| Titel | Until Dawn |
| Genre | Horror, Thriller |
| Jahr | 2025 |
| FSK | 16 |
| Regie | David F. Sandberg |
Kinostart: 24.04.2025
Und täglich grüßt der Sensenmann
Wie man eine ganze Galerie an Horrorfiguren in eine scheinbar konventionelle Teenstory presst – und dabei nicht in Klischees ertrinkt, sondern sie mit Wucht ironisch bricht – hat “The Cabin in the Woods” längst vorgemacht. Archetypen, Monstermenü, Genre-Spielerei: alles da – und doch überraschend frisch. So hätte auch “Until Dawn” aussehen können. Tut es aber nicht. Basierend auf dem gleichnamigen Videospiel inszeniert David F. Sandberg (“Shazam! Fury of the Gods”) stattdessen eine ermüdende Geisterbahnfahrt in monotoner Dauerschleife durch ein Horrorkabinett der Belanglosigkeit.

Und darum geht es…
Nach dem Verschwinden ihrer Schwester Melanie (Maia Mitchell) macht sich Clover (Ella Rubin) gemeinsam mit ihren Freund*innen Max (Michael Cimino), Megan (Ji-young Yoo), Nina (Odessa A’zion) und Abe (Belmont Cameli) auf die Suche nach den Ursachen. Dabei stoßen sie auf ein abgelegenes Haus in einer ländlichen Gegend, das mehr Fragen aufwirft, als es beantwortet. Noch bevor sie begreifen, was geschieht, werden sie von einem maskierten Mann attackiert und getötet. Doch damit beginnt das Grauen erst richtig. Statt zu sterben beginnt die Nacht von vorne – und hält weitere töddliche Wiedersacher*innen für sie bereit, Nacht für Nacht. Von denen jede mit dem Tod endet – oder besser gesagt, neu beginnt.

Ein Loop ins Leere
Die Idee liegt eigentlich auf der Hand und ließe sich – wäre “Until Dawn” mit seiner abgedroschenen Art nicht so ernüchternd – fast schon als zynischer Meta-Kommentar auf ein Genre lesen, das sich seit jeher selbst zitiert. Wenn sich Teenie-Horror ohnehin ständig wiederholt – warum nicht gleich innerhalb eines Films? Doch “Until Dawn” umschifft diese Reflexionsebenen zielsicher – und folgt treudoof den bekannten Mechanismen. Keine Ironie, kein Bruch, keine Erkenntnis. Nur Wiederholung, ohne Mehrwert, ohne Impuls, ohne Konsequenz – wie ein Glitch im Genre-Code. Dass das auch anders geht, selbst wenn man sechs Mal nahezu dasselbe erzählt, hat die “Final Destination”-Reihe unlängst bewiesen. Vom Spaßfaktor des makabren Franchise ist David F. Sandbergs träge Videospieladaption jedenfalls meilenweit entfernt, was den Blick auf die offensichtlichen Schwächen nur noch schärfer stellt.

Was bleibt, ist ein Film, der sich in seiner eigenen Konstruktion verliert. Horror, der die Wiederholung zur Struktur erklärt, aber nie zur Stärke macht. Der auf Teen-Tropes baut, als wären sie unumgänglich – und der am Ende vor allem eines ist: generisch, selbst in seiner vermeintlichen Verspieltheit. Mal Slasher, mal Creature Feature, mal Geisterbahn. Doch nichts davon entwickelt Sog. Die Zeitschleife dient hier weniger als erzählerisches Werkzeug, sondern verkommt zur müden Ausrede, um Kills zu recyclen. Das diese stellenweise überaus zeigefreudig daherkommen und in ihrer grafischen Darstellung durchaus im oberen Drittel innerhalb der Teen Horror-Bubble schwimmt, ist und bleibt dann auch das einzige Argument für “Until Dawn” – einem dramaturgisch reizarmen Unterfangen, das jenseits der Schauwerte kaum Spannung oder Vergnügen bietet.

Fazit
“Until Dawn” ist ein Horrorfilm, der im eigenen Konzept steckenbleibt. Ein Genre-Zitat ohne Biss, ein Loop ohne Eskalation, ohne Spaß!



