The Accountant 2: Kritik zum Start auf Amazon Prime Video – Besser als Teil 1?

The Accountant 2 Amazon Prime Video
TitelThe Accountant 2
Genre Thriller, Action
Jahr2025
FSK16
RegieGavin O’Connor

Starttermin: 05.06.2025 | Prime Video

 Vom einsamen Wolf(f) zum streitenden Brüderpaar

Mit der Waffe in der einen und einem Taschenrechner in der anderen Hand war Christian Wolff einst der stillste Rächer des modernen Actionkinos. Acht Jahre später kehrt Ben Affleck als Autist mit tödlicher Präzision zurück – und hat diesmal seinen Bruder im Gepäck. Doch wo einst Düsternis, Isolation und kühle Eleganz den Ton bestimmten, schleicht sich nun ein anderes Gefühl ins Repertoire: Spaß. Und das nicht zu knapp. „The Accountant 2“ bleibt zwar der alten Formel treu, verlagert jedoch seinen Fokus – und offenbart sich dabei als tonal verschobene, fast verspielte Fortsetzung, die wenig interessiert an den herkömmlichen Dynamiken des Genres zeigt. Ob das reicht, um die Rückkehr des rechnenden Rächers zu rechtfertigen? Ob das reicht, um die Rückkehr des rechnenden Rächers zu rechtfertigen? Das könnt ihr ab heute – gerade einmal sechs Wochen nach Kinostart – exklusiv bei Amazon Prime Video herausfinden. Oder ihr lest einfach weiter.

The Accountant 2 Amazon Prime Video
The Accountant 2 ©Warner Bros. Entertainment Inc. 

Und darum geht es…

Als ihr Chef bei einer geheimen Recherche von Unbekannten ermordet wird und ihr eine mysteriöse Nachricht hinterlässt, führt die Assistentin Marybeth Medina (Cynthia Addai-Robinson) diese direkt zu Christian Wolff (Ben Affleck), besser bekannt als „The Accountant“. Gemeinsam mit Marybeth gerät Christian in das Netz eines weit verzweigten Menschenhändlerrings, der tief in dunkle Machenschaften verstrickt ist. Um diesen mächtigen Gegner zu bekämpfen, bittet Christian nach acht Jahren Funkstille seinen Bruder Braxton (Jon Bernthal) um Unterstützung. Zusammen stürzen sie sich in einen erbitterten Kampf, der nicht nur ihre Fähigkeiten und Loyalitäten bis an die Grenzen fordert, sondern sie auch zwingt, sich mit ihrer komplizierten Beziehung auseinanderzusetzen.

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Höher, schnell, weiter? “The Accountant 2” sagt: Nein!

War der erste Teil noch von einer fast autistischen Strenge durchzogen – kühl, fokussiert, manchmal erschreckend distanziert –, erlaubt sich die Fortsetzung deutlich mehr Lockerheit. Das beginnt schon mit der Chemie zwischen Affleck und Bernthal: Wo vorher Stille herrschte, wird nun gebrüllt, geneckt und getreu dem Buddy-Movie-Prinzip gestritten. Der Humor ist kein Beiwerk, sondern ein essenzielles Element – pointiert, manchmal überdreht, aber fast immer zielführend. Ben Affleck spielt Christian wie schon 2016 mit introvertierter Konsequenz – stoisch, fast roboterhaft und doch zutiefst menschlich. In Kombination mit Jon Bernthal, der seinen Braxton mit rustikaler Direktheit auf die Leinwand prügelt, entsteht ein reizvoller Kontrast: Kalkül trifft Chaos. Die Szenen zwischen den Brüdern hebt den inhaltlich ansonsten nach Vorschrift agierenden Film auf ein neues Level – gerade weil sie sich oft jenseits der Handlung entfalten. Die Mission ist Beiwerk, “The Accountant 2” gehört einzig und alleine dem Gebrüder-Gespann!

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The Accountant 2 ©Warner Bros. Entertainment Inc. 

Keine überladenen Actionszenen, kein schneller Schnittrhythmus – stattdessen lange, gut geschriebene Dialoge, die ehrlich und menschlich wirken, durchzogen von einem unterschwelligen Drama, das nie laut wird, aber tragfähig bleibt. Diese reduzierte Erzählweise verleiht “The Accountant” eine ungewohnte Leichtigkeit, die man in Fortsetzungen dieser Art selten findet. Gerade weil Regisseur Gavin O’Connor nicht der Versuchung erliegt, die Intensität des ersten Teils einfach zu überhöhen, sondern stattdessen auf die Dynamik seiner Protagonisten setzt, wirkt “The Accountant 2” weniger wie ein konventionelles Sequel, sondern wie ein bewusster Richtungswechsel. Und dann, nach eineinhalb Stunden voller spritziger Wortgefechte, familiärer Reibung und leider auch einem allzu generischen Thriller-Plot, entlädt sich die brachiale Action in einem späten, wuchtigen Finale – glaubwürdig, erdig und effektvoll, aber eben bewusst aufgespart. Ein kurzes Aufflackern lauten Kinos, bevor wieder Ruhe einkehrt. Und genau darin liegt der Reiz: Dass sich “The Accountant 2” nie dem Zwang unterwirft, größer, schneller oder lauter zu sein – sondern stattdessen auf Charaktere setzt, die mehr zu erzählen haben als nur die nächste Mission.

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The Accountant 2 ©Warner Bros. Entertainment Inc. 

Fazit

The Accountant 2 ist eine smarte, gut geerdete Fortsetzung, die weniger will als ihr Vorgänger – und genau deshalb gewinnt. Statt mit Effekthascherei überzeugt der Film durch Charaktertiefe, glaubwürdige Figuren und eine entspannte Erzählweise, die Raum für zwischenmenschliche Nuancen lässt. Noch lange kein Meisterwerk, aber ein kluger, unterhaltsamer Thriller inmitten des gleichgeschalteten Mainstreams.

Bewertung: 3.5 von 5.
Amazon Prime Video

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