| Titel | The Old Guard 2 |
| Genre | Action, Fantasy |
| Jahr | 2025 |
| FSK | 16 |
| Creator | Victoria Mahoney |
Starttermin: 02.07.2025 | Netflix
Charlize Theron als (un)sterbliche Kriegerin
Das Versprechen war einfach: Unsterbliche Kriege*rinnen, Wunden, die heilen – und inneren Narben, die bleiben. Jahrhunderte voller Kämpfe, Verluste, Schuld. Doch Netflix’ Versuch mit der Comicverfilmung “The Old Guard” das actionlastige Blockbuster-Kino auf die heimische Mattscheibe zu transportieren, blieb genau das – ein leeres Versprechen. Statt mythologischer Wucht gab es Action nach Schema F, Figuren, die nur andeuten, was sie fühlen könnten, und eine Geschichte, die sich so zäh zieht wie das Leben als unsterbliches Wesen. Bleibt die Frage: Wird die Fortsetzung dieses Mal gelingen, sich als Film für die Ewigkeit zu empfehlen – oder verblasst auch “The Old Guard 2” im Schatten der Zeit?

Und darum geht es…
Nachdem sie ihre Unsterblichkeit verloren hat, steht Andy (Charlize Theron) vor einer existenziellen Herausforderung: Zum ersten Mal seit Jahrhunderten ist sie sterblich – und damit verwundbar. Während sie mit ihrer neuen Realität ringt, zieht eine neue Bedrohung am Horizont auf: Quynh (Veronica Ngo), einst Andys Kampfgefährtin, kehrt mit unklaren Motiven aus der Versenkung zurück – und sie ist nicht allein. Unterstützt von alten Wegbegleiter*innen beginnt für Andy ein Kampf gegen Feinde von außen und Zweifel in den eigenen Reihen – ein Kampf, der sie an ihre Grenzen bringt und ihr endgültig zeigt, was es wirklich heißt, sterblich zu sein.

Zwischen Ewigkeit und Bedeutungslosigkeit
Statt sich weiter in die Abgründe seiner Figuren zu graben, verfällt die Fortsetzung in ein vertrautes Muster beliebiger Sequels: Schauplätze wechseln im Minutentakt, Figuren tauchen auf, ohne wirklich zu wirken, Dialoge dehnen sich endlos, während die Handlung gleichzeitig auf der Stelle tritt. Vieles wird angedeutet, doch nichts wird vertieft. So reiht “The Old Guard 2” Szene an Szene, ohne dass sich je ein Gefühl von erzählerischem Fluss oder innerer Konsequenz einstellt. Charlize Therons Andy, gedacht als gebrochene Anführerin, bleibt eine leere Hülle, während die Kämpfer*innen – ob an ihrer Seite oder gegenüber – verschwimmen zu einem gesichtslosen Ensemble, dem es an Charisma und Fallhöhe fehlt. Selbst die vermeintlich existenzielle Sterblichkeit, die neue Dringlichkeit verspricht, verpufft wirkungslos – weil das Drehbuch keine Fragen stellt, die über das Offensichtliche hinausgehen.

Wenn „The Old Guard 2“ überhaupt ein Argument hat, dann ist es die Action – zumindest punktuell. Einige Stunts und Verfolgungsjagden entfalten spürbaren Druck, während sich die Nahkämpfe in hektischen Schnitten verlieren und Massenszenen jede Übersicht und Dynamik vermissen lassen. Lediglich ein Zweikampf auf engstem Raum deutet an, dass sich hinter den raren Action-Passagen ein stringenteres, durchchoreografiertes Konzept verbergen könnte. So bleibt am Ende der Held*innen-Reise kaum mehr als ein schwacher Nachhall einer Idee, die größer klingt, als sie je erzählt wird. „The Old Guard 2“ behauptet Mythos, Tragik und emotionale Fallhöhe, ohne auch nur einen dieser Versprechen wirklich einzulösen. So reiht sich das Netflix Original ein in die endlose Reihe belangloser Fortsetzungen, die nichts hinterlassen, außer der Erkenntnis, dass Unsterblichkeit nichts wert ist, wenn sie nicht wenigstens in Erinnerung bleibt.

Fazit
„The Old Guard 2“ bleibt ambitionsloses Sequel-Kino: Mythos, Tragik und Action verpuffen wirkungslos – eine Fortsetzung, die kaum Spuren hinterlässt und schnell vergessen ist!


