch statt einer warmen Begrüßung trifft er auf Héctor (Gabriel Goity), Miguels (Simón Hempe) Vater, der als stolzer Argentinier wenig Verständnis für Otávios impulsive Art hat. Zwischen den beiden Vätern fliegen die Fetzen – und jede Menge chaotische, witzige Missverständnisse sind vorprogrammiert. Während Mariana versucht, beide Seiten zusammenzubringen, zeigt sich: Familie ist manchmal ein ziemliches Durcheinander – aber genau das macht sie aus.

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Comedy, aber nur flach

Versprochen ist versprochen – das denkt sich auch das brasilianische Netflix Original, das sein Versprechen von frischem Wind kurzerhand zur Interpretationssache macht und damit erklärt, dass „versprochen“ in diesem Fall lediglich bedeutet, dass es sich versprochen hat. Das mit Otávio, anders als üblicherweise, der Herr Papa im Vordergrund des familiären Ungleichgewichts steht, ist dann auch die einzige Sache – wenngleich es natürlich auch das bereits gab – die sich zumindest entfernt als Andersartigkeit deuten ließe. Nun ist Innovation nicht alles, und auch bekannten Motiven ist mit dem richtigen Gespür durchaus der eine oder andere Lacher zu entlocken – das allerdings bleibt „Familie, aber nur fast“ schuldig. Die Pointen zünden nie, das Timing ist fahrig, und die kulturellen Missverständnisse, aus denen sich Spannungen oder Humor ergeben könnten, verharren auf der Behauptungsebene.

Familie, aber nur fast Netflix Film 2025
Familie, aber nur fast ©Cr. Guilherme Leporace/Netflix

Statt sich pointiert zwischen Klamauk und kulturellem Schlagabtausch zu bewegen, zerfasert „Familie, aber nur fast“ bereits im Prolog in eine belanglose Abfolge humorbefreiter Szenen, die weder erzählerisch noch emotional verankert sind. Was als generationsübergreifende Annäherung zweier Familien gedacht war, entpuppt sich als plattes Aufeinandertreffen reiner Karikaturen. Ohne Biss, ohne Reibung, ohne Charme – vor allem aber ohne Gags. Da ist es eigentlich bezeichnend, dass ein stumpfes “Wortspiel”, dass Otávios Namen kurzerhand mit dem menschlichen Gesäß in Verbindung setzt, kurzerhand zum prominent gestreuten Runningag erhoben wird. Was in anderen Produktionen vermutlich schon in der ersten Drehbuchfassung wegen seiner Banalität gestrichen worden wäre, darf in „Familie, aber nur fast“ bis zum Erbrechen wiedergekäut werden. Wenn es wenigstens beim ersten Mal lustig gewesen wäre.

Familie, aber nur fast Netflix Film 2025
Familie, aber nur fast ©Cr. Guilherme Leporace/Netflix

Fazit

„Familie, aber nur fast“ setzt auf Gags auf einem Niveau, das irgendwo zwischen Pausenhof und Grundschule pendelt – oder umschifft sie einfach direkt. Man hätte ja lachen können…

Bewertung: 1 von 5.
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