| Titel | Steppenwolf |
| Genre | Thriller |
| Jahr | 2024 |
| FSK | 18 |
| Regie | Adilkhan Yerzhanov |
Heimkinostart: 27.06.2025
Zwischen Western, Samurai und postapokalyptischem Schweigen
“Steppenwolf“ erzählt von einer dystopischen Zukunft, in der Worte kaum noch Bedeutung haben und Gewalt zur Sprache wird. Ein einsamer Wolf und seine wortkarge Gefährtin durchqueren eine namenlose Steppe. Sie sind auf der Suche – nach einem verschwundenen Kind, nach einem Funken Menschlichkeit oder einfach nur nach einem Zweck, der den Abzug der Waffe rechtfertigt. Zwischen verfallenen Siedlungen, endlosem Staub und der allgegenwärtigen Bedrohung durch brutale Milizen entfaltet sich ein Bild nihilistischer Trostlosigkeit, das sich mit archaischer Härte zwischen den Genres Western, Samuraifilm und postapokalyptischem Actionepos bewegt.

Und darum geht es…
In einem namenlosen, zerstörten Land, das von Gewalt, Gesetzlosigkeit und moralischem Verfall geprägt ist, zieht der wortkarge Einzelgänger Brayuk (Berik Aitzhanov) durch eine trostlose Steppe. Einst als staatlicher Verhörspezialist tätig, ist er nun ein abgehärteter Überlebenskämpfer, der auf Bitten einer jungen Frau namens Tamara (Anna Starchenko) aufbricht, um deren verschwundenes Kind zu finden. Die Spur führt in eine entmenschlichte Welt aus verlassenen Siedlungen, brutalen Milizen und organisierter Kriminalität.

Ein nihilistischer Abgesang zwischen Staub und Kugeln
„Steppenwolf“ von Adilkhan Yerzhanov ist ein Film, der sich weigert, gefällig zu sein – und darin fast schon konsequent scheitert. Denn obwohl er atmosphärisch aufgeladen ist, sich in apokalyptischer Trostlosigkeit suhlt und mit einer kargen, nihilistischen Bildsprache irgendwo zwischen “Leone”, “Kurosawa” und “Mad Max” pendelt, bleibt er seltsam leer. Brayuk verteilt Kalaschnikovsalven mit einer Selbstverständlichkeit, als wären es Begrüßungsfloskeln – jeder Kontakt ein Kugelwechsel, jedes Aufeinandertreffen eine Vorstufe zum Tod. Gewalt wird hier nicht inszeniert, sondern verkommt zum natürlichen Stoffwechselprodukt einer maroden Welt – beiläufig, ohne mit der Wimper zu zucken, wie ein flüchtiges Hallo. Und doch stellt sich nie echte Spannung ein. Die Figuren wirken wie isolierte Steinskulpturen: stumm, verschlossen, aufgeladen mit Symbolik, aber frei von emotionalem Sog.

Gerade in der Dynamik zwischen Brayuk und Tamara – der mysteriösen Frau, die ihn begleitet – offenbart sich diese emotionale Kälte besonders schmerzhaft. Sie reden kaum, blicken sich selten an, ihre Verbindung wirkt toxisch aufgeladen. Statt Chemie: Distanz. Statt Entwicklung: Stillstand. Was wie introvertiertes Kino wirken will, erstickt in der eigenen Lethargie. Dabei ist Yerzhanovs Bildsprache kraftvoll. Staubige Panoramen, ausgebrannte Gebäude, eine trostlose Schwere, die alles unter sich begräbt. Doch der visuelle Nihilismus allein trägt nicht. Der Film tritt auf der Stelle. Und das mit einer stoischen Gleichgültigkeit, die sich irgendwann auf das Publikum überträgt. So bleibt “Steppenwolf“ ein Film der Suggestionen – voller Andeutungen, aber leer an Bindung. Ein stilisierter Abgesang auf eine verlorene Welt, der sich in seiner Banalität verliert und dabei das Publikum emotional ausgrenzt.

Fazit
“Steppenwolf“ schafft eine dichte Atmosphäre voller Trostlosigkeit, doch versandet im erzählerischen Leerlauf – visuell einnehmend, emotional kaum fesselnd!



