| Titel | Almost Cops |
| Genre | Action, Komödie |
| Jahr | 2025 |
| FSK | 16 |
| Creator | Gonzalo Fernandez Carmona |
Starttermin: 11.07.2025 | Netflix
Der kleine, holländische Bruder von “Bad Boys”
Der gute und der böse Cop – zwei Temperamente, ein Dauerclash aus Testosteron, lockeren Sprüchen und Explosionen. Das gibt es nicht erst seitdem Mike Lowrey und Marcus Burnett, die in “Bad Boys” die Straßen von Miami unsicher machten – und doch war es eben jener Film von Michael Bay, der bis heute Pate für unzählige Actionkomödien stand. Der eine, ein Draufgänger mit Sportwagen und Designeranzug. Der andere, ein genervter Familienvater, der alles wieder ausbaden muss. Gemeinsam stürzen sie sich in Ballerorgien, Verfolgungsjagden und absurde Schießereien – immer an der Grenze zur Selbstparodie. Dass “Almost Cops” – der in seinem Produktionsland Niederlande nicht zufällig auf den Namen “Bad Boa’s” hört – ebenfalls ein Kind der 1995 losgetretenen Action-Reihe ist, kann und will das Netflix Original zu keinem Zeitpunkt verstecken. Nur blöd, dass selbst das große Vorbild mit seinen unsäglichen Fortsetzungen zwischenzeitlich selbst zur Karikatur seiner besten Ideen verkommen ist.

Und darum geht es…
Ramon (Jandino Asporaat) liebt Regeln, Jack (Werner Kolf) pfeift drauf – doch der Tod macht sie zu Partnern. Als Ordnungsbeamter in Rotterdam will Ramon seine Stadt sicher halten, koste es, was es wolle. Sein neuer Kollege Jack, ein degradierter Ex-Polizist, sieht das anders: Er würde lieber alles hinter sich lassen. Doch der ungeklärte Mord an Ramons Bruder zwingt die beiden, gemeinsam ihre Vergangenheit aufzurollen. Was als banaler Job zwischen Parksündern und Kleinkriminellen beginnt, wird zu einer gefährlichen Spurensuche. Zwischen chaotischen Einsätzen, bissigen Streitereien und unerwarteter Loyalität lernen Ramon und Jack, einander zu vertrauen. Am Ende zeigt sich: Manchmal braucht es zwei Fast-Cops, um das zu beenden, woran echte Polizisten längst gescheitert sind.

Das Konzept ist langsam auserzählt
Zwei Uniformen, eine Stadt, kaum Innovationen: “Almost Cops” verlagert das altbewährte Good-Cop-Bad-Cop-Spiel mitten in Rotterdams graue Straßen und packt die funktionale Bad Boy-Formel kurzerhand in die Uniform kommunaler Ordnungsbeamter. Dass Ramon, seines Zeichens gewissenhaft und konfliktscheu, und Jack, Sternzeichen “Mit dem Kopf durch die Wand”, vom Naturell grundverschieden sind, gehört da ebenso zum Konzept, wie alle weiteren Entwicklungen, die das redselige Duo durchleben. Die Geschichte, die “Almost Cops” erzählt, ist bekannt – und das umfasst auch die Figuren, die sich darin tummeln. Einzig die angenehme Chemie zwischen Jandino Asporaat und Werner Kolf verleiht dem dünnen Plot so etwas wie Charisma – kann das niederländische Netflix Original aber kaum vor der Belanglosigkeit retten.

Dass “Almost Cops” im Vergleich zu manchem neueren „Bad Boys“-Ableger weder unangenehm prollig noch zäh wirkt, spricht für den angenehm bodenständigen Ton, der sich auch in der niedrig budgetierten Action widerspiegelt. Doch so charmant die beiden Hauptfiguren auch sein mögen und so erfrischend das Ausbleiben ermüdender Materialschlachten wirkt – alles andere bleibt brav in bekannten Bahnen. So stolpert die Story von einem Klischee ins nächste, echte Überraschungen sucht man vergeblich und humoristische Höhepunkte bleiben aus. Das macht “Almost Cops” zu einem netten Fast-Food-Copfilm, der schnell gegessen ist – aber auch genauso schnell wieder vergessen.

Fazit
Der kleine Bruder von “Bad Boys” mag deutlich charmanter daherkommen als so mancher Ableger des hochbudgetierten US-Vorbilds, liefert in Summe aber kaum Argumente, die eine Sichtung rechtfertigen würden!


